Die Karawane der Kinderrechte

13 Oktober 2015

Die „Karawane der Kinderrechte“: diese unglaubliche Erfahrung hat es mir ermöglicht, trotz meiner Bedenken, da ich Praktikantin beim IDE bin und keine Ausbildung der Rechtswissenschaften habe, europäische und UN-Organisationen zu entdecken. Ich habe schnell verstanden, dass der Wissensgrad nicht ausschlaggebend ist, solange einen die Kinderrechte interessieren.

Reisebericht von Victoria Buchs, 30. September 2015

Die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Bereichen und Ländern: Anwälte, Juristen, Sonderpädagogen aus der Schweiz, Belgien, Frankreich, Burkina Faso, Benin und DRK. Die Gruppe war schnell in Reisestimmung, was uns unglaubliche 7 Tage miteinander gebracht hat: ein volles Programm mit Momenten der Entspannung, mit spannenden Interventionen und guten Rednern.

Den ersten Tag haben wir in der Europäischen Kommission in Brüssel verbracht. Dort haben wir Vorträge zu den Kinderrechten und der Europäischen Charta, zu Kindern und die Justiz, zu EuropeAid, zu Roma und zum Menschenhandel sowie–verkauf gehört. Nach diesem inhaltsreichen Tag fallen wir erschöpft in unsere Betten und sind bereits auf dem Weg nach Strasbourg.

Dort angekommen haben wir die Möglichkeit einer Präsentation von ENOC beizuwohnen, einem Film über den Europarat zu schauen und weiteren Vorträgen zu lauschen, sowie Experten kennen zu lernen und Rundgänge zu machen: die Lanzarote Konvention, eine Koordinatorin des Kinderrechtebereichs, das Büro des Menschenrechte-Kommissars, der Ausschuss zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT), die Europäische Sozialcharta und zwei Mitglieder des Sekretariats der Zivilgesellschaft des Europarates. Tags darauf haben wir das Glück den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu besuchen, wo uns zwei Juristen die Aufgabe und die Funktionsweise dieser Institution erklären. Danach haben wir den Richter Lemmens, von Belgien gewählt, kennen gelernt, der uns von behandelten Fällen des EGH berichtete. Nachmittags haben wir die Themis Stiftung besucht. Eine Vereinigung, die Kindern und Jugendlichen hilft, ihre Rechte besser zu verstehen und einzufordern.

Am Samstag sind wir von Strasbourg Richtung Sitten aufgebrochen. Dort hörten wir zunächst eine Vorstellung des IDE und später eine Präsentation eines Gruppenmitglieds zum 3. Fakultativprotokoll der Kinderrechtekonvention. Sonntag war der Tag der „Entspannung“. Der Spaziergang im Wallis und Besuch von Weinkellern hat allen gefallen.

Die letzten zwei Tage der Reise verbrachten wir in Genf. Zuerst lauschten wir einer Intervention über Child Right Connect und dann durften wir dann an der Eröffnungssitzung des Kinderrechtekomitees teilnehmen. Am Nachmittag konnten wir der 30. Sitzung des Menschenrechterats beiwohnen. Bevor wir am nächsten Tag die beiden Experten des Kinderrechtekomitees Jorge Cardona und Renate Winter trafen, waren wir beim interaktiven Dialog zwischen dem Kinderrechtekomitee und den Vereinigten Arabischen Emiraten dabei. Außerdem haben wir an einem runden Tisch der NGO´s (Terre des Hommes, DCI und OMCT) teilgenommen. Am Ende des Tages haben sich unsere Wege getrennt, da die Karawane wieder ihre Fahrt gen Belgien aufnahm.

Die Vorträge, die mich am meisten begeisterten, waren die des CPT, da er mich sehr bewegt hat, und jener des Richter Lemmens, da wir durch die Beispiele die Rolle des EGH besser verstehen konnten.

Ich bedanke mich beim IDE dafür, dass sie es mir ermöglicht haben Teil dieser menschlichen Erfahrung zu sein und empfehle jedem daran teilzunehmen.