Archive pour la catégorie ‘Entführungsalarm’

Rede von B. Comby, Präsident der Stiftung Sarah Oberson, am 09. November 2011

29 November 2011

Die Tragödie des Verschwindens der beiden Zwillinge Alessia und Livia zu Beginn dieses Jahres hat uns alle aufgeschreckt. Innerhalb der Stiftung Sarah Oberson haben wir uns gefragt, was notwendig wäre und was gemacht werden müsste, um zukünftig zu verhindern, dass die Trennung der Eltern für ihre Kinder in einem Drama endet?

Sarah Oberson Konferenz 2011, Begrüssung von Herr Bernard Comby, Präsident der Stiftung Sarah Oberson

Sehr geehrte Damen und Herren,
Herzlich Willkommen.

Die Tragödie des Verschwindens der beiden Zwillinge Alessia und Livia zu Beginn dieses Jahres hat uns alle aufgeschreckt. Innerhalb der Stiftung Sarah Oberson haben wir uns gefragt, was notwendig wäre und was gemacht werden müsste, um zukünftig zu verhindern, dass die Trennung der Eltern für ihre Kinder in einem Drama endet?
Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, diese Tagung der Sarah Oberson Stiftung 2011 zu organisieren und dieser aktuellen und wichtigen Problematik zu widmen, indem wir Ihre Aufmerksamkeit auf zu entwickelnde neue Lösungen lenken möchten.

Man muss wissen, dass in der Schweiz mehr als 50% der Heiraten in einer Scheidung enden, mit all ihren Problemen für die Eltern und vor allem für die betroffenen Kinder.
Sicherlich, die Scheidung ist Teil der Entwicklung unserer Gesellschaft und nicht notwendigerweise ein Unglück. Aber sie trägt in sich viel Leid für tausende von Kinder welche unfreiwillig von den Beziehungsbrüchen der Erwachsenen betroffen sind. Jedes Jahr sind ungefähr 15’000 Kinder ohne ihre Zustimmung und ohne ihr Zutun in dieses Abenteuer involviert. Sehr zum Glück, in der grossen Mehrheit dieser Fälle, finden sich für diese Situationen Lösungen auf gütlichem Wege, welche das Wohl der betroffenen Kinder respektieren.
Wir schätzen dass ca. 10% der Scheidungen Kampfscheidungen sind. Wovon einige gar zu extremen Situationen führen. So haben zum Beispiel in der Schweiz im vergangenen Jahr 102 Entführungen durch Eltern stattgefunden. Es handelt sich dabei um zerrissene Bi-nationale Paare, welche Situationen verursachen, wo Kinder durch einer der beiden Elternteile gar als Geisel genommen werden…

Welches sind die Lösungen, die es uns in der Zukunft erlauben, diese delikaten Fragen betreffend der Trennung oder Scheidung der Eltern besser zu regeln? Die Familienmediation, das gemeinsame Sorgerecht, der Vormund des Kindes; es handelt sich hier um Lösungen, welche umgesetzt werden müssen um angemessene Antworten auf die gestellten und schmerzhaften Probleme zu geben.

Ich meinerseits denke, dass wir die Familienmediation bezüglich aller Trennungen und Scheidungen generalisieren müssten, in welche Kinder involviert sind. Man müsste sie obligatorisch machen! Die Empirien, welche in Frankreich in diesem Bereich verwirklicht wurden, haben überzeugende Ergebnisse ergeben. In der Schweiz wurden diesbezüglich ebenfalls überzeugende Erfahrungen gemacht. In Falle von Entführungen auf nationalem Niveau, oder gar internationalem Niveau, scheint die Mediation ohne Zweifel die vielversprechendste Lösung anzubieten. Aber man darf auch nicht die Möglichkeit ausschließen, die Kriterien der Auslösung des Entführungsalarmes zu erweitern, wenn die Integrität des Kindes gefährdet ist…

Die Stiftung Sarah Oberson wünscht sich auch, dass die Schweiz sich schnell mit der europäischen Nummer 116000 ausstattet, um ein aufmerksames Abhören, nützliche Ratschläge und eine wohlwollende Unterstützung für die Familien zu gewähren, die mit einer Kindesentführung konfrontiert wurden. Es scheint, dass der Bund ernsthaft dieses Problem aufgreifen will, mit der Unterstützung der in diesem Bereich spezialisierten NGOs. Wir ermutigen sie diesbezüglich von ganzem Herzen. Es handelt sich unserer Meinung nach um eine für das Entführungsalarmsystem unentbehrliche Ergänzung, welches ja in der Schweiz am 1. Januar 2010 in Kraft getreten ist.
Was die Lösung des gemeinsamen Sorgerecht betrifft, welches Thema von aktuellen Debatten ist, so sollte es ohne Zweifel zur Regel in allen Fällen von Trennung und Scheidung werden.
Im Übrigen wurde am 30. September 2011 in diesem Sinne ein Antrag soeben stillschweigend durch den Nationalrat gebilligt, und eine Änderung des Zivilgesetzbuches müsste, gemäss der Bundesrätin Simonetta Sommaruga, schnell erfolgen.
Sicherlich, es handelt sich nicht um ein Allerheilmittel, denn mehrere implizierte Maßnahmen erweisen sich als unentbehrlich, um das Wohl und das Interesse des betroffenen Kindes zu respektieren, gemäß dem internationalen Übereinkommen der Rechte des Kindes, welches durch die Schweiz ratifiziert wurde. Aber es ist Zeit, dass unser Land aus dem gemeinsamen Sorgerecht eine in allen Fällen anzuwendende generelle Regel macht. Persönlich ergreife ich die Gelegenheit dieses Abends, um einen Aufruf zugunsten dieser Lösung zu machen.

