In St-Maurice Schule wird die Vielfalt gefeiert

14 November 2017

Am 20. November 2017 feiern die Grundschule St-Maurice/Lavey und die Sarah Oberson Stiftung (SOS) den internationalen Tag der Kinderrechte und die 20 Jahre seit der Ratifizierung der Kinderrechtekonvention durch die Schweiz zum Thema der Diversität.

Seit Schulbeginn und den ganzen Herbst über arbeiten die Lehrenden und die SOS zusammen um diese Feier zu organisieren. Mithilfe der pädagogischen Arbeitsmaterialien zum Thema Vielfalt – ein Werkzeug des IDE, welches zum Ziel hat die Kinderrechtekonvention im schulischen Umfeld auf nationalem Niveau in die Praxis umzusetzen – haben die Schüler verschiedenste Aktivitäten entwickelt : Fotowände, Malereien, Lieder, Verkostungen, Fotoromane, Autoportraits etc.

Diese Aktivitäten und noch mehr – der Bibliobus wird auch dabei sein – werden den Familien und der Gemeinde von St-Maurice im Rahmen einer Feier präsentiert am

20. November 2017 zwischen 17.00 – 19.00 Uhr

in der Grundschule St-Maurice

Je nach Erfolg dieses Projekts, erwägt die SOS diese Aktion mit anderen Gemeinden des Kantons, darunter das Oberwallis, in den kommenden Jahren weiterzuführen.

Die Sarah Oberson Stiftung will dadurch beweisen, dass die Kinderrechte nicht nur eine Liste auf einem Dokument ist, sondern dass diese im Alltag nützliche Instrumente sind, welche ein „Zusammenleben“ in Respekt für das Gegenüber im familiären, schulischen Bereich sowie auf Ebene der Gemeinde und der Gesellschaft generell ermöglichen.

Da die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde und ihrer gleichen und unveräusserlichen Rechte die Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt bildet“

(Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte).

 Photo : bDom, flickr/creative commons

Stiftung Sarah Oberson : Kurzbericht der Aktivitäten 2016

24 April 2017

Aktivitäten 2016, Highlights :

  • Forschung „Statistiken zum Verschwinden von Kindern im Wallis“ (2016-2017) in Partnerschaft mit der HES-SO, Lehrgang Soziale Arbeit
  • Projekt Pädagogische Arbeitsblätter „die Kinderrechte im Unterricht“ in Partnerschaft mit dem IDE
  • Auswertung der Sensibilisierungskampagne der Sarah Oberson Stiftung (SSO) in Zusammenarbeit mit dem MIDE der Universität Genf
  • Parlamentarischer Eingriff: „Lagebild zum Weglaufen im Wallis
  • Behandlung aktueller Themen unter dem Gesichtspunkt der Kinderrechte auf dem Blog der SSO

Tätigkeitsbericht 2016 (französich)

 1.   Beitrag zur Verbesserung des Reaktionssystems im Fall verschwundener Kinder

Seit seiner Einführung im Januar 2010, wurde das Entführungswarnsystem niemals in der Schweiz ausgelöst: Fortan setzt sich die Sarah Oberson Stiftung (SSO) dafür ein, dass der Alarm ausgelöst werden kann, ohne dass ihn zu strenge Kriterien daran hindern. Das Kriterium der physischen und psychischen Gefahr für das Kind muss Priorität haben, darin inbegriffen sind wenn nötig, elterliche Entführungen und eigenständiges Weglaufen (siehe Jahresbericht 2016 zur aktuellen Lage in der Schweiz und Europa sowie zu den Prioritäten der Stiftung in diesem Bereich).

Wallis

Forschung „Statistiken zum Verschwinden von Kindern im Wallis“

Die SSO hat zusammen mit dem Studiengang Soziale Arbeit der HES-SO  das Projekt „Statistiken zum Verschwinden von Kindern im Wallis“ gestartet, welches in zwei Etappen erfolgte. 2016 haben sieben Studenten eine Literaturrecherche zu den verschiedenen Arten eines Kindesverschwindens unternommen. Verschiedene Ansatzpunkte werden derzeit von der SSO untersucht damit diese Forschungsarbeit bestmöglich genutzt werden kann.

