Fondation Sarah Oberson
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Rede von B. Comby, Präsident der Stiftung Sarah Oberson, am 09. November 2011
29 November 2011Die Tragödie des Verschwindens der beiden Zwillinge Alessia und Livia zu Beginn dieses Jahres hat uns alle aufgeschreckt. Innerhalb der Stiftung Sarah Oberson haben wir uns gefragt, was notwendig wäre und was gemacht werden müsste, um zukünftig zu verhindern, dass die Trennung der Eltern für ihre Kinder in einem Drama endet?
Sarah Oberson Konferenz 2011, Begrüssung von Herr Bernard Comby, Präsident der Stiftung Sarah Oberson
Sehr geehrte Damen und Herren,
Herzlich Willkommen.
Die Tragödie des Verschwindens der beiden Zwillinge Alessia und Livia zu Beginn dieses Jahres hat uns alle aufgeschreckt. Innerhalb der Stiftung Sarah Oberson haben wir uns gefragt, was notwendig wäre und was gemacht werden müsste, um zukünftig zu verhindern, dass die Trennung der Eltern für ihre Kinder in einem Drama endet?
Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, diese Tagung der Sarah Oberson Stiftung 2011 zu organisieren und dieser aktuellen und wichtigen Problematik zu widmen, indem wir Ihre Aufmerksamkeit auf zu entwickelnde neue Lösungen lenken möchten.
Man muss wissen, dass in der Schweiz mehr als 50% der Heiraten in einer Scheidung enden, mit all ihren Problemen für die Eltern und vor allem für die betroffenen Kinder.
Sicherlich, die Scheidung ist Teil der Entwicklung unserer Gesellschaft und nicht notwendigerweise ein Unglück. Aber sie trägt in sich viel Leid für tausende von Kinder welche unfreiwillig von den Beziehungsbrüchen der Erwachsenen betroffen sind. Jedes Jahr sind ungefähr 15’000 Kinder ohne ihre Zustimmung und ohne ihr Zutun in dieses Abenteuer involviert. Sehr zum Glück, in der grossen Mehrheit dieser Fälle, finden sich für diese Situationen Lösungen auf gütlichem Wege, welche das Wohl der betroffenen Kinder respektieren.
Wir schätzen dass ca. 10% der Scheidungen Kampfscheidungen sind. Wovon einige gar zu extremen Situationen führen. So haben zum Beispiel in der Schweiz im vergangenen Jahr 102 Entführungen durch Eltern stattgefunden. Es handelt sich dabei um zerrissene Bi-nationale Paare, welche Situationen verursachen, wo Kinder durch einer der beiden Elternteile gar als Geisel genommen werden…
Welches sind die Lösungen, die es uns in der Zukunft erlauben, diese delikaten Fragen betreffend der Trennung oder Scheidung der Eltern besser zu regeln? Die Familienmediation, das gemeinsame Sorgerecht, der Vormund des Kindes; es handelt sich hier um Lösungen, welche umgesetzt werden müssen um angemessene Antworten auf die gestellten und schmerzhaften Probleme zu geben.
Ich meinerseits denke, dass wir die Familienmediation bezüglich aller Trennungen und Scheidungen generalisieren müssten, in welche Kinder involviert sind. Man müsste sie obligatorisch machen! Die Empirien, welche in Frankreich in diesem Bereich verwirklicht wurden, haben überzeugende Ergebnisse ergeben. In der Schweiz wurden diesbezüglich ebenfalls überzeugende Erfahrungen gemacht. In Falle von Entführungen auf nationalem Niveau, oder gar internationalem Niveau, scheint die Mediation ohne Zweifel die vielversprechendste Lösung anzubieten. Aber man darf auch nicht die Möglichkeit ausschließen, die Kriterien der Auslösung des Entführungsalarmes zu erweitern, wenn die Integrität des Kindes gefährdet ist…
Die Stiftung Sarah Oberson wünscht sich auch, dass die Schweiz sich schnell mit der europäischen Nummer 116000 ausstattet, um ein aufmerksames Abhören, nützliche Ratschläge und eine wohlwollende Unterstützung für die Familien zu gewähren, die mit einer Kindesentführung konfrontiert wurden. Es scheint, dass der Bund ernsthaft dieses Problem aufgreifen will, mit der Unterstützung der in diesem Bereich spezialisierten NGOs. Wir ermutigen sie diesbezüglich von ganzem Herzen. Es handelt sich unserer Meinung nach um eine für das Entführungsalarmsystem unentbehrliche Ergänzung, welches ja in der Schweiz am 1. Januar 2010 in Kraft getreten ist.