Indem das Wohl des Kindes in das Zentrum dieses Gesellschaftsphänomens gelegt wird, will die Tagung Sarah Oberson 2011 einige Vorrichtungen, welche teilweise oder experimentell in diesem Land umgesetzt wurden, sei es unteranderem die Familienmediation, das gemeinsame Sorgerecht oder die Vormundschaft des Kindes, reflektieren.
Indem diese Praktiken mit der Realität des Alltages konfrontiert werden, werden uns die Vorträge wie auch der Runde Tisch zweifelslos die gewünschten Antworten liefern.
Bereits jetzt danke ich herzlich allen Rednern dieses Abends, die uns die Ehre ihrer Anwesenheit machen und so ihre Freundschaft ausdrücken und möchte Ihnen allen diesen Gedanken von Félon widmen :

“Das Kind ist wie eine angezündete Kerze, welche im Wind steht : sein Licht flackert ununterbrochen. »

(Français) Mobilisons-nous contre la disparition d’enfants

8 November 2011

Leider ist der Eintrag nur auf Français verfügbar.

Hotline 0848 116 000 für verschwundene Kinder: für eine baldige Einrichtung in der Schweiz

7 Oktober 2011

Die Stiftung Sarah Oberson und die Schweizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes setzen sich über “Missing Children Switzerland” mit grossem Engagement für die Einrichtung der 0848 116 000 in der Schweiz ein.

Die Stiftung Sarah Oberson, die Schweizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes und die Stiftung Missing Children Switzerland vereinen ihre Kräfte, damit die europäische Notruf-Hotline 116 000 für vermisste Kinder auch in der Schweiz eingerichtet wird. Unter dieser Nummer erhalten betroffene Familien Auskunft, hier finden sie rund um die Uhr ein offenes Ohr und fachliche Unterstützung. Die Hotline ist eine notwendige Ergänzung zum Entführungsalarmsystem, das 2010 in der Schweiz eingeführt wurde.

Die 116 000 ist eine kostenlose Notrufnummer und nimmt 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche Anrufe in allen Sprachen entgegen. Sie bietet Beratung durch Fachpersonen und soll den Behörden erlauben, die Suche nach vermissten Kindern auf nationaler und europäischer Ebene besser zu koordinieren. Die Nummer ist in 17 europäischen Ländern – u.a. Frankreich, Italien und Deutschland – bereits in Betrieb.

Zudem werden in allen Kantonen Korrespondenten im Einsatz sein, die mit den Behörden – und insbesondere der Kantonspolizei – zusammenarbeiten werden. Und schliesslich soll ein Begleitausschuss eingerichtet werden, der sich aus Vertretern der diversen Partnerorganisationen zusammensetzen wird.

Medienmitteilung

Fondation Sarah Oberson
www.sarahoberson.org
Bernard COMBY
Président

Fondation Missing Children Switzerland International
www.missingchildren.ch
Irina LUCIDI
Présidente

Fondation suisse du Service Social
www.ssiss.ch
Rolf WIDMER
Directeur

Also :

Nach dem Entführungsalarmsystem – kann man noch etwas Besseres anbieten?

Letzte Aufforderung für die Umsetzung der 116 000

(Français) 116 000, un complément au dispositif d’Alerte enlèvement ?

 

Nach dem Entführungsalarmsystem – kann man noch etwas Besseres anbieten?

24 Mai 2011

25. Mai 2010, dem Internationalen Tag der vermissten Kinder : Dieser Tag will die Erinnerung an diese Kinder wachhalten und den Eltern ohne Nachricht eine Botschaft der Hoffnung und Solidarität überbringen.

Seit drei Jahren weist die Sarah Oberson Stiftung mittels eines Artikels auf ihrem Blog auf den internationalen Tag vermisster Kinder, den 25. Mai, hin. Dieser Tag will die Erinnerung an diese Kinder wachhalten und den Eltern ohne Nachricht eine Botschaft der Hoffnung und Solidarität überbringen.

