‘Für ein Verbot der Ohrfeige’: es braucht ein Gesetz!

18 April 2016 par fso

Auf internationalem Niveau, haben die verschiedenen Instanzen aus diesem Gesetz ein Aushängeschild gemacht, um wirksam gegen die Misshandlung und für die Menschenrechte einzutreten- Kinder sind die einzigen Bewohner in der Schweiz, die man auf den Po hauen oder ohrfeigen kann.

Nun müssen schweizerische Entscheidungsträger Position beziehen.

Die Gerichtskommission des Nationalrats hat am 08.04.16 beschlossen der Petition ‘Zum Verbot von Ohrfeigen’ durch die Schüler von Gäbelbach nicht stattzugeben. Die Gerichtskommission sieht die Erlassung einer solch expliziten Norm in diesem Bereich als nicht notwendig an…

Nach Ziegert ist die Ausübung von körperlichen Bestrafungen innerhalb von Familien insbesondere darauf zurückzuführen, dass dieses Phänomen in den sozialen Werten und somit auch von der Legislative akzeptiert wird. Durrant und Olsen sagen, wenn ein Gesetz die Werte und Ideologien einer Gesellschaft wiederspiegelt, so kann auch das Gegenteil der Fall sein. Die Erlassung eines Gesetzes, das jegliche Gewalt gegen Kinder verbietet, kann die Wahrnehmung des Kindes, der Familie und der Rolle des Staates bezügliches dieses Themas verändern und könnte somit ein Meilenstein hin zu einer reellen Einstellungsänderung sein.

Im traditionellen Bild, wenn wir davon ausgehen, dass das Kind den Eltern angehört, kann die Anwendung von Formen der Unterwerfung, darunter auch Gewalt, im Sinne des Kindeswohls gerechtfertigt werden. Ganz im Gegensatz, wenn wir das Kind als Rechtsträger betrachten, werden die Eltern zu Garanten dieser Rechte. Es ist somit nicht mehr möglich Gewalt in der Erziehung auszuüben. Die sozialen Veränderungen haben die traditionelle Bedeutung des Kindes durch ein „Kind Subjekt“ ersetzt. Anschauungsweisen verändern sich je nach sozialer Gruppe unterschiedlich schnell und in unterschiedlichen Stufen. Im derzeitigen politischen Bereich sind beide Visionen vereint, was eine Gesetzeinführung verhindert.

Damit dieses Gesetz eine Chance hat durchgesetzt zu werden, ist eine Änderung der Denkweise von Seiten des Staates in der Dichotomie öffentlich/privat notwendig. Die Missbrauchsfälle zeigen, dass die Familie nicht mehr als der sichere Hafen für Frieden, in dem sich das Kind geschützt entwickeln kann, gilt. Vor dieser Feststellung steht die Verantwortung des Staates jene Mitglieder der Gesellschaft zu schützen, die es besonders brauchen, in Konflikt mit seiner Aufgabe, die Privatsphäre zu respektieren. Diese Spannung konnte bereits in Debatten rund um die familiäre Gewalt gegen Frauen gelöst werden.

Das Kinderrechte-Komitee schneidet dieses Thema an, indem es seine Meinung dazu äußert. Eine Meinung, die rechtssprechend ist: „Die Konvention verpflichtet die Staaten dazu, die Familien zu respektieren und zu unterstützen. Es entsteht dabei kein Konflikt mit der Verpflichtung der Staaten dafür zu sorgen, dass die Menschenwürde und die physische Unversehrtheit der Kinder (…) innerhalb der Familie geschützt wird.“

Somit impliziert die politische Entscheidungsfindung in diesem Sinne eine Veränderung der Einstellungen von Seiten der Legislative bezüglich seiner Wahrnehmung vom Kind sowie zur Schutzrolle des Staates. Auf internationalem Niveau, haben die verschiedenen Instanzen aus diesem Gesetz ein Aushängeschild gemacht, um wirksam gegen die Misshandlung und für die Menschenrechte einzutreten- Kinder sind die einzigen Bewohner in der Schweiz, die man auf den Po hauen oder ohrfeigen kann.

Nun müssen schweizerische Entscheidungsträger Position beziehen.

Clara Balestra, Sarah Oberson Stiftung, 18.4.16

1 résponse pour “‘Für ein Verbot der Ohrfeige’: es braucht ein Gesetz!”

  1. fso dit:

    Les enfants ne se laissent pas faire !!!! Suite au refus de la a Commission des affaires juridiques du Conseil national de donner suite à la pétition «Pour l’interdiction de la gifle» des élèves de Gäbelbach, une action est organisée à Berne par la fondation Protection de l’enfance Suisse et les classes bernoises le 29 avril, journée internationale du No hitting day !!
    Voir le communique de presse suivant.

    Die Stiftung und die Berner Schulklasse, welche im letzten Jahr die Petition „Für ein Verbot von Ohrfeigen“ beim Bund eingereicht hat, rufen die Politik dazu auf, das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung im schweizerischen Zivilgesetzbuch zu verankern.
    Lancierung der Aktion „Schlag Rahm, nicht Kinder!“ anlässlich des No Hitting Day 2016, dem Tag der gewaltfreien Erziehung.
    Die Schulklasse wird im Anschluss an die Veranstaltung im Bahnhof Bern eine Verteilaktion für Passantinnen und Passanten durchführen, um auf das Anliegen aufmerksam zu machen.

    Die Schulklasse wird im Anschluss an die Veranstaltung im Bahnhof Bern eine Verteilaktion für Passantinnen und Passanten durchführen, um auf das Anliegen aufmerksam zu machen.
    Wir informieren Sie am Point de Presse mit Fototermin über die Ziele und die Hintergründe der Aktion.

    Freitag, 29. April 2016, ab 10.00 Uhr, Bahnhofplatz Bern, Westseite Heiliggeistkirche (vis-à-vis Baldachin) mailto:medien@kinderschutz.ch

    Bitte melden Sie sich per E-Mail (medien@kinderschutz.ch) bis am 27. April an

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