Was die Lösung des gemeinsamen Sorgerecht betrifft, welches Thema von aktuellen Debatten ist, so sollte es ohne Zweifel zur Regel in allen Fällen von Trennung und Scheidung werden.
Im Übrigen wurde am 30. September 2011 in diesem Sinne ein Antrag soeben stillschweigend durch den Nationalrat gebilligt, und eine Änderung des Zivilgesetzbuches müsste, gemäss der Bundesrätin Simonetta Sommaruga, schnell erfolgen.
Sicherlich, es handelt sich nicht um ein Allerheilmittel, denn mehrere implizierte Maßnahmen erweisen sich als unentbehrlich, um das Wohl und das Interesse des betroffenen Kindes zu respektieren, gemäß dem internationalen Übereinkommen der Rechte des Kindes, welches durch die Schweiz ratifiziert wurde. Aber es ist Zeit, dass unser Land aus dem gemeinsamen Sorgerecht eine in allen Fällen anzuwendende generelle Regel macht. Persönlich ergreife ich die Gelegenheit dieses Abends, um einen Aufruf zugunsten dieser Lösung zu machen.
Indem das Wohl des Kindes in das Zentrum dieses Gesellschaftsphänomens gelegt wird, will die Tagung Sarah Oberson 2011 einige Vorrichtungen, welche teilweise oder experimentell in diesem Land umgesetzt wurden, sei es unteranderem die Familienmediation, das gemeinsame Sorgerecht oder die Vormundschaft des Kindes, reflektieren.
Indem diese Praktiken mit der Realität des Alltages konfrontiert werden, werden uns die Vorträge wie auch der Runde Tisch zweifelslos die gewünschten Antworten liefern.
Bereits jetzt danke ich herzlich allen Rednern dieses Abends, die uns die Ehre ihrer Anwesenheit machen und so ihre Freundschaft ausdrücken und möchte Ihnen allen diesen Gedanken von Félon widmen :
“Das Kind ist wie eine angezündete Kerze, welche im Wind steht : sein Licht flackert ununterbrochen. »
(Français) Mobilisons-nous contre la disparition d’enfants
8 November 2011Leider ist der Eintrag nur auf Français verfügbar.
Wie kann verhindert werden, dass die Trennung der Eltern in einem Drama für die Kinder endet?
6 September 2011Wie kann verhindert werden, dass die Trennung der Eltern in einem Drama für die Kinder endet? Das Interesse des Kindes ins Zentrum dieses Phänomens stellend, will der Sarah Oberson Konferenz 2011 über einzelne dieser Dispositive reflektieren: die Familienmediation, das gemeinsame Sorgerecht und die Vormundschaft des Kindes. Durch die Einladung von Experten, welche mit diesen Instrumenten arbeiten, versucht die Stiftung diese Praktiken mit der Realität zu konfrontieren.
Jedes Jahr enden ungefähr 50% der Heiraten in einer Scheidung. Man schätzt, dass 15‘000 Kinder von der Trennung ihrer Eltern betroffen sind, und dies ohne Einbezug der Trennungen ohne Heiratsschein. Trotz der steigenden sozialen Akzeptanz der letzten Jahrzehnte bringen diese Trennungen viel Leid mit sich, für die betroffenen Elternteile aber auch für die Kinder aus diesen Verbindungen.
