Genf : Kolloquium über die Familie, die Trennung und das Kind

7 Juni 2011 par fso

Innerhalb von zwei Jahrhunderten hat das Kind eine bedeutsame Stellung in der Familie und in der Gesellschaft erlangt. War das Kind in der Vergangenheit bloss ein Rechtsobjekt, das sich zu äussern nicht gefragt wurde, so ist es heute eine anerkannte Persönlichkeit und ein Rechtssubjekt geworden.

Leitartikel von Frau Geneviève Levine des Internationalen Instituts der Rechte des Kindes.

Innerhalb von zwei Jahrhunderten hat das Kind eine bedeutsame Stellung in der Familie und in der Gesellschaft erlangt. War das Kind in der Vergangenheit bloss ein Rechtsobjekt, das sich zu äussern nicht gefragt wurde, so ist es heute eine anerkannte Persönlichkeit und ein Rechtssubjekt geworden.

Ob gespalten, abgewertet, traditionell, getrennt, zusammengesetzt, mit einem Elternteil, mit homosexuellen Eltern oder interkulturell, die Familie von heute ist in ständiger Entwicklung. Nicht umso weniger behält sie eine vorrangige Einwirkung in Bezug auf die Vermittlung von Werten. Dies in dem Sinne dass sie das Kind als ein Subjekt betrachtet, als eine Person in der Familiengeschichte, die trotz allem fortdauert.
Die Association Internationale Francophone des Intervenants auprès des familles séparées (AIFI) wird in  ihrem 5. Kolloquium die Frage der Wandlung der Stellung und des Wortes des Kindes in der Familie  und in der Gesellschaft sowie jene der Auswirkungen der elterlichen Trennung auf das Kind behandeln.

Besteht in konfliktsträchtigen Verhältnissen nicht etwa die Gefahr, dass man die Aussagen des Kindes nicht in Betracht zieht oder dass man es der Manipulierung durch den einen oder anderen Elternteil aussetzt? Sind die Wünsche des Kindes immer mit seinem höheren Interesse vereinbar? Wie weit geht die Notwendigkeit, dass es sich äussert?

Das Institut für die Rechte des Kindes (IDE) und sein NGO Partner, der Internationale Sozialdient (SSI), haben mehrmals über die Fragen grenzübergreifender Sozialarbeit zusammengespannt.  Sie werden am Kolloquium der AIFI aktiv sein.

Die Schweizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes und ihr Generalsekretariat  sind im Organisationskomitee dieses Kolloquiums vertreten. Anlässlich des Vorkolloquiums vom 26. Mai werden die Vertreter des SSI, vom Eröffnungsvortrag über die Gesamttätigkeit des SSI abgesehen, einen Beitrag  zur Bestandesaufnahme der internationalen Familienmediation einbringen.  Der SSI  wird im Rahmen eines themenbezogenen Work-Shops ebenfalls die Ehre haben, in Zusammenarbeit mit der Präsidentin des Ombuds-Komitees für die Rechte des Kindes von Luxemburg, Frau Marie-Anne Rodesch-Hengesh, seinen Standpunkt zur internationalen Kindsentführung darzulegen. Das wird es erlauben, die pluridisziplinäre Annäherung  des SSI zur Lösung von Familienkonflikten mit interkulturellen oder transnationalen Komponenten voranzutreiben. Diese Annäherung hat die Rechte des Kindes zur Grundlage : das Institut für die Rechte des Kindes (IDE) wird ebenfalls am Prekolloquium und bei der Tagung vom Freitag auftreten, wo Frau Paola Riva Gapany die internationale Vereinbarung über die Rechte des Kindes (1989) unter dem Gesichtspunkt der im Kolloquium behandelten Themen erläutern wird.

Dieser Artikel ist am 17.05.2011 in der Rubrik Edito-Actualité auf der Website Internationales Institut der Rechte des Kindes (IDE) erschienen.

Laisser une réponse