Abstract von “Trennung der Eltern, Verschwinden von Kindern”

11 Mai 2015

Ob wir es wollen oder nicht, Familientrennungen sind ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Auch wenn in der Anzahl bisher unerheblich, führt eine Trennung zu einem familiären Ungleichgewicht und kann, insbesondere für Kinder, gravierende Folgen haben. Ein wichtiger Aspekt für jene, die im Kindesschutz tätig sind, ist die Aufrechterhaltung der Beziehung zwischen den Eltern nach der Trennung. Dieser Prozess ist besonders für die Kinder signifikant.

Aus dem Working Report Konferenzen Sarah OBerson 2011 un 2014 zum Thema “Trennung der Eltern, Verschwinden von Kindern”,

Bei einer Scheidung handelt es sich um ein soziales Ereignis, auf welches sich die Gesellschaft vorbereiten muss. Nur so kann sie sich den Herausforderungen stellen. Ob vor, während oder nach der Trennung.

Die Familie als Institution sowie geltende sozio-ökonomische und kulturelle Faktoren (Arbeitswelt, Möglichkeiten zur Vereinbarung von Arbeit und Familie, Rollenverteilung innerhalb der Familie) fördern ein traditionelles Familienbild, dass auf lange Zeit existieren soll. Dieses Bild von Familie ist mit einer Trennung nicht vereinbar. Es kann die Schwierigkeiten, die Trennungskinder erfahren, wie bspw. Verarmung (Annexe II), nicht vorhersehen. Diese Schwierigkeiten können Konflikte zwischen den ehemaligen Paar fördern und in manchen Fällen gewalttätige Folgen haben.

Es braucht eine Umstrukturierung familiärer Normen, um sich den verschiedenen Phänomenen, die innerhalb einer Familie entstehen können, insbesondere einer Scheidung, zu stellen.

Die schweizerischen Autoritäten, aber auch die schweizerische Zivilgesellschaft, haben verschiedene Instrumente entwickelt, die den Übergang während und nach einer Trennung erleichtern sollen. Experten sind sich einig, dass es kein Wundermittel gibt und die verschiedenen Maßnahmen auf den Kontext hin angewendet werden müssen. Denn jede Situation ist besonders.

Dieses vielfältige Angebot existiert und versucht sich den neuen Realitäten anzupassen, indem es sich stets evaluiert und verbessert. Es wird daher empfohlen die betroffenen Paare über diese verschiedenen Möglichkeiten zu informieren, damit sie dadurch potentielle Konflikte vermeiden können. In diesem Dokument wird u.a. von einer einheitlichen Anlaufstelle (Rossier) gesprochen.

Es existieren somit Möglichkeiten, die es verhindern, dass die Trennung der Eltern für die Kinder in einem Drama endet. Dennoch bleibt eine Trennung Privatsache. Dank sozio-ökonomischer Änderungen auf der einen und juristisch, psychosozialer Maßnahmen auf der anderen Seite, verfügt die Gesellschaft über einen Handlungsrahmen, der es ermöglicht den Übergang zwischen Zusammenleben und Trennung für  Kinder, aber auch für Eltern zu erleichtern.

„In der Tat übertreten eine Trennung und ihre Auswirkungen das mikro-soziale Niveau der Einheit Familie: sie haben ihre Wurzeln in strukturellen Faktoren (Paar- und Erziehungsstile, Infrastrukturen, Familienpolitik, etc.), die den individuellen Eigenschaften einer Person (Vater, Mutter, Kinder) gegenübergestellt werden müssen und sich an ihren Absichten orientieren sollten, um dann im Interesse der Personen umgesetzt zu werden. Nur so können wir die Interessen und Rechte eines jeden Individuums respektieren.“ (Stoecklin)

Clara Balestra, 05.05.15