Die grosse Mehrheit dieser Situationen regeln sich auf friedliche Art und Weise. Man schätzt, dass nur 10% der Scheidungsfälle mit Streitigkeiten verbunden sind. Es gilt aber zu bedenken, dass unter diesen Trennungen, verbunden mit Streitigkeiten, Extremfälle vorkommen. Im Jahr 2010 sind in der Schweiz 102 neue Fälle von elterlicher Kindesentführung registriert worden – und diese Zahl beinhaltet nur die internationalen Entführungen. Die Medien informieren uns regelmäßig über Fälle von Totschlag von Kindern durch einen Elternteil, oft verbunden mit einem anschließenden Selbstmordversuch. Die Trennung der Eltern wird manchmal von Kindern teuer bezahlt.
Frankreich hat Familiengerichte eingeführt, welche eine Spezialisierung der Zuständigkeiten und eine Einbettung der Familien erlauben. Die Schweiz hat entschieden, dieses Phänomen mit der Einführung von Mechanismen, welche versuchen die negativen Auswirkungen die diese Trennungen, vor allem für die Kinder, mit sich bringen, zu mildern. Das Interesse des Kindes ins Zentrum dieses Phänomens stellend, will der Sarah Oberson Reflexionsabend 2011 über einzelne dieser Dispositive reflektieren: die Familienmediation, das gemeinsame Sorgerecht und die Vormundschaft des Kindes. Durch die Einladung von Experten, welche mit diesen Instrumenten arbeiten, versucht die Stiftung diese Praktiken mit der Realität zu konfrontieren.
Die Familienmediation gehört zu den gerichtlichen wie auch außergerichtlichen Schritten einer Trennung. Kann die Mediation aber, als treibende Kraft der Trennung auf Verhandlungsbasis, im Falle einer Trennung einer Familie, welche nicht auf einem egalitären und demokratischen Verständnis basiert, ein Resultat erreichen, welches ein besserer Schutz der Minderjährigen garantiert?
Das gemeinsame Sorgerecht, in den Nachbarländern als auch in der Schweiz immer öfters praktiziert, wird in der Schweiz seit zwei Jahren debattiert. Ist es aber ein angemessenes Instrument um das Kind in der täglichen Praxis und in einer Situation, in welcher sich ein Paar im Konflikt trennt, vom erzieherischen Beitrag beider Elternteile profitieren zu lassen oder hält es nicht eher Unstimmigkeiten aufrecht, und trägt so zu einer Verschlechterung des Lebenskontextes des Kindes bei?
Der Vormund ist ein neuer juristischer Akteur, welcher die Rechte des Kindes vertritt. Welche Fundamente existieren um die Legitimation dieser Repräsentation zu garantieren, vor allem, wenn das Kind die Fähigkeit zu abstrahieren noch nicht voll entwickelt hat? Und auf welche Art und Weise ermöglicht die Verteidigung der Rechte des Kindes, einem gleichwertigen Mitglied einer Familie in einer Konfliktsituation, diesem die Garantie eines besseren Schutzes?
In der Absicht, die Komplexität und Diversität von Trennungssituationen zu widerspiegeln und realistische Lösungswege anzuvisieren, organisiert die Stiftung Sarah Oberson nach den Präsentationen der Experten einen Runden Tisch. Dieser Runde Tisch soll gleichzeitig widersprüchlich aber auch konstruktiv die Stimmen nicht nur der Berufstätigen in diesem Sektor, sondern auch die Stimmen und Erfahrungen der Eltern mit und ohne Sorgerecht, die Stimmen von Repräsentanten des Schweizerischen Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter (SVAMV) und der Bewegung Mouvement de la Condition Paternelle Valais (MCPV) zusammenführen.