Myosotis.scorpioides

Während den vergangenen drei Jahren wurde das Reaktionsangebot bei einer Vermisstmeldung eines Kindes in der Schweiz mit dem Entführungsalarmsystem versehen, ein System welches sich ohne Unterlass immer weiter perfektioniert. Seit dem 1. Februar dieses Jahres erstreckt sich die Ausdehnung des Verteilungsnetzes der Vermisstmeldungsnachrichten auf die Handys der auf der Verteilerliste eingeschriebenen Personen. (Tragen Sie sich ein!)

Die Europäische Union (EU) bemüht sich ebenfalls um die Operationalisierung eines immer leistungsfähigeren Reaktionssystems.
Dies bedeutet, dass unter anderem die Idee eines Entführungsalarmsystems auf europäischem Niveau, für welches die Familie McCann viel Mühe aufgewendet hat, sich auf dem Weg der Realisation befindet.
In Zukunft werden 6 europäische Länder über ein Entführungsalarmsystem verfügen. Des Weiteren hat sich Frankreich im Rahmen des europäischen LADS.eu-Projekts (Lutte Anti-Disparitions dans l’Union européenne) mit Großbritannien, Belgien und den Niederlanden zusammengeschlossen.
Dieses Programm, welches durch die Europäische Kommission mitfinanziert wird, hat die Verstärkung der Kompatibilität und der Koordination des Entführungsalarmsystems zwischen Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien zum Ziel.

Andererseits, dank verfügten Normen und der Unterstützung der EU, verfügen fünfzehn europäische Länder, darunter Frankreich und Italien (in Großbritannien ist dieses Angebot nur teilweise verfügbar), über die einzigartige Rufnummer 116 000. Es handelt sich um eine Nummer, welche dazu dient, die Familien verschwundener, entlaufener oder weggenommener Kinder anzuhören und zu begleiten. Diese gemeinsame und kostenlose Nummer, während 7 Tagen und 24 Stunden zugänglich, will eine besser Koordination der Forschung seitens der zuständigen Behörden und Experten auf europäischem Niveau gewährleisten.
Die Nummer 116 000 erlaubt aber auch den Familien von vermissten Kindern Zugang zu Informationen, angehört zu werden und eine professionelle, zugängliche und verfügbare Unterstützung zu erhalten. Diese gemeinsame Nummer wird von Experten mehrsprachig geführt.

In Anbetracht der großen Mobilität seitens der Schweizer- und Europabürger könnte die Schweiz ihres System optimieren und sich in das europäische Netzwerk einschreiben, um damit das Entführungsalarmsystem zu ergänzen und die notwendigen Schritte der Familien und der zuständigen Behörden zu erleichtern.

Sarah Oberson Stiftung, 24.05.2011

- Entführungsalarm-System Internationale Situation, Sarah Oberson Stiftung
- Europa : Missing Children Europe calls for Enhancement of the Professional Standard of 116 000 Hotlines for Missing Children, 20.05.11
A practical guide for 116 000 hotlines, 05.2011
- Frankreich : 9ème Journée internationale des enfants disparus, 19.05.2011
- ‘Als ob der Weggang von Lucie nicht vergebens war‘, Fondation Sarah Oberson, 25.05.2010
- ‘Une fleur, message d’espoir et de solidarité‘, Fondation Sarah Oberson, 25.05.2009

Willkommen beim SMS-Entführungsalarm

7 Februar 2011

Zusätzlich werden die Alarmmeldungen durch die Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Orange per SMS auf die Handys der dafür freiwillig registrierten Benutzer übermittelt.

Dieser Artikel ist am 01.02.2011 in der www.alerteenlevement.ch erschienen.

Seit dem 1. Januar 2010 verfügt die Schweizer Polizei über ein rasches und umfassendes Alarmsystem, das zum Einsatz gelangt, wenn der konkrete Verdacht oder die Gewissheit besteht, das eine minderjährige Person entführt wurde und an Leib und Leben gefährdet ist. Die Alarmmeldungen erfolgen mit dem Signet

Sie werden über Radio und Fernsehen, SMS-Alarm, Autobahn-Anzeigetafeln, Durchsagen in Bahnhöfen, Flughäfen und Einkaufszentren sowie über Presseagenturen und Online-Medien verbreitet.

Das Alarmsystem wurde von der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) realisiert. Es orientiert sich am französischen „Alerte Enlèvement“ und erlaubt eine sofortige flächendeckende und systematische Verbreitung von Informationen über eine Kindsentführung. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass bei einer Entführung die ersten Stunden nach der Tat für den Fahndungserfolg und die Rettung des Opfers entscheidend sind. Der Alarm wird ausgelöst, sobald genügend Informationen vorliegen und befürchtet werden muss, dass die entführte minderjährige Person gefährdet ist.

