Künstlerischer Ausdruck bei Kleinkindern

14 Mai 2013 par fso

Die Bedeutung dieses Rechtes im Leben eines Kindes, und vor allem in dem eines Kleinkindes, ist oftmals in einem proportionalen Verhältnis zu dem Mangel an Aufmerksamkeit, unter welchem das Kind leidet. Es wie ein Zeitvertreib zu nehmen, ein Luxus oder ein einfacher Moment des Vergnügens sind Zeugen der Missachtung und Ignoranz, als wäre dies nicht ebenso fundamental wie Essen und Schlafen. Dies liegt vielleicht darin begründet, dass wir Erwachsenen die Beziehung zwischen der Kunst und der Identität, der Kunst und des tiefen Ichs, der Kunst und der Transformation des Ichs und der Kunst und einer spielerischen und friedlichen Weltsicht noch nicht verstanden haben.

Von Andressa Curry Messer, Institut international des Droits de l’Enfant (IDE), 30.04.13

Nicht alle Kinder haben die gleichen körperlichen, emotionalen, sozialen und intellektuellen Fähigkeiten. Sie leben nicht nur in unterschiedlichen geographischen Zone sondern teilen auch nicht die gleichen sozialen, kulturellen, sprachlichen und wirtschaftlichen Kontexte. Nichts desto trotz haben sie alle das gleiche, tiefgründige Bedürfnis sich auszudrücken, sich von ihren Gefühlen zu befreien und sich verständlich zu machen.

Für die Kleinsten, welche ihre Bedürfnisse und Gefühle noch nicht über den Gebrauch von Wörtern ausdrücken können, ist die Kunst eine exzellente Art, diese Einschränkung zu überwinden, zu kommunizieren und sich mitzuteilen. Die Skulptur, die Malerei, Kollagen, Zeichnungen, Ausschneidearbeiten, Bastelarbeiten, Tanz und Gesang sind einige Mittel des Ausdrucks der freien Meinungsäußerung, der Kreativität und der Entspannung für Kinder. Über seine schöpferischen Ausdrücke erzählt das Kind seine Geschichte, drückt seine Freude oder seine Wut, seine Frustration, seine Traurigkeit oder sein Wohlbefinden aus. Mittels seiner kreativen Fähigkeit kann das Kind des Weiteren seiner Imaginationsfähigkeit und seinem Seelenzustand Ausdruck verleihen. Es entwickelt zudem seine Neugierde, seine Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeiten zu lernen und zu kommunizieren. Die emotionale und geistige Entwicklung steht also in einem engen Bezug zu seiner Fähigkeit, etwas zu erschaffen.

Nicht vergessen werden darf, dass Kinder an gemeinsamen Kunstkurse teilhaben sollen, da dieser einen Moment der Sozialisierung zwischen Kindern darstellt. Sie entdecken ihre Kreationen, teilen und tauschen Materialien und Ideen auf ihre Art und Weise aus, strukturieren ihre Gedanken und tauschen sich oftmals mittels erster verbaler Erzählungen aus. Und ohne dabei ausser Acht zu lassen, dass die Resultate ihrer Kunst manchmal sehr zu erstaunen vermögen – ja richtige Meisterwerke sind!

Der künstlerische Ausdruck von Kindern ist nicht nur eine “eine schöne und gute Sache” im Leben eines Kindes, er ist auch ein Recht. Der Artikel 31 der internationalen Konvention über die Rechte des Kindes aus dem Jahr 1989 sieht ausdrücklich das Recht des Kindes “auf Ruhe und Freizeit, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben ” vor. Ein Recht, welches auf dem gleichen Niveau respektiert werden muss, wie alle anderen Rechte des Kindes, ein Recht, welchem der Staat so viele Mittel und Gewichtung zuteilwerden lassen muss wie nur möglich um es umzusetzen, um es in den Krippen, in den Schulen, bei den Eltern und staatlichen Organen sowie zivilen Organisationen zu stärken.

Die Bedeutung dieses Rechtes im Leben eines Kindes, und vor allem in dem eines Kleinkindes, ist oftmals in einem proportionalen Verhältnis zu dem Mangel an Aufmerksamkeit, unter welchem das Kind leidet. Es wie ein Zeitvertreib zu nehmen, ein Luxus oder ein einfacher Moment des Vergnügens sind Zeugen der Missachtung und Ignoranz, als wäre dies nicht ebenso fundamental wie Essen und Schlafen. Dies liegt vielleicht darin begründet, dass wir Erwachsenen die Beziehung zwischen der Kunst und der Identität, der Kunst und des tiefen Ichs, der Kunst und der Transformation des Ichs und der Kunst und einer spielerischen und friedlichen Weltsicht noch nicht verstanden haben.

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