DIE STIFTUNG SARAH OBERSON,
DAS INTERNATIONALE KINDERRECHTSINSTITUT
organisieren
eine Tagung zum Thema:
Trennung der Eltern, Verschwinden von Kindern: mögliche Ansätze
Mittwoch, den 9. November 2011
im Casino von Saxon, Wallis
Die Stiftung Sarah Oberson organisiert jedes Jahr einen Reflexionstag zu aktuellen Themen in Zusammenhang mit dem Schutz der Kindheit. Diese Jahr präsentiert die Stiftung ein neuer Ablauf mit dem Ziel, diesen Moment der Reflexion für Experten und Eltern besser zugänglich zu machen. Sie präsentiert deshalb 4 Interventionen von Experten à je 15 Minuten und einen Runden Tisch, welcher sich dem Austausch von Ideen öffnen will.
UNO : Jean Zermatten zum Präsident des UNO-Komitees für die Rechte des Kindes gewählt
31 Mai 2011Als Mitglied des Komitees für die Rechte des Kindes der UNO seit Februar 2005, wurde Dr. h.c. Jean Zermatten gestern zu dessen Präsident gewählt. Gründer und ehemaliger Präsident des Kantonalen Jugendgerichtes, ist Jean Zermatten heute Direktor des 1995 gegründeten Internationalen Institutes der Rechte des Kindes in Sitten. Er ist zudem Vize-Präsident der Stiftung Sarah Oberson.
Das Komitee für die Rechte des Kindes der UNO, zusammengesetzt aus 18 Experten, vereinigt sich viermal jährlich in Genf um die Umsetzung der Staaten, welche die Kinderrechtskonvention aus dem Jahr 1998 unterzeichnet haben, zu evaluieren. Im Rahmen dieser Tätigkeiten hat sich Jean Zermatten aktiv für eine Verbesserung der Situation bezüglich Jugendjustiz eingesetzt und der Schutz der Kinder gegen Gewalt und Ausbeutung intensiviert. Er hat regelmäßig auf verschiedenen Kontinenten Evaluierungs- und Beratermandate für NGOs wie auch für Regierungen ausgeführt. Auf nationalem Niveau ist er eine charismatische Persönlichkeit, ein Wortführer, welcher die Rechte des Kindes auf eine einfach Art und mit Enthusiasmus einem sehr unterschiedlich gestalteten Publikum näherbringt.
Vizepräsident des Komitees der Rechte des Kindes seit 2007, wurde Jean Zermatten durch Akklamation von beiden Kammern gewählt. Es ist eine Ehre für die Schweiz und das Wallis, unter seinen Vertretern eine Persönlichkeit mit einer solchen Ausstrahlung zu haben. Durch seine Aktivitäten hat Jean Zermatten die Rechte des Kindes bei Führungsinstanzen und Fachleuten bekannt gemacht und so mitgeholfen, den Kindern unserer Gesellschaft einen neuen Status zu geben. Mit der Realisierung von Bildungsprogrammen auf verschiedenen Niveaus (ein Nachdiplomstudiengang des IUKB und der Universität Fribourg, ein Interdisziplinärer Master am IUKB, verschiedene Weiterbildungsprogramme) hat er aus den Rechten des Kindes auch ein Gegenstand wissenschaftlicher Studien gemacht. In verschiedenen Ländern weltweit ist man gegenwärtig im Begriff, diesbezüglich dem Schweizer Beispiel Folge zu leisten.
Das Internationale Institut der Rechte des Kindes, wie auch alle seine Partner freuen sich über diese Wahl. Die Pionierarbeit von Jean Zermatten verdient diese Auszeichnung – eine Aufgabe, welche er mit gewohnter Kampfeslust und Erfahrungen ausüben wird.
Sitten, den 30. Mai 2011
www.childsrights.org
„Zu meiner sehr großen Freude erfuhr ich von deiner Ernennung zum neuen Präsident des Komitees für die Rechte des Kindes der Vereinigten Nationen. Es ist mir ein großes Anliegen, Dir ganz herzlich zu gratulieren und dir meine besten Glücks- und Erfolgswünsche für die Erfüllung dieses so wichtigen Amtes auszusprechen.