Die Alarmmeldungen werden gestützt auf entsprechende Vereinbarungen durch die SRG, das Bundesamt für Strassen (ASTRA), die SBB, die Betreibergesellschaften der Flughäfen Zürich, Genf, Basel-Mulhouse, Lugano und Bern sowie die Presseagentur sda verbreitet. Zusätzlich werden die Alarmmeldungen durch die Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Orange per SMS auf die Handys der dafür freiwillig registrierten Benutzer übermittelt. Ab Frühjahr 2011 werden mit der Firma Neo-Advertising, welche Werbebildschirme in Einkaufszentren betreibt, und zehn Online-Medien (Newsnetz, NZZ, 20 Minuten, Neue Luzerner Zeitung, Blick, St. Galler Tagblatt, Südostschweiz Newsmedia AG, Corriere del Ticino, Le Nouvelliste, Le Temps) weitere Partner ins Alarmsystem eingebunden, um eine möglichst gute und rasche Verbreitung von Alarmmeldungen zu gewährleisten.

Für den Inhalt der Alarmmeldungen und das Auslösen des Alarms sind die kantonalen Strafverfolgungsbehörden zuständig. Die Meldungen aus der Bevölkerung werden von einem Call-Center entgegengenommen, das im Bundesamt für Polizei innert 30 Minuten aufgebaut werden kann.

Letzte Aufforderung für die Umsetzung der 116 000

30 November 2010

…14 Mitgliedstaaten der EU wurden dazu aufgerufen, durch die Europäische Kommission zu handeln, “damit sie die europäische Rufnummer 116 000 sobald wie möglich in Betrieb nehmen…”

In einer Mitteilung vom 17. November 2010 sind vierzehn Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) dazu aufgerufen worden, durch die Europäische Kommission zu handeln, „damit sie sobald wie möglich die europäische Rufnummer 116 000 – die Hotlinenummer, welche der Meldung vermisster Kinder dient – in Betrieb nehmen. Es handelt sich um eine einheitliche Rufnummer, welche es den vermissten Kindern und ihren Eltern erlaubt, im gesamten EU-Raum Hilfe zu erhalten“. Falls diese letzte Mahnung zwecklos bleibt, zieht die Kommission in Betracht, gesetzliche Massnahmen zu ergreifen.

2007 hat die EU dafür gesorgt (Entscheidung 2007/116/EG), dass die Nummer 116 000 von allen EU-Mitgliedstaaten als Hotline reserviert wird. 2009 (Richtlinie 2009/136/EG) verlangt sie, dass alles daran gesetzt wird, die Inbetriebnahme der Hotline 116 000 bis 25. Mai 2011 zu gewährleisten. Sie verlangt ebenfalls von ihren Mitgliedern, dass sie dazu wirkungsvolle Informationen zur Verfügung stellen. Mehrere europäische Staaten verfügen bereits über eine Rufnummer für vermisste Kinder. Da die ersten Stunden nach einem Verschwinden besonders wichtig sind, versucht die EU durch diese Richtlinie, die Hilfsdienstleistungen unter einer einzigen Nummer zusammenzuführen, damit den Eltern und Kindern, die ausserhalb ihres Heimatstaates reisen, die Behördengänge erleichtern werden.

Trotz der Bemühungen der Kommission, verfügen im November 2010 nur 12 Staaten über einen solchen Dienst (im Vereinigten Königreich ist dieser Dienst nur teilweise in Betrieb).

Nach Ansicht der Europäischen Kommission verzögern zwei Hindernisse die Inbetriebnahme der einheitlichen Rufnummer für vermisste Kinder auf dem ganzen Kontinent:

- Die unzureichende Information der Öffentlichkeit und der Betreiber bei der Inbetriebnahme des Systems, sobald die Nummer freigeschaltet ist;

- Die fälligen Kosten: bei einer Freischaltung von 24 Stunden am Tag und 7 Tagen die Woche, der Notwendigkeit von qualifizierten Mitarbeitern und der Notwendigkeit eines mehrsprachigen Dienstes.

In ihrer Mitteilung vom 17.November 2010 drängt die Kommission alle ihre Mitglieder dazu, ihre Richtlinie umzusetzen, indem sie dafür sorgt, dass „alle Mitgliedstaaten die gleiche Qualitätsdienstleistung erbringen“. Zu diesem Zweck schlägt sie minimale gemeinsame Normen vor:

- Der Dienst muss in der(n) Sprache(n) des Mitgliedstaats und zumindest in Englisch zur Verfügung stehen.

- Entsprechend geschulte Mitarbeiter.

- Grenzübergreifende Fälle müssen an die zuständigen Behörden weiterverwiesen werden.

- Gegebenenfalls müssen nach Erledigung des Falls weitere Leistungen angeboten werden.

- Der Diensteanbieter muss mit den nationalen Strafverfolgungsbehörden und/oder Justizbehörden eine Kooperationsvereinbarung schliessen.

Die Kommission unterstützt ihr Vorgehen, indem sie den Austausch bewährter Verfahren durch periodische Beurteilungen und die Organisation jährlicher Zusammenkünfte auf hohem Niveau erleichtert.

