Die psychotherapeutische Behandlung von platzierten Kindern mit Freiheitsentzug in der Schweiz : zwischen Mythen, Träumen und Realitäten.

4 Februar 2013 par fso

Forum de l’Association Fonds-Veillard Cybulski, Donnerstag 7. Februar 2013 ab 13 Uhr in der Haute Ecole de Travail Social et de la santé EESP de Lausanne. Einschreibung obligatorisch, bis am 1. Februar 2013.

von Xavier Lavanchy, Association Fonds Veillard-Cybulski

Im Jahr 2010 haben 234 Kinder eine Strafe mit Freiheitsentzug erhalten. Mehrere Dutzende weitere wurden durch Strafentscheide zu Platzierungsmassnahmen in geschlossenen oder offenen Anstalten verurteilt.
Die Welt der sozialpädagogischen Experten konstatiert regelmässig, dass ein Teil dieser Kinder Zeichen von Gefühlschaos zeigen oder bisweilen unvernünftige Verhaltensweisen annehmen. Diese Experten fühlen sich oft wehrlos. Sie führen Probleme aus dem psychischen Bereich auf und hoffen auf Antworten aus der Welt der Gesundheit. Mythos oder Realität? Mit Misserfolg oder einer erträumten zauberhaften Lösung des Problems?

Aus medizinischer Sicht und insbesondere aus der Sicht der Psychiatrie scheinen die Meinungen geteilt zu sein. Einige finden, dass bereits die Bereitschaft zu einem Verstoss ein Verhaltensproblem widerspiegelt, während andere gemessener reagieren und zögern, eine psychische Diagnose auf jugendliche Akteure anzuwenden. Mythos oder Realität? Eine Platzierung in einem geschlossenen Milieu oder unter Freiheitsentzug, sind nicht beide ihrerseits prinzipielle Faktoren um Verhaltensprobleme auszulösen? Stellt eine angepasste therapeutische Massnahme die Antwort auf alle Situationen dar? Suche ohne Antwort?

Diese zwei Meinungen, sehr schematisch und schnell dargestellt, zeigen jedoch sehr gut auf, dass die sozialpädagogische Unterstützung und die psychotherapeutische Versorgung sehr wahrscheinlich die beiden Facetten einer und der selben Sorge sind: wie kann ein leidendes Kind unterstützt werden, dessen im Jugendalter gezeigtes Verhalten die Zukunft stark gefährdet?

Das ist es, worüber eine Gruppe Experten (Jugendrichter, Psychiater, Experten aus dem Erziehungs- oder Strafbereich, Politiker, Vertreter von NGOs etc.) anlässlich des Forums 2013 der Association Fonds Veillard-Cybulski debattieren wird, mit speziellem Fokus auf Kinder, welche in geschlossenen Milieus oder unter Freiheitsentzug platziert wurden. Es wird insbesondere untersucht, wie die Welt der Medizin und des Gerichtes gemeinsam arbeiten können, indem herausgestrichen wird, dass diese Zusammenarbeit ein gemeinsames Interesse hat: nämlich kohärente Entscheide zum Wohle des Kindes zu fällen!

Dieser Artikel ist am 22.01.2013 in der Rubrik Edito-Actualité auf der Website Internationales Institut der Rechte des Kindes (IDE) erschienen.

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