Selbsttötung bei Kindern, selten aber beunruhigend

10 Mai 2011 par fso

Schweiz : in den letzten Jahren durchschnittlich drei Fälle von Selbstmord pro Jahr bei den 10-14 Jährigen. Gemäss Cyrulnik “zeigen generell Jugendliche, welche frühzeitig, d.h. während der ersten 10 Lebensmonaten, unter einer sensorischen Isolierung litten, diese Impulsivität”. Die Einbindung der frühen Kindheit, wie Elternschafturlaube, Maßnahmebeispiele sind,  um eine adäquate affektive Entwicklung anzuregen.

Ein seltenes Phänomen, welches aber weit entfernt davon ist, einzigartig zu sein, ist die Selbsttötung bei Kindern in Europa, wie auch in der Schweiz. “Das Bundesamt für Statistik bezeichnet in den letzten Jahren durchschnittlich drei Fälle von Selbstmord pro Jahr bei den 10-14 Jährigen, und in sehr seltenen Fällen bei den 5-9 Jährigen – während die Selbstmordversuche mit der Pubertät steil ansteigen. ”
In Frankreich spricht man von 30 bis 100 Fällen von Selbsttötung bei Kindern zwischen 6 und 12 Jahren. Das wahre Ausmaß dieses Phänomens wird wahrscheinlich unterschätzt, da es schwer vorstellbar ist, Selbstmord als Todesursache eines so jungen Kindes in Betracht zu ziehen und so wird die Selbsttötung deshalb oft als Unfall interpretiert.

Es stellt sich die Frage, welche Beweggründe ein Kind zu einem solch definitiven Verhalten führen. Gemäß Spezialisten ist für Kinder unter 12 Jahren der Tod eine Veränderung, ein Akt der Verneinung der Wirklichkeit welche das Kind umgibt, und welche zu schmerzhaft erscheint, um ertragbar zu sein. Das Kind versucht nicht, für immer zu entschwinden, sondern es versucht vielmehr, die Situation, unter welcher es leidet, verschwinden zu lassen.

Gemäss Cyrulnik „zeigen generell Jugendliche, welche frühzeitig, d.h. während der ersten 10 Lebensmonaten, unter einer sensorischen Isolierung litten, diese Impulsivität“. Es handelt sich dabei um eine ungenügende Stimulierung der Amygdala rhinencephalic. Sich mit Kindern „bereits in den ersten Lebensmonaten abzugeben und sie mit einzubeziehen ist folglich entscheidend.“

Aus Sicht der Wissenschaft handelt es sich um ein wenig bekanntes Phänomen. Die Französische Staatssekretärin und Jugendbeauftragte hat Boris Cyrulnik, ein internationaler Neuropsychiater damit beauftragt, dieses Phänomen zu erforschen. Sein Bericht diesbezüglich wird diesen Sommer erwartet.

Während eines Interviews mit einer Journalistin des Le Matin Dimanche weist   Cyrulnik darauf hin, dass die Einbindung der frühen Kindheit, wie Elternschafturlaube, Maßnahmebeispiele sind,  um eine adäquate affektive Entwicklung anzuregen. Die Förderung des Verbandswesens (Pfadfinderbewegung, Sport, …) ist eine andere Möglichkeit, um Einsamkeitsgefühle, dank der sozialen Netze, welche sich um das Kind und die Jugendlichen aufbauen, zu verringern.

Das ist eine verdichtete Version der Artikel «Les filles font dix fois plus de tentatives de suicide que les garçons» und «Suicide des enfants : en Suisse aussi», erschienen im Le Matin Dimanche, am 10. April, respektive am 22. Januar 2011.

1 résponse pour “Selbsttötung bei Kindern, selten aber beunruhigend”

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