Angesichts ihrer von EU-Staaten umgebenen geographischen Lage, muss die Schweiz in Betracht ziehen, in dieser Richtung zu handeln. Nach der Einführung des Entführungsalarmsystems am 01.01.2010, scheint der nächste logischste Schritt die Inbetriebnahme einer einheitlichen Rufnummer 116 000, zur Hilfe und Unterstützung der Kinder und Eltern im Falle eines Verschwindens des Kindes zu sein. Wird man eine weitere Tragödie in der Art derjenigen, welche der Einführung des Entführungsalarmsystems vorausgegangen ist (siehe Ein Drama um die Dinge voranzutreiben) abwarten müssen?

Wichtige Links:

- Missing Child Europe

- 116’000 hotline

- «The European Telephone Number for Missing Children : Best Practices and Recommendations »

DIE SCHWEIZ WIRD ENDLICH IHR ENTFÜHRUNGSALARM-SYSTEM HABEN!..

23 Oktober 2009

Es bedurfte vieler Dramen, Parlamentsinterventionen und stechender Bitten seitens aller betroffenen Milieus, davon die Stiftung Sarah Oberson, um endlich an den Beschluss zu gelangen, in dieser für die Kinder in Not so wichtigen Domäne vom Wort zur Tat zu schreiten. Aber besser spät als nie!..
Tatsächlich, hat die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und –direktoren kürzlich angekündigt, dass die Schweiz mit einem auf das französische Modell angelehnte Entführungsalarmsystem ausgestattet werden wird, welches an vielen Anlässen seine Effizienz bewiesen hat. Es wird die schnelle Übertragung einer Nachricht über die nationalen Medien, die SBB, die Strassendienste und grossen Landesflughäfen als Vermittlungsstellen ermöglichen. Das Dispositiv wird ab Erhalt eines Kindesentführungsavis von der Polizei in Zusammenarbeit mit der Justiz ausgelöst werden.
Ab Alarmauslösung und während 3 Stunden (mit einer möglichen Verlängerung von 2 Stunden) werden Informationsdurchsagen über das Radio, das Fernsehen und über Autobahnschilder als Vermittler ausgestrahlt. Diese Mitteilungen werden ebenfalls in Bahnhöfen, Flughäfen und Presseagenturen übertragen. Eine Anrufzentrale wird ebenfalls von der Bundespolizei (FedPol) eingerichtet werden, damit die Bevölkerung in der Lage ist, wichtige Hinweise an die Polizei mitteilen zu können.

Die Untersuchung des schweizerischen Entführungsalarmsystems, welches soeben beschlossen wurde und dessen Inkrafttreten Anfang 2010 vorgesehen ist, verlangt unsererseits die folgenden Anmerkungen:

1. Anmerkung: Das französische Beispiel
Die Schweiz hat sich weitgehend vom französischen System inspirieren lassen. Das Dispositiv, welches eingerichtet werden wird, wird nur vermisste Kinder betreffen.
Wir begrüssen diesen Entscheid, da sich die Problematik junger Erwachsener stark davon unterscheidet. In solchen Situationen, insbesondere beim Weglaufen junger Erwachsener, ist das Entführungsalarmsystem nicht angebracht. Dagegen fordert das Verschwinden von Kindern – Opfer tatsächlicher Entführungen – aussergewöhnliche Massnahmen, wie die Auslösung des Entführungsalarmdispositivs. In aussergewöhnlichen Situationen muss man auf aussergewöhnliche Mittel zurückgreifen! Ebendies hat die Schweizerische Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und –direktoren in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement sehr gut verstanden.

2. Anmerkung: Besser die Mediation als der Entführungsalarm in gewissen Situationen
Das Entführungsalarmsystem wird nicht zur Lösung von Kindesentführungsproblemen im Rahmen von Scheidungen oder Trennungen von Doppelbürgerehepaaren ausgelöst werden. Diese Einschränkung erweist sich als notwendig, da in solchen Situationen nur eine Mediation, deren Ziel die Suche nach dem höheren Interesse des betroffenen Kindes ist, wirklich positive Resultate bringen kann.

3. Anmerkung: Informations- und Kommunikationstechnologien im Dienste des Entführungsalarms
Bei Auslösung des Entführungsalarmsystems müssen alle von den Informations- und Kommunikationstechnologien zur Verfügung stehenden wirksamen Instrumente eingesetzt werden. Beispielsweise die Nutzung von SMS, ja sogar MMS, passt sich in diese Optik ein. Infolgedessen ist es wichtig, dass man sobald wie möglich auch auf das Versenden von SMS zur Erleichterung der Suche vermisster Kinder zurückgreift!

4. Anmerkung: Eine internationale Zusammenarbeit erweist sich in dieser Domäne als unverzichtbar
Kriminelle kennen keinerlei Grenzen! Warum also nicht sofort eine effiziente Zusammenarbeit – insbesondere mit dem benachbarten Frankreich, welches schon seit mehreren Jahren mit dem Entführungsalarmsystem ausgestattet ist – vorsehen? Eine Zusammenarbeit mit Deutschland und Italien in dieser Hinsicht wäre ebenfalls sehr einträglich. Meines Erachtens ist es zwingend, sofort mit den Nachbarländern zusammenzuarbeiten; insbesondere mit den Grenzgebieten, damit man sich die grösstmöglichen Chancen sichert, vermisste Kinder wiederzufinden, indem man natürlich die Gegenseitigkeit nutzt.

