Frankreichs Plan im Kampf gegen die Gewalt an Kindern 2017-2019

20 März 2017 par fso

Gewalt an Kindern : Als Antwort auf die Empfehlungen des Kinderrechtekomitees an Frankreich im Januar 2016 und hinsichtlich der traurigen Feststellung der Zahlen[1] hat Frankreich beschlossen zu handeln.

Am 1. März 2017 hat die französische Ministerin für Familie, Kindheit und Frauenrechte den interministeriellen Plan „zur Mobilisierung und zum Kampf gegen die Gewalt an Kindern“ vorgestellt. Dieser ist auf drei Jahre (2017-2019) angesetzt und soll nach Auffassung der Ministerin „eine Erkenntnis zur Folge haben und Lösungen vorgeben, damit jegliche Form von Gewalt in der Familie (physisch, psychologisch, sexuell oder vernachlässigend) verhindert werden kann“.

Es handelt sich dabei um einen 4-Achsen-Plan, der folgendes betrifft:

-          Verbesserung der Kenntnis und des Verständnisses für die Mechanismen von Gewalt; die Optimierung der Statistiken bezüglich der kindlichen Misshandlung und eine nachhaltige Verankerung pro Jahr. Mehrere staatliche Organismen sind eingebunden. Die erhaltenen Daten werden für wissenschaftliche Forschungen genutzt, damit die Kenntnis des Problems verbessert wird und adaptierte Lösungen freigelegt werden können.

-          Sensibilisierung und Prävention; bereits seit 2016 wird eine Broschüre an werdende und neue Eltern herausgegeben, welche verschiedene Themen aufgreift. Insbesondere zur gewaltfreien Erziehung. Diese Broschüre wird durch eine weitere ergänzt für Eltern von Kindern zwischen 12 und 14 Jahren. Eine besondere Aufmerksamkeit wird dem Kampf gegen sexuelle Gewalt und dem Schütteltrauma Syndrom geschenkt.

-          Bildung um besser zu erkennen; Professionelle in Kontakt mit Kindern werden zu den Anzeichen von Misshandlungen und der Auswirkung häuslicher Gewalt auf das Kind geschult.

-          Begleitung von Kindern, die Opfer von Gewalt wurden; indem bestehende Mittel, wie etwa die grünen Nummern, stärker gefördert werden und indem die Entwicklung von Assistenzpersonen zur Anhörung von Kindern, die Opfer von Gewalt wurden, gefördert wird. Sowie durch die Weiterbildung von Fachkräften und der Erarbeitung eines nationalen Protokolls hinsichtlich der Äußerungen des Kindes.

Das Kinderrechtekomitee (CRC/C/CHE/CO/2-4) hat der Schweiz im Februar 2015 ähnliche Empfehlungen zukommen lassen: „die Einrichtung einer globalen Strategie zur Prävention dieser Form von Gewalt und zum Eingreifen in Fällen von Misshandlung“, durch eine wirkliche Kenntnisnahme der Problematik, welche auf nationalen und jährlichen Statistiken basiert und wissenschaftliche Forschungen unterstützt.

Clara Balestra, 14.03.17


[1] „Folglich einer Studie durch den Verein „La Voix De l´Enfant“ von Mars bis September 2016, wird angenommen, dass zwei bis drei Kinder wöchentlich an den Folgen von Misshandlungen sterben. Der Misshandlung von Kindern, welche in jedem sozialen Milieu vorhanden ist, fehlt es schlicht an offiziellen Statistiken.“ http://www.podcastjournal.net/Plan-de-lutte-contre-les-violences-faites-aux-enfants-en-France_a23717.html

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