Diese außerordentliche Ernennung bildet einen großartigen Ausdruck von Dank und Anerkennung für die von dir während deines Berufslebens geleisteten Anstrengungen zum Wohle von Kindern und Jugendlichen in schwierigen Umständen, sei es im Wallis oder auf der ganzen Welt. Diese Ehre wird auf das Wallis und die gesamte Schweiz abstrahlen.“
Dr. Bernard Comby, Präsident Stiftung Sarah Oberson
Nach dem Entführungsalarmsystem – kann man noch etwas Besseres anbieten?
24 Mai 201125. Mai 2010, dem Internationalen Tag der vermissten Kinder : Dieser Tag will die Erinnerung an diese Kinder wachhalten und den Eltern ohne Nachricht eine Botschaft der Hoffnung und Solidarität überbringen.
Seit drei Jahren weist die Sarah Oberson Stiftung mittels eines Artikels auf ihrem Blog auf den internationalen Tag vermisster Kinder, den 25. Mai, hin. Dieser Tag will die Erinnerung an diese Kinder wachhalten und den Eltern ohne Nachricht eine Botschaft der Hoffnung und Solidarität überbringen.
Während den vergangenen drei Jahren wurde das Reaktionsangebot bei einer Vermisstmeldung eines Kindes in der Schweiz mit dem Entführungsalarmsystem versehen, ein System welches sich ohne Unterlass immer weiter perfektioniert. Seit dem 1. Februar dieses Jahres erstreckt sich die Ausdehnung des Verteilungsnetzes der Vermisstmeldungsnachrichten auf die Handys der auf der Verteilerliste eingeschriebenen Personen. (Tragen Sie sich ein!)
Die Europäische Union (EU) bemüht sich ebenfalls um die Operationalisierung eines immer leistungsfähigeren Reaktionssystems.
Dies bedeutet, dass unter anderem die Idee eines Entführungsalarmsystems auf europäischem Niveau, für welches die Familie McCann viel Mühe aufgewendet hat, sich auf dem Weg der Realisation befindet.
In Zukunft werden 6 europäische Länder über ein Entführungsalarmsystem verfügen. Des Weiteren hat sich Frankreich im Rahmen des europäischen LADS.eu-Projekts (Lutte Anti-Disparitions dans l’Union européenne) mit Großbritannien, Belgien und den Niederlanden zusammengeschlossen.
Dieses Programm, welches durch die Europäische Kommission mitfinanziert wird, hat die Verstärkung der Kompatibilität und der Koordination des Entführungsalarmsystems zwischen Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien zum Ziel.
Andererseits, dank verfügten Normen und der Unterstützung der EU, verfügen fünfzehn europäische Länder, darunter Frankreich und Italien (in Großbritannien ist dieses Angebot nur teilweise verfügbar), über die einzigartige Rufnummer 116 000. Es handelt sich um eine Nummer, welche dazu dient, die Familien verschwundener, entlaufener oder weggenommener Kinder anzuhören und zu begleiten. Diese gemeinsame und kostenlose Nummer, während 7 Tagen und 24 Stunden zugänglich, will eine besser Koordination der Forschung seitens der zuständigen Behörden und Experten auf europäischem Niveau gewährleisten.
Die Nummer 116 000 erlaubt aber auch den Familien von vermissten Kindern Zugang zu Informationen, angehört zu werden und eine professionelle, zugängliche und verfügbare Unterstützung zu erhalten. Diese gemeinsame Nummer wird von Experten mehrsprachig geführt.
In Anbetracht der großen Mobilität seitens der Schweizer- und Europabürger könnte die Schweiz ihres System optimieren und sich in das europäische Netzwerk einschreiben, um damit das Entführungsalarmsystem zu ergänzen und die notwendigen Schritte der Familien und der zuständigen Behörden zu erleichtern.