5. Anmerkung: Das Entführungsalarmsystem muss einer globalen, kohärenten Bekämpfungsstrategie zum besseren Schutz der bedrohten Kinder gehorchen
Es ist nicht zu leugnen, dass dieses System die vorhandenen Instrumente sowie die bereits in dieser Domäne ergriffenen Massnahmen sinnvoll ergänzt. Ausserdem trägt es zu einer effizienteren Prävention in dieser Materie bei.

Mit Befriedigung möchte ich an dieser Stelle das baldige Einsetzen eines solchen Entführungsalarmsystems in unserem Land begrüssen; mit der Hoffnung, dass wir rasch die nötigen Verbesserungen zum vorgesehenen Dispositiv beitragen können.
Auf jeden Fall wird man die erzielten Erfahrungen in der Schweiz und anderswo in Betracht ziehen müssen, in dem man ständig nötige Korrekturen einbringt, um dem schweizerischen Entführungsalarmsystem im Interesse der vermissten Kinder seine volle Effizienz geben zu können.

Als Abschluss liegt mir daran, dem schweizerischen Parlament, alle Parteien miteingerechnet, welches der Einsetzung des Entführungsalarmsystems in unserem Land seine einstimmige Unterstützung angeboten hat, meinen Dank auszusprechen. Insbesondere danke ich Herrn Bundesrat Didier Burkhalter für seine aktive Rolle, welche er in diesem Kampf, in seiner Funktion als eidgenössischer Parlamentarier eingenommen hat.

Ich begrüsse alle gewährten Bemühungen seitens aller öffentlichen und privaten Partner zugunsten dieses schweizerischen Entführungsalarmsystems.
Schliesslich richte ich meinen wärmsten Dank der Schweizerischen Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und –direktoren, für ihre in Zustimmung mit dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement gefällte, für die Zukunft hoffnungstragende Entscheidung. Sicher, das Entführungsalarmsystem ist kein Allerheilmittel. Aber in gewissen dramatischen, aussergewöhnlichen Situationen, kann es effizient zur Lebensrettung eines oder mehrerer Kinder beitragen.
Alle Familien unseres Landes, insbesondere jene, welche mit der schrecklichen Tragödie des Verschwindens eines Kindes konfrontiert waren oder sein werden, werden ihnen für diesen  die menschlichen Lebensbedingungen ehrenden Fortschritt dankbar sein!

Dr. Bernard Comby
Präsident der Stiftung Sarah Oberson
alt Staatsrat und alt Nationalrat

(Français) 116 000, un complément au dispositif d’Alerte enlèvement ?

17 Juni 2009

Leider ist der Eintrag nur auf Français verfügbar.

ENTFÜHRUNGSALARM: ein Ja von Herzen und mit ganzem Willen…

4 Mai 2009

Ein entscheidender Schritt des Staatsrates hin zum Entführungsalarm

Am Montag, den 27. April 2009, hat der Nationalrat sich erneut für den Entführungsalarm ausgesprochen. Bereits vor zwei Jahren hatte er ebenso bereits zwei eingereichte Anträge in der gleichen Angelegenheit positiv beschieden.

Ein pragmatisches Herangehen für den Antrag des Staatsrates Didier Burkhalter

Bei seiner Sitzung im Frühjahr 2009 hat der Nationalrat den Antrag der Staatsrates Didier Burkhalter angenommen, der so intelligent war, an diese wichtige Frage pragmatisch heranzugehen.

Kurz gefasst fordert dieser Antrag die Eidgenossenschaft auf, in dieser Angelegenheit ihren Führungsanspruch zu behaupten und mit den Kantonen und den anderen betroffenen Bereichen ein Partnerschaftsabkommen zu schließen.

Der Antrag betont die nationale und sogar internationale Dimension dieser Problematik. Er macht dies aus einem beengten Föderalismus heraus, der bislang eine Umsetzung des Entführungsalarms in der Schweiz verhinderte.

Diese einhellige Unterstützung des Parlaments deutlich den Willen der Bundesparlamentarier, unser Land endlich mit einem Entführungsalarm zu versehen, der sich bereits in mehreren anderen Ländern bewährt hat, das heißt in den USA, in Kanada und in Frankreich. In den letzten Jahren konnte das Leben Hunderter Kinder durch das in diesen Ländern umgesetzte System gerettet werden.

Diese Entscheidung bildet den glücklichen Abschluss mehrerer Initiativen, mit denen die Einsetzung eines solchen Systems in der Schweiz gefordert worden war.

Man muss unter anderem sowohl den dringlichen Appell, der im Jahre 2007 von den Zeitungen Le Nouvelliste und Feuille d’Avis du Valais veröffentlicht wurde, als auch die Petition der FREDI-Stiftung nennen. Letzter Höhepunkt war der weiße Marsch, der im März 2009 in Fribourg von den Eltern der kleinen Lucie Trezzini organisiert wurde, die von einem Sexualstraftäter ermordet worden war.

