Die wertvolle Rolle der Väter: Förderung der Risikofreudigkeit bei Kindern

19 Juni 2012 par fso

Um ein Gefühl von Grundvertrauen in die Welt, die es umgibt, zu erwerben, braucht das Kind Eltern, welche auf sensible Art und Weise auf seine Bedürfnisse antworten, es aber auch ermuntern, seine Umwelt zu erforschen, es dabei aber vor eventuellen Gefahren schützen. Während üblicherweise die Mütter die ersten Referenzpersonen für Kinder sind, denen sie sich auf der Suche nach Trost zuwenden, sind die Väter normalerweise mehr geneigt, das Entdecken und die Risikofreudigkeit bei ihren Kindern anzuregen.

Von Mémento, Centre de jeunesse de Montréal, Institut universitaire, Numéro 9, février 2012.

Daniel Paquette, ein am CJM-IU tätiger Forscher, hat kürzlich den Begriff von “Aktivierungsbeziehung” zwischen Vater und Kind entwickelt, um die auf Gefühle basierende Verbindung zu bezeichnen, welche die Öffnung des Kindes zur Aussenwelt unterstützt. In Zusammenarbeit mit seinen Kollegen hat der Forscher auch ein Verfahren einer standardisierten Beobachtung, die der Risikosituation, ausgearbeitet und valediziert, welche es erlaubt, die Aktivierungsbeziehung zwischen  Vater und Kind bei Kleinkindern von 12 bis 18 Monaten zu evaluieren. Das Kodifizierungsgitter erlaubt, die Vater-Kinder-Dyade in den drei Kategorien Unteraktivierung, Aktivierung oder Überaktivierung zu klassifizieren.

Die unteraktiven Kinder engagieren sich wenig in der Erkundung. Sie sind passiv, ängstlich und zielen darauf ab, in einem ihnen unbekannten Umfeld in  der Nähe ihres Vaters zu bleiben. Man kann begründet vermuten, dass diese Kinder einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von inneren Störungen ausgesetzt sind.

Die aktiven Kinder sind in ihren Erkundungen auf sich vertrauend, vorsichtig und sie achten die elterlichen Grenzen. Im Gegensatz dazu nehmen die überaktiven Kinder kühne Verhaltensweisen an und loten die vom Vater vorgeschriebenen Grenzen aus. Man kann die Hypothese formulieren, dass diese Kinder einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, äusserliche Schwierigkeiten zu entwickeln.

Zusammenfassend sind die Arbeiten von Daniel Paquette und seinen Mitarbeitenden von grosser Bedeutung, weil sie unsere Aufmerksamkeit auf den Beitrag der Väter auf die psycho-affektive Entwicklung und die Entwicklung des Grundvertrauens ihrer Kinder lenken.

Paquette, D. & Bigras, M. (2010). The risky situation : a procedure for assessing the father‐child activation relationship. Early Child Development and Care, 180 (1 & 2), 33‐50.

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