2017 werden zwei Studenten eine quantitative Forschung über zwei Jahre zu dem Weglaufen von Kindern im Wallis im Rahmen ihrer Bachelorarbeit durchführen. Das langfristige Ziel der SSO ist es, das der Staat Präventionsmaßnahmen und –strategien als Antwort auf die verschiedenen Kategorien von Kindesverschwinden geben kann, welche sich auf hochwertige wissenschaftliche Statistiken und Forschungen stützen.

Weglaufen – Parlamentarischer Eingriff

Eine parlamentarische Interpellation „Lagebild zum Phänomen des Weglaufens im Wallis“ wurde am 10.03.2016 von Frau Nicole Carrupt, parlamentarisch PRL, mit der Zusatzsignierung von Frau Véronique Coppey, vorgelegt. Dieser Antrag verlangt eine stärkere Einsicht in das Phänomen des Weglaufens von Kindern.

Am 8. September 2016 antwortete der Regierungsrat Freysinger teilweise auf diese Interpellation. Die Abgeordneten und die SSO werden diesen Weg weitergehen, indem sie die Ergebnisse der laufenden Forschungen mit der HES-SO miteinfließen lassen.

Sensibilisierungskampagne: Ihr Kind ist nicht heimgekommen?

In 2014 wurde die Informationskampagne zur Problematik des Verschwindens von Kindern lanciert und Anfang 2016 mit einer letzten Pressemeldung zum Fortlaufen von Kindern auf Deutsch beendet (Für weitere Informationen zu den einzelnen Aktionen der Kampagne, kann der Jahresbericht 2015 1.1.3 der SSO eingesehen werden).

Dank der Beteiligung und der Kollaboration von Maximilien Dacheville, Doktorand am Interdisziplinären Zentrum zur Analyse von humanen und sozialen Prozessen der Universität Rennes (Frankreich), hat sich die SSO 2016 daran gemacht, die Auswirkung dieser Sensibilisierungskampagne zu analysieren. Diese Forschung wurde mithilfe des Interdisziplinären Masters in Kinderrecht (MIDE) der Universität Genf initiiert. 2016 haben fünf Studierende 300 Fragebögen von Eltern beantworten lassen, die in Sion wohnhaft sind. Eine erste quantitative Analyse konnte von den Studenten durchgeführt werden. Es bleibt die Frage, ob diese Ergebnisse von dem Doktoranden Dacheville qualitativ analysiert werden können.

2.   Stärkung des Dialoges zu den Verletzungen der Kinderrechte

Projekt der pädagogischen Arbeitsblätter

Der Rat der SSO hat beschlossen das Projekt „pädagogische Arbeitsmaterialien: die Kinderrechte in der Schule: Promotion der Kinderrechtekonvention der Vereinten Nationen (KRK) in der Schweiz für Schüler_innen und Lehrer_innen“ zu unterstützen. Dieses Projekt, geleitet von vom IDE, hat zum Ziel die KRK im schulischen Milieu auf nationaler Ebene zu fördern und umzusetzen.

Internetseite der Stiftung

Auf ihrer Internetseite möchte die Stiftung Platz für Texte, Artikel, Dokumentationen und Aktionen zum Thema der Kinderrechte einräumen. Stets aktualisiert, ist sie ein nationales Portal zu Fragen rund um die Kinderrechte und dem Verschwinden von Kindern.

Blog

2016 wurden 23 Artikel online gestellt. Aktuelle Themen aus Sicht der Kinderrechte sind der SSO besonders wichtig: Kinderrechte generell (Zugang zum Rechtssystem, internationale Konventionen und Protokolle); Verschwinden von Kindern (Entführungsalarmsystem, Entführungen, Weglaufen, unbegleitete Jugendliche, …); Misshandlung von Kindern (darunter Zwangsheiraten); … Im Interesse einer ganzheitlichen Informationsbeschaffung für unsere Leser, werden die von oder für die SSO geschriebenen Artikel durch Texte von anderen Seiten ergänzt, die sich auch mit den Kinderrechten auseinandersetzen (IDE, ISS, ADEM, Schweizerisches Netzwerk für die Kinderrechte, CSDH).