Eindringlicher Aufruf der Sarah-Oberson-Stiftung aus Anlass ihres 10. Jahrestages im November 2008

Die Sarah-Oberson-Stiftung hat ihrerseits ihren Beitrag zu diesem Mosaik geleistet, als es aus Anlass ihres 10. Jahrestages, der am 7. November 2008 in enger Zusammenarbeit mit der Walliser Kantonspolizei und dem Internationalen Institut der Rechte des Kindes (IDE) in Saxon abgehalten wurde, einen dringlichen Aufruf zugunsten des Entführungsalarms veröffentlichte.

Unmittelbar nach dem Staatsrat und der sehr ermutigenden Entscheidung der nationalen Sitzung der Leiterinnen und Leiter der kantonalen Justiz- und Polizeidepartemente vom 2. April 2009 hat der Nationalrat erneut seinen Willen bekräftigt, ein solches System in der Schweiz einzurichten.

Der Nationalrat Christian Luscher, französischsprachiger Berichterstatter der Kommission, bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, dass „bei einer Entführung die Schnelligkeit und Reaktionsgeschwindigkeit absolut grundlegend sind, weil wir wissen, dass 90 % der Opfer in den ersten 24 Stunden verschwinden“…

Die Kriterien für die Auslösung des Entführungsalarms

Es wurde ebenfalls darauf hingewiesen, dass wir uns – einschließlich der zwingend notwendigen Anpassungen an das schweizerische Recht – in weiten Teilen auf französische System orientieren können. Wer löst den Alarm aus? Unter Berücksichtigung des eidgenössischen Föderalismus wird sehr wahrscheinlich die juristische Behörde desjenigen Kantons, in dem es zu der Entführung kommt, den Alarm auslösen.

In Frankreich gibt es vier Kriterien, die für das Auslösen des Alarms gelten:

1.    Die Entführung muss erwiesen sein. Es handelt sich nicht um ein einfaches Verschwinden.
2.    Das Leben oder die physische Integrität des Opfers müssen konkret in Gefahr sein.
3.    Es gibt bestimmte Informationen, deren Verbreitung die Lokalisierung des Opfers ermöglichen müsste.
4.    Das Opfer ist minderjährig.

Man braucht das Rad nicht neu zu erfinden!

Es ist nicht jedes Mal notwendig, das Rad neu zu erfinden! Meiner Meinung nach sollten wir diese Kriterien übernehmen, auch weil die Kinder im Vordergrund stehen sollten. Infolgedessen müsste man den Entführungsalarm vor allem auslösen, um das Leben verschwundener junger Kinder zu retten. Müssen wir an die Tragödien erinnern, welche die Familien von Sarah, Ylenia und Lucie durchlebt haben? Im Falle von Sarah hat ihre Familie selbst 24 Jahre nach der Tragödie immer noch nicht trauen kann, weil ihr Verschwinden immer noch vollkommen im Dunkeln bleibt! …

Meiner Meinung nach sollte der Entführungsalarm nur in Extremsituationen ausgelöst werden. So sollte man zum Beispiel das Ausreißen eines Jugendlichen davon ausschließen. Ebenso wenig sollte man dieses System für Fälle verschwundener Kinder nutzen, wenn binationale Paare in Konflikt geraten sind. In diesen Fällen wäre es besser, den Weg der Mediation durch einen Dritten zu gehen, um das wichtigere Wohl des Kindes entsprechend der internationalen Konvention der Kinderrechte von 1989 zu respektieren.

Aber auf welchen Wegen sollte man den Alarm übermitteln? Wie in Frankreich muss man schnell und massiv handeln, ausgehend von der Vorstellung, dass man auf diesem Gebiet besser ein wenig mehr als nicht genug macht. Wir dürfen niemals vergessen, dass das Leben der Kinder auf dem Spiel steht. Da kann man nicht an den einzusetzenden Mitteln sparen.

Die Alarmmeldung muss über mehrere Stunden über die Fernsehkanäle, Radiostationen sowie über die Presseagenturen und Zeitungen verbreitet werden.

Ebenso muss man die Alarmmeldungen in Bahnhöfen, an Flughäfen und Autobahnen verbreiten.
Außerdem bieten die heutigen Informations- und Kommunikationstechnologien neue, sehr effiziente Instrumente, wie zum Beispiel MMS und Microblogging (Verbreitung an alle Personen, die im Internet surfen).

Der Entführungsalarm: ein präventiver Faktor

Schließlich kann der Entführungsalarm auch eine nicht zu vernachlässigende präventive Rolle gegen Sexualverbrechen an Kindern spielen.

Zwar ist der Entführungsalarm kein Allheilmittel. Aber es wird in außergewöhnlichen Situationen dazu beitragen, diese „kleinen Menschen“ zu retten und gefährdete Kinder besser zu schützen. Es handelt sich um ein effizientes zusätzliches Instrument, das eine ganze Reihe von bereits umgesetzten Maßnahmen ergänzt.