Sarah Oberson Stiftung, 24.05.2011
- Entführungsalarm-System Internationale Situation, Sarah Oberson Stiftung
- Europa : Missing Children Europe calls for Enhancement of the Professional Standard of 116 000 Hotlines for Missing Children, 20.05.11
A practical guide for 116 000 hotlines, 05.2011
- Frankreich : 9ème Journée internationale des enfants disparus, 19.05.2011
- ‘Als ob der Weggang von Lucie nicht vergebens war‘, Fondation Sarah Oberson, 25.05.2010
- ‘Une fleur, message d’espoir et de solidarité‘, Fondation Sarah Oberson, 25.05.2009
Unendliche Ergriffenheit nach dem Verschwinden der Zwillinge Alessia und Livia…
7 Februar 2011Die Zwillinge Alessia und Livia gleichen zwei kleinen Sonnenstrahlen. Sie verkörpern die Zerbrechlichkeit und die Schönheit der unbekümmerten und unschuldigen Kindheit…
Leider sind wir seit über einer Woche ohne Neuigkeiten sie betreffend und wir befürchten das Schlimmste!..
Durch diese Tragödie, die durch das Verschwinden von Alessia und Livia gekennzeichnet ist, sind wir alle aufmerksam geworden und sind zutiefst verletzt. Wir teilen die Angst und den Schmerz ihrer Familien.
Wir denken mit grosser Ergriffenheit an ihr Mami und an die durch die Grausamkeit dieses Dramas betroffenen Familien. Wir wünschen uns von ganzem Herzen, dass die Zwillinge so schnell wie möglich lebend wiedergefunden werden. Über das Internet starten wir einen Aufruf an all diejenigen Personen, die nützliche Informationen haben, sie möchten diese direkt an eine durch dieses dramatische Verschwinden betroffenen Polizeistellen übermitteln.
Die Sarah Oberson Stiftung nimmt insbesondere am Schmerz von Alessias und Livias Mami Anteil und bedankt sich bei den französischen, den italienischen und den schweizerischen Polizeibehörden, sowie bei allen Freiwilligen für die gewährten Bemühungen Alessia und Livia lebend wiederzufinden.
„Ist es nicht in der tiefsten Dunkelheit, dass man an das Licht glauben sollte?“
Dr. Bernard Comby
Präsident der Sarah Oberson Stiftung
Sitten, den 7 Februar 2011
Der Dialog, der Schutzpanzer der Kinder im Netz
24 Januar 2011Ein Dialog, der das Nachdenken ermöglicht, die Abstandnahme von den Informationen, die die Kinder freiwillig oder nicht durch die Medien aufnehmen. Diese Informationen sind extrem schnell. In diesem zügellosen Durcheinander ist es manchmal schwierig zu bestimmen „wer ich bin“ und „was ich suche“. Diese Fragestellungen haben die Entwicklung der Technologien nicht verfolgt und genau dort muss man die Bemühungen nunmehr verstärken.
Zusammenfassung der Sarah Oberson Konferenz 2010
Nützlich und gefährlich, sind die neuen Technologien nunmehr ein wesentlicher Teil unseres Alltags, umso mehr desjenigen unserer Kinder (0-18 Jahre). Wie soll man deren Potential nutzen, indem man die Kinder vor den Gefahren schützt, die ihre Anstellung mit sich bringt? Dieser Frage ist die Stiftung Sarah Oberson an der Sarah Oberson Konferenz 2010 nachgegangen.
Die an der Konferenz geladenen Experten sind sich über die Tatsache einig, dass es zwecklos und kontraproduktiv ist, sie zu verteufeln. Tatsächlich sind die neuen Technologien ein wunderbares Wissensmedium. Der Schutz der Kinder darf somit nicht den Zugang zu diesen Technologien verbieten. Der Schutz muss wiederum ein Bestrafungs-/Reglementationsteil dieses Bereichs beinhalten, das aber mit einem Präventions-/Erziehungsteil der Kinder und der verantwortlichen Erwachsenen (Bsp. Eltern) einhergeht. Diese beiden Teile ergänzen sich, sind untrennbar und müssen auf eine ausgewogene Art dosiert werden.