Soziale Netzwerke

Die Stiftung verfügt über eine Facebookseite, ein LinkedIn Konto mit einer SOS Seite und Zugang zu verschiedenen Gruppen; ein Twitter Konto und einem Google+ Konto.

FSO, April 2017

Bericht über die Aktivitäten 2015

12 April 2016

Die Sarah Oberson Stiftung, ohne Erwerbszweck, ist eine Organisation, die mit dem Ziel gegründet wurde, das Schicksal von Kindern durch Anregung des Dialoges zu den Kinderrechten zu verbessern. Seinen Ursprüngen treu geblieben, engagiert sich die SOS auch in der Kollaboration und Intervention mit Schweizer Führungspositionen, damit landesweit ein leistungsstarkes System zur schnellen und wirksamen Bearbeitung von Kindesverschwinden sowie eine effektive Unterstützung für die Familien eingeführt werden können.

Der vollständige Tätigkeitsbericht 2015

1.    Beitrag zur Verbesserung des Antwortsystems im Fall von vermissten Kindern

Seit seiner Operationalisierung im Januar, wurde der Entführungsalarm in der Schweiz nicht ausgelöst: aus diesem Grund engagiert sich die Stiftung dafür, dass der Alarm ausgelöst werden kann, ohne dass ihn zu strenge Kriterien daran hindern. Das Kriterium der Gefährdung der physischen und psychischen Unversehrtheit des Kindes muss Priorität haben, einschließlich der Entführung durch einen Elternteil und des eigenständigen Entfliehens (siehe Tätigkeitsbericht 2015 zur Aktualität in der Schweiz und in Europa sowie den Hauptaufgaben der Stiftung in diesem Bereich).

Wallis

Die Sarah Oberson Stiftung hatte bereits im September 2012 die Chefs der kantonalen Ämter zu einem Arbeitstreffen zum Austausch über Verbesserungen des Antwortsystems auf kantonalem Niveau eingeladen. Die Ergebnisse dieses Treffens wirken noch nach:

  • 2013 haben die durchgeführten Vorgehen ein neues Bewusstsein in den verschiedenen Serviceämtern hervorgerufen, welches von großem Nutzen für das ganze Personal war.
  • In 2014 hat die öffentliche Informationskampagne zum Verschwinden von Kindern begonnen und
  • wird nicht vor 2016 enden.

Aufklärungskampagne: Ihr Kind ist nicht nach Hause gekommen?

Im November 2014 hat die Sarah Oberson Stiftung eine umfangreiche Informationskampagne in den frankophonen Walliser Schulen gestartet. Der Flyer,, welcher in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton Wallis entstanden ist, wurde 45.000 Mal versandt. Ziel: Verhinderung einer Kindesentführung, eine schnelle Auslösung des Entführungsalarms wenn nötig, und vor allen Dingen die Beruhigung der Eltern.

Die Verteilung der Flyer konnte einen anderen Teil der Kampagne einleiten: Die Sensibilisierung für weitere Probleme im Zusammenhang mit dem Verschwinden eines Kindes. Demnach hatte die Sarah Oberson Konferenz 2014 folgendes Thema zum Inhalt: Trennung der Eltern, Verschwinden von Kindern. Ende Januar 2015 wurde eine Pressemitteilung zum Thema „wenn Kinder weglaufen“ veröffentlicht. Diese Mitteilung hat das Interesse der Politik (siehe unten) und der Presse – siehe Pressespiegel – auf sich gezogen. Zum internationalen Tag der vermissten Kinder am 25.05.2015 wurde eine weitere Pressemitteilung veröffentlicht, die sich mit dem Entführungsalarm-System befasst. Des Weiteren wurde auf die Notwendigkeit nationaler Statistiken und wissenschaftlicher Forschungen zum Verschwinden von Kindern hingewiesen – siehe Pressespiegel.

