Ein Fortschritt für die Mediation in der Schweiz

15 Februar 2011 par fso

Stellen wir sicher, dass diese Ausdehnung der Mediation auf zivilrechtliche Angelegenheiten dazu beitragen wird, die Teilnahmerechte von Kindern zu verstärken, indem die Parteien vermehrt in die Suche nach zufriedenstellenden und umsetzbaren Lösungen einbezogen werden.

Leitartikel von Professor Daniel Stoeklin des Internationalen Instituts der Rechte des Kindes.

Bereits ein Pionier im Bereich der Mediation in der Schweiz, macht der Kanton Freiburg mit seinem Elan weiter, indem er eine neue Verordnung über die Mediation in Zivil- und Jugendstrafsachen in Kraft setzt.

Bereits in den 90er Jahren im Bereich Mediation in Jugendstrafsachen wegweisend, hat Freiburg 2003 die Verordnung über die Mediation in Jugendstrafsachen verabschiedet und 2004 das Büro für Mediation in Jugendstrafsachen geschaffen. Dank dieser positiven Erfahrung führt der Kanton die Förderung der Mediation diesmal im zivilrechtlichen Bereich fort.

Ziel der Mediation ist es, annehmbare Lösungen für alle in Konflikt stehenden Parteien zu erarbeiten. Im Vergleich zur Streitschlichtung, die durch Richter oder spezialisierte Kommissionen durchgeführt wird, hat die Mediation den Vorteil, dass sie an aussenstehende Dritte übertragen werden kann. Die Mediatorinnen und Mediatoren müssen unabhängig, mindestens 30 Jahre alt sein und eine Hochschul- oder gleichwertige Ausbildung besitzen, sowie eine spezifische Ausbildung in Mediation und Erfahrung haben.

Mit der Vereinheitlichung der Schweizerischen Zivilprozessordnung, die seit Anfang Jahr die Mediation im zivilrechtlichen Bereich institutionalisiert, wiegt die Schweiz ihren Rückstand in diesem Bereich auf. Um die Durchführung der zivilrechtlichen Mediation zu ermutigen, hat der Regierungsrat eine neue Verordnung verabschiedet, die grundsätzlich die Unentgeltlichkeit des Verfahrens für den Fall vorsieht, in dem die Parteien für die Kosten nicht aufkommen können. Dies soll es allen ermöglichen, von diesem Konfliktlösungsverfahren zu profitieren, wenn alle Voraussetzungen der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt sind und das Gericht das Zurückgreifen auf die Mediation empfiehlt. Das Bundesrecht sieht in der Tat die unentgeltliche Mediation in kindesrechtlichen Angelegenheiten nicht vermögensrechtlicher Natur vor, wenn die Personen nicht über die nötigen Mittel verfügen und wenn das Gericht die Durchführung einer Mediation empfiehlt. Die Freiburger Verordnung geht noch weiter und dehnt diese Unentgeltlichkeit
sregelung auf alle familienrechtlichen  Angelegenheiten nicht vermögensrechtlicher Natur aus.

Stellen wir sicher, dass diese Ausdehnung der Mediation auf zivilrechtliche Angelegenheiten dazu beitragen wird, die Teilnahmerechte von Kindern zu verstärken, indem die Parteien vermehrt in die Suche nach zufriedenstellenden und umsetzbaren Lösungen einbezogen werden. Da die Parteien für die Ausführung des von ihnen unterzeichneten Übereinkommens verantwortlich sind, sollte dies zu einer aktiven Partizipationskultur und einer positiven Verantwortungsübernahme sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder beitragen.

Für weitere Details:
Pressekonferenz vom 26. Januar 2011, Kanton Freiburg

Dieser Artikel ist am 11.02.2011 in der Rubrik Edito-Actualité auf der Website Internationales Institut der Rechte des Kindes ( IDE) erschienen.

1 résponse pour “Ein Fortschritt für die Mediation in der Schweiz”

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