Einerseits muss man klare Grenzen setzen: Grenzen in Bezug auf die Benutzung der neuen Technologien, je nach Alter der Kindes, der Themen, der Sicherheitsregeln und der Benutzungszeit; Verhaltensgrenzen, die sich von den Lebensnormen in der Gesellschaft inspirieren; strafrechtliche Grenzen, die es erlauben Verbrechen zu unterdrücken, indem die Straffreiheit bekämpft wird. Diese Grenzen müssen klar und den Kindern sowie den Eltern, die sie Tag für Tag betreuen, bekannt sein. Diese Eltern, die sich angesichts der technischen Kenntnisse ihrer Kinder oft überfordert fühlen, die aber reich an Lebenserfahrung sind. Ist doch das Internet nichts anderes als eine Lebensverlängerung über einen anderen Träger. Die Regeln des Gemeinschaftslebens sind dieselben und genau dort spielen die Erwachsenen eine Rolle. Die Kinder suchen diese Grenzen, finden sie aber sehr oft nur in den Medien selber.
Auf strafrechtlicher Ebene verfügt man über juristische Normen, die es ermöglichen, die Ausschreitungen einzuschränken, die durch die Technologie möglich sind. Insbesondere das Gesetz zum Schutz der Identität, wo das Bildrecht absolut ist. Die so bekannte Botschaft ist für die Jugendlichen durchschlagend: nach diesem Gesetz müssen sie alle aufgenommenen oder fotografierten Personen um Erlaubnis fragen, bevor sie sie ins Netz stellen. Eine Praxis, die für die Kinder noch lange nicht selbsttätig ist und die sie nachdenken lässt (Fernandez).
Dennoch eröffnen die technologischen Neuerungen oft rechtliche Kluften, die es erlauben, das Internet als eine Zone des Nicht-Rechts zu bezeichnen (Varone). Wenn man die Zeit vergleicht die es braucht, um in der Schweiz ein Gesetz zu ändern (etwa zehn Jahre), mit der Geschwindigkeit, mit welcher die technologischen Neuerungen auf den Markt kommen, erkennt man, dass es schwierig ist, angemessen auf die negativen Auswirkungen der neuen Produkte zu reagieren.
Daher die Notwendigkeit, den Kindern selber Instrumente zu geben, die es ihnen ermöglichen, auf sichere Art und mit einem kritischen Geist an die technologische Welt heranzugehen. Eine besonnene Anwendung dieser Medien geht über eine öffentliche Ausbildung der Bildlektüre – ein Gebiet dessen Sachkenntnisse vorerst in der Hand der Werbefachmänner liegen (Haver); sie geht über eine Sensibilisierung für die Sicherheitsregeln, welche die bestehenden Risiken vermindern können; sie geht über eine Sozialkunde, welche die Nutzer über die Wirkung ihrer virtuellen Handlungen auf das wirkliche Leben bewusst macht; sie geht über den Wiederaufbau des Vertrauens der Eltern oder der für die Kinder Verantwortlichen, in ihrer erzieherischen Rolle, wo ein konstruktiver Dialog ein unverzichtbares Mittel bleibt (Bellucci).
Ein Dialog, der das Nachdenken ermöglicht, die Abstandnahme von den Informationen, die die Kinder freiwillig oder nicht durch die Medien aufnehmen. Diese Informationen sind extrem schnell. In diesem zügellosen Durcheinander ist es manchmal schwierig zu bestimmen „wer ich bin“ und „was ich suche“. Diese Fragestellungen haben die Entwicklung der Technologien nicht verfolgt und genau dort muss man die Bemühungen nunmehr verstärken.
Somit ist es wichtig, sich auf zwei Ebenen einzusetzen: für klare Regeln kämpfen, indem man die Normen des gesellschaftlichen Lebens bekräftigt und für das Recht jedes Kindes auf Meinungsäusserung kämpfen.
Die Medien, welche eine öffentliche Finanzierung geniessen, müssen sich über den Bedarf ihre Sensibilisierungsarbeit zu intensivieren Gedanken machen, indem sie beispielsweise Schulklassen empfangen. In den Familien kann man je nach Alter der Kinder eine Vereinbarung aushandeln und sie dann ändern. Im Rahmen der Schulzeit wäre es möglich, regelmässig eine Fragestellung darüber zu haben, was mir mit den Klängen und Bildern, denen ich durch diese Medien ausgesetzt bin, widerfährt (Léchot).