Diese letzte zweisprachige Mitteilung hat die Kampagne im Unterwallis beendet und im Oberwallis eröffnet. Im September 2015 wurden 15.000 Flyler in Oberwalliser Schulen verschickt. Am 21. März 2016 wurde eine letzte Pressemitteilung zum Thema weggelaufener Kinder auf Deutsch veröffentlicht. Mit dieser wurde die Aufklärungskampagne beendet.

Weglaufen – parlamentarische Intervention

Nach Erscheinen der Pressemitteilung zum Weglaufen der Kinder, hat Frau Véronique Coppey, Abgeordnete im walliser Grossrat, Kontakt mit der Stiftung aufgenommen, um zu wissen, wie die Politik bei diesem Problem helfen könnte. Seither gibt es parlamentarisches Vorgehen mit dem Ziel wirksame Maßnahmen anzubieten, die der Situation im Wallis entsprechen.

2.    Anregung zum Dialog zu Verletzungen der Kinderrechte

Sarah Oberson Abend 2015

Der  Sarah Oberson Abend 2015 vom 11. November war ein voller Erfolg: mehr als 140 Personen haben  an der Debatte teilgenommen, die da hieß:  „Als Kind arm sein in der Schweiz“. Geht man von den letzten Zahlen aus, sind Kinder die Altersklasse, die am meisten von Armut betroffen ist. Im Rahmen dieses Abends hat die Sarah Oberson Stiftung über die tägliche Realität dieser Kinder nachgedacht und welche Konsequenzen sich aus diesen unsicheren Lebensverhältnissen für die Zukunft der Kinder ergeben sowie welchen Einfluss diese auf die Angemessenheit der gebrachten Antworten haben. Die gesamte Konferenz wurde aufgezeichnet und die qualitative Aufzeichnung AUDIO kann über die Internetseite der Stiftung aufgerufen werden.

Außerdem wurde im Frühling 2015 der Arbeitsbericht zu den Sarah Oberson Abenden 2011 und 2014 unter dem Titel: „Trennung der Eltern, Verschwinden von Kindern“ veröffentlicht. Nachdem das Thema 2011 unter juristischem Deckmantel behandelt wurde, hat die Sarah Oberson Stiftung das Sujet 2014 erneut aufgegriffen und seine psychosozialen Referenten miteinbezogen.

Internetseite der Stiftung

Über ihre Internetseite, möchte die Sarah Oberson Stiftung einen besonderen Bereich für Texte, Artikel, Dokumentationen und Aktionen zum Thema der Kinderrechte und zu verschwundenen Kindern geben, mit dem Ziel die Öffentlichkeit zu diesen Themen zu sensibilisieren. Es soll ein nationales Schaufenster zu den Fragen rund um die Kinderrechte und zum Kindesverschwinden sein. Immer aktualisiert, profitiert die Seite von mehr als 20.000 Besuchern im Jahr.

Blog

Mit einem Angebot von mehreren Editorials im Monat zu unterschiedlichen Themen der Stiftung, bereichert der Blog den Inhalt der Sarah Oberson Stiftung Internetseite.

Soziale Netzwerke

Die Stiftung verfügt nun über eine Seite auf Facebook; einem LinkedIn Konto mit einer Sarah Oberson Stiftung Seite und Zugang zu verschiedenen Gruppen; einem Twitter Account; und einem Google + Konto, welches am 16.06.2015 eröffnet wurde.

Über diese Kanäle kann sich die Öffentlichkeit über den Inhalt der Internetseite informieren ohne diese zwingend zu besuchen. Wir konstatieren zudem einen Anstieg der Besucherzahlen von 121% ausgehend von diesen sozialen Netzwerken.

FSO, April 2015

Vermisste Kinder: die Schweiz gegen die europäische Tendenz

22 Februar 2016

In der Schweiz hat der Bundesrat entschieden, dass die Kriterien, die für die Auslösung einer Entführungsalarm gelten, nicht erbreitet werden müssen. Das geht gegen der europäischen Tendenz. Am 1. Februar 2016 haben tatsächlich 19 europäische Parlamentarier, Repräsentanten der 6 größten Politischen Gruppierungen, eine schriftliche Erklärung vorgelegt (DE 7/2016), welche „den 5 Punkte-Plan der AMBER Alert Europe unterstützt“.

