Der grenzüberschreitende Schutz von Kindern : Erwägungen

10 Februar 2014

In der Tat hat die momentane Mobilität der Bevölkerung eine Variabilität von aussergewöhnlichen Situationen hervorgerufen, welche zu gängigen Praktiken wurden, wie zum Beispiel die Fälle von Leihmutterschaft, internationalen Kindesentführungen oder im Rahmen der Implosion innerhalb von Familien. Diese demographischen Bewegungen, sowie die neue Art und Weise, Familien zu bilden, zeugen von einer hohen Komplexität von neuen Herausforderungen, welche es aufzuheben gilt. Die neuen Mittel im Bereich der Zeugungsmedizin, welche stark an Bedeutung und Möglichkeiten gewinnt, schwächen den Schutz der Kinder in unserem eher von Tradition geprägten schweizerischen System.

Von Linda Rodriguez, Praktikantin beim IRK (IDE), 07.01.14

Anlässlich der Reflexionstagung zum Thema “hört der Schutz der Kinder an den Grenzen auf? “, zu einem Thema, welches vom internationalen Institut der Rechte des Kindes IRK (IDE) und der schweizerischen Stiftung des internationalen Sozialdienstes SSI anlässlich des 20. November vorgeschlagen wurde, wurde eine Vielzahl von Themen auf kantonalem und nationalem als auch internationalem Niveau angesprochen und vertieft. In der Tat hat die momentane Mobilität der Bevölkerung eine Variabilität von aussergewöhnlichen Situationen hervorgerufen, welche zu gängigen Praktiken wurden, wie zum Beispiel die Fälle von Leihmutterschaft, internationalen Kindesentführungen oder im Rahmen der Implosion innerhalb von Familien (grenzübergreifende Familienkonflikte, Scheidungen, Verletzung des Sorgerechtes durch ein Elternteil) (Rolf Wiedmer).

Diese demographischen Bewegungen, sowie die neue Art und Weise, Familien zu bilden, zeugen von einer hohen Komplexität von neuen Herausforderungen, welche es aufzuheben gilt. Die neuen Mittel im Bereich der Zeugungsmedizin, welche stark an Bedeutung und Möglichkeiten gewinnt, schwächen den Schutz der Kinder in unserem eher von Tradition geprägten schweizerischen System. In diesem unterschiedlichen soziologischen Zusammenhang und einer intensivierten internationalen Migration ist eine internationalen Kooperation zwischen Eltern und Sozialdiensten, zwischen kommunalen, kantonalen und nationalen Behörden sowie zwischen den verschiedenen SSI eine unabdingbare Notwendigkeit (Stephan Auerbach). Die jüngsten Verletzlichkeiten, welche mit diesem transnationalen Familiengefüge in Verbindung gebracht wurden, fordern die Bereitstellung  proaktiver Akteure in der Schweiz als auch im Ausland, befähigt durch spezielle sprachliche Kompetenzen, durch spezifische Fähigkeiten im Lesen und Verstehen des kulturellen Kontexts, mit Fähigkeiten im Bereich der Koordination oder aber der Eignung, eine Ausarbeitung von nationalen und internationalen gesetzlichen Grundlagen zu unterstützten.

Situationen von Unruhe sind für die Familien dramatisch, während das Sensationelle auf der Gefühlsebene die Norm ist (Philip Jaffé). Aktuell ist unser soziales Systems, welches lokal verankert ist, nicht in der Lage, alle menschlichen Errungenschaften in Teilen und um den Globus herum zu regulieren. Die Behörden des Amtes für Zivilstandswesen finden sich zwischenzeitlich in der Situation, wo sie „basteln“ müssen,  um eine Verbindung zu den Leihmüttern der im Ausland geborenen Kindern herstellen zu können (Lukas Iseli). Trotz diesen Schwächen in den Organen darf nicht vergessen werden, dass das Kindeswohl das zentrale Element in allen Verfahren darstellt und dem Interesse des Staats vorangestellt ist. Die grundlegenden Fundamente zum Schutze der Kinder, die Rechte des Kindes, bilden den Eckstein des Respektes vor dem Kind als Subjekt und Träger von Rechte.

Es sind bald 25 Jahre seit die Konvention der Rechte des Kindes (KRK) erlassen wurde, mit dem grossen Paradigmawechsel, welcher das Kind als Akteur seines Lebens postuliert (Jean Zermatten). Es kann insbesondere die, von den Behörden getroffenen Entscheidungen zu seinem Wohle, beeinflussen. In dem Fall für Fall eine Lösung gesucht wird, wie es die aktuelle Praktik vorsieht, verdeutlichen die verschiedenen Behörden und Sozialdienste auf eine bestimmte Art und Weise, dass jedes Kind einzigartig ist und das Recht hat, dass seinen Fall bestmöglich behandelt wird, auch über den proaktiven Tourismus hinaus, welcher einigen Personen glauben machen will, dass Kinder eine Bequemlichkeit darstellen, welche gekauft, verkauft und sogar verhandelt werden können (Philip Jaffé). Das Hauptziel dieser Tagung liegt in dem Grundgedanke, daran zu erinnern, dass das Kind im Zentrum aller Anliegen stehen soll.

Beteiligte:

· Herr Rolf Widmer, Direktor der schweizerischen Stiftung des SSI

· Herr Stephan Auerbach, Verantwortlicher transnationale Dienste des SSI

· Herr Philip Jaffé, Direktor des IUKB, Sion

· Herr Lukas Iseli, wissenschaftlicher Stellvertreter, Eidgenössisches Amt für Zivilstandswesen, Bern

· Herr Jean Zermatten, Direktor des IDE, Sion

Weitere Informationen zur Situation von Leihmüttern in der Schweiz und einer möglichen internationalen Lösung.

Los hijos de madreLos hijos de madres de alquiler no podrán registrarse en España – RTVE.es, 13.02.14
Spain’s Supreme Court has allowed two surrogate children to be recorded on the civil registry, but has denied the declaration of paternity made by the parents.

(Français) Suisse : Enlèvements d’enfants : une nouvelle loi pour remettre l’enfant au centre de la procédure

17 August 2009

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