Ohne den privaten Sektor zu vergessen, der ebenfalls eine wichtige Rolle einnimmt. Der Staat muss ihn in die laufende Debatte miteinschliessen und muss ihm über gesetzliche Normen die verheerenden Folgen seiner Produkte auf die Kinder gegenüberstellen (Zermatten).
Man könnte aber weiter gehen. Dank der Teilnahme der Kinder und ihrer technologischen Sachkenntnisse, könnte man die positiven Einbringungen der neuen Technologien erhöhen. Die Jugendlichen haben beispielsweise Mühe, eine Beziehung zwischen den im Internet erlangten Kenntnissen in ihrem Privatleben und dem was man ihnen in der Schule beibringt herzustellen (Léchot). Wäre diese Beziehung hergestellt, dann könnten die Kenntnisse der Schüler die Art des Unterrichtens bereichern.
FROHE FESTTAGE
20 Dezember 2010Konferenz 2010 der Stiftung Sarah Oberson über die neuen Technologien
8 November 2010In einem Jahr, verbringt ein Schweizer Jugendlicher 800 Stunden auf der Schulbank, … und 1’500 Stunden an elektronischen Medien (wovon Handy, Audioplayer, etc.).
Leitartikel von Frau Geneviève Levine des Internationalen Instituts der Rechte des Kindes.
Unter dem Titel „Neue Technologien: Chancen und Gefahren für die Kinder“, hat sich die Stiftung Sarah Oberson am 3. November im IRK, für ein vielfältiges Publikum mit dieser Frage auseinandergesetzt.
In einem Jahr, verbringt ein Schweizer Jugendlicher 800 Stunden auf der Schulbank, … und 1’500 Stunden an elektronischen Medien (wovon Handy, Audioplayer, etc.).
Wie verlaufen die Bestrafungsachse und die Vorbeugungs-/Erziehungsachse, wenn man die Jugend vor dem Abdriften schützen will, das sich „online“ abspielt, und die nicht gut im Griff der Erwachsenen sind? Wie kann man ausserdem aus einem fantastischen Mittel wie dem Internet, einen optimalen Ort des Schaffens, des Teilens und des Austauschs für unsere Jugendlichen machen?
Die Vorträge haben die psychologischen und die Bildungsaspekte, die mit diesem Konsum verbunden sind betont, indem sie diesen auf eine inhaltliche Reflexion über den Bild- und Dokumentstatus und einem Bericht über die Lage auf politischer Ebene (Parlament-Bundesrat) abstützten.
Die von Action Innocence und der welschen Vereinigung CIAO durch die Medien bekannt gemachten Aussagen am Nachmittag, haben den Reichtum, der durch die neuen Technologien ermöglichten Interaktionen, sowie das erhöhte Bewusstseinsniveau unter unseren Jugendlichen aufgezeigt, was die Grundmassnahmen in Sachen Sicherheit betrifft.
Eine Diskussionsrunde hat danach Gedankenanstösse für die Zukunft in Betracht gezogen – darunter die Frage über die Verantwortung der Zugangsanbieter, die man zu einem ethischen Nachdenken über die Zurverfügungstellung von Technologien bringen sollte.
Dieser Artikel ist am 5. November 2009 in der Rubrik Edito-Actualité auf der Website Internationales Institut der Rechte des Kindes (IDE) erschienen.
Media
- Le Nouvelliste, Encadrer nos jeunes « Googlelisés », 04.11.2010, p. 2.
- Le Nouvelliste, Devenir citoyen numérique, 04.11.2010, p. 3
- Le Nouvelliste, A la recherche d’aide sur le web, 04.11.2010, p. 3
- Canal 9, Les Nouvelles technologies et l’enfance, L’Emission en Direct, 03.11.2010.