Der Nationalrat hat übrigens nach dem Staatsrat eine hoffnungsvolle Nachricht verlauten lassen, als er sich deutlich dafür aussprach, unser Land mit diesem zwingend notwendigen Instrument ausstatten zu wollen, um unsere Kinder in Zukunft besser zu schützen! Diese Entscheidung ehrt das Schweizerische Parlement. Dieser erbitterte Appell, der ebenso dem Herzen wie dem Verstand entspringt, wurde enflich vom Bundesrat erhört!

Jetzt erwarten wir konkrete Maßnahmen bis zum Ende des Jahres 2009!

Dr. Bernard Comby
Geschäftsführer der Sarah-Oberson-Stiftung

Sion, den 1. Mai 2009.

Ein Drama um die Dinge voranzutreiben

29 April 2009

Kein Unglück so gross, es hat ein Glück im Schoss! Infolge des Mordes der jungen Lucie durch einen jungen Aargauer, muss uns diese alte Volksweisheit leider als Trost in einem bestimmten Mediationskontext dienen. Sie dient uns al Trost, aber darf uns keinesfalls das von Lucie erlebte Drama vergessen lassen, sowie die Tragödie, die ihr Verschwinden für ihre Eltern, ihre Angehörigen und die Gesamtheit der Familie ihrer Freunde bedeutet.

Der Trost ist allerdings etwas bitter: ich spreche hier von der Tatsache, dass sie es ermöglicht hat, die Akte des Entführungsalarms, die sich auf dem Tisch (wenn möglich nicht in den Schubladen) von Frau Bundesrätin, verantwortlich für Justiz und Polizei, voranzutreiben. Wir verweisen auf einige Tatsachen:

Bereits 2007 von etwa hundert Schweizer Persönlichkeiten, wurde eine Erklärung unterzeichnet, welche um Einführung des Systems des Entführungsalarms bittet und bei unserem grossen französischen Nachbarn bereits gültig ist, jedoch von einer beispielhaften von den USA und Kanada geführten Aktion herrührt. Seit fast 10 Jahren, mit einem unwiderrufenen Erfolg. Wiederholen wir, dass dieser Aufruf schon auf ein Drama folgte, das im Sommer 2007 geschah: das der kleinen Ylenia, einem kleinen Mädchen, welches man 47 Tage nach seinem Verschwinden tot auffand.

2008 im Oktober und November, hat sich die Fondation Sarah Oberson für diese Idee eingesetzt und hat erneut auf die Bundesbehörden Druck gemacht. Man hat uns dann erklärt, dass die kantonalen Kompetenzen (Polizeiangelegenheiten in kantonaler Hand) juristische, praktische und finanzielle Probleme darstellen würden und dass man warten müsse…

Am 18. Dezember 2008, hat Ständerat Didier Burkhalter eine neue Motion für die Einführung des Systems des Entführungsalarms in der Schweiz eingereicht. Diese Motion wurde mit 24 Unterschriften versehen. Sie bittet den Bundesrat, so bald wie möglich eine Partnerbestimmung zwischen allen vom System des Entführungsalarms betroffenen Partnern und insbesondere den Kantonen einzuführen.

Die offizielle Antwort darauf war, dass die Konferenz der Departementchefs und der kantonalen Polizeichefs diese Angelegenheit untersuchen würden und dass in Anbetracht der juristischen, praktischen und finanziellen Probleme frühestens ab 2010 mit einer Antwort zu rechnen sei. Ganz klar eine grosse Enttäuschung in den Reihen der Betroffenen.

Es bedurfte eines neuen Dramas, das von Lucie, um festzustellen, dass diese Probleme im Grunde nicht so unüberwindbar waren und dass der Föderalismus einige sofortige Anpassungen hätte aushalten können… Erstaunlich, wie doch der Mediationseffekt die Politiker beeinflussen kann!

Schliesslich begrüsse ich also die verschiedenen von der lateinischen Konferenz der Justiz- und Polizeidepartementchefs vertretenen Standpunkte zugunsten der Einführung eines solchen Systems in der Schweiz. Um ganz einleuchtend zu sein: die Walliser Behörden haben diese Initiative von Anfang an unterstützt.

Die ermutigenden Aussagen von Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf fallen unter denselben Gesichtspunkt. Sie lassen auf eine positive Entwicklung dieser Akte noch im 2009 hoffen.

Hoffen wir, dass es nicht nur Worte sind! Sarah, Ylenia, Lucie: drei symbolträchtige Namen; aber wie viele noch, neben ihnen? Man kann nicht mehr warten. Danke an unsere Behörden, dass sie es nicht zulassen, dass andere Vornamen sich dieser makabren Liste anschliessen!

Jean Zermatten, Vizepräsident, Leiter des Internationalen Instituts der Rechte des Kindes (IDE)