Mit 22 Mitgliedern in 16 europäischen Ländern ist das AMBER Alert Europa „das europäische Warnsystemnetzwerk für vermisste Kinder und Polizeinetz im Bereich vermisster Kinder“.

European Parliament adopts action plan to save missing children in most successful Written Declaration since 2011, Amber Alert Europe, 10.05.2016

Der 5 Punkte-Plan fordert:

  1. Eine Erweiterung und Stärkung des nationalen Warnsystems bei Kindesentführung: Unterstützung weiterer europäischer Länder in der Entwicklung von nationalen Entführungswarnsystemen. Aktuell haben 16 Länder der europäischen Union und die Schweiz das System eingeführt.
  2. Höhere Flexibilität bei den Auslösekriterien der Warnsysteme: Lockerung der bestehenden Kriterien und Ermöglichung der Auslösung des Alarms, wenn spezielle Ermittler festgestellt haben, dass das Leben des Kindes in Gefahr ist, indem von den anderen bisherigen ordinären Kriterien Abstand genommen wird und es sich um eine bewiesene Entführung handelt (Bsp. Frankreich).
  3. Ein besserer Informationsaustausch zwischen den Staaten: Absicherung eines Informationsaustausch bezüglich eines Kindes in Gefahr bei angrenzenden Ländern: Erarbeitung von Protokollen, die einen sofortigen Informationsaustausch zwischen den Polizeikräften der Nachbarländer ermöglichen; Übermittlung der nationalen Warnhinweise an die Medien der benachbarten Länder, um so das breite Publikum jenseits der beiden Ländergrenzen zu informieren (Bsp.: Polen-Deutschland).
  4. Eine bessere Zusammenarbeit der grenzüberschreitenden Polizei: Schaffung eines offiziellen Expertennetzwerkes zu Kindesverschwinden und zu den Alarmsystemen auf nationalem Niveau. AMBER Alert Europe hat ein ähnliches Netzwerk (Police Network on Missing Children) aufgebaut, welches mittlerweile 34 Polizeifachkräfte aus 11 Ländern, inklusive der Schweiz, zählt.
  5. Eine bessere Identifizierung und Schutz von Kindern an den Grenzen: Kinder, die sich in Gefahr befinden, müssen sofort in die Datenbank des Schengen Information System (SIS II) aufgenommen werden, damit die Grenzkontrollen unmittelbar benachrichtigt werden können; Weiterbildung der Grenzkontrollen bezüglich dieses Sujets in Zusammenarbeit mit Frontex.

Die Sarah Oberson Stiftung begrüßt diesen Schritt, welcher dem Mandat und den Aktivitäten der Stiftung entspricht. Schließlich hat sich die Stiftung stark für die Einführung des Entführungswarnsystems in der Schweiz eingesetzt. Sie engagiert sich nun für:

-          Höhere Flexibilität bei den Auslösekriterien der Warnsysteme;

-          Integration der Schweiz in ein mögliches europäisches Entführungswarnsystem;

-          Eine besser Kenntnisnahme des Phänomens des Kindesverschwindens dank der Einführung von nationalen Statistiken zu verschwundenen Kindern und wissenschaftliche Studien, welche das Problem analysieren;

-          Einführung der Notrufnummer 116 000 in der Schweiz.

Ist Ihr Kind nicht nach Hause gekommen?

15 September 2015

Die Sarah-Oberson-Stiftung, die seit vielen Jahren im Bereich des Kinderschutzes tätig ist, lanciert heute eine gross angelegte Informationskampagne in den Oberwalliser Schulen.

Ziel ist es, die Entführung von Kindern zu verhindern, wenn nötig rasch Entführungsalarm auszulösen, vor allem aber auch die Eltern zu beruhigen.

Ab morgen wird die Kampagne fortgesetzt, die letzten Herbst bereits in den Einrichtungen im Unterwallis durchgeführt wurde. Dazu werden 15’000 Flyer der Sarah-Oberson-Stiftung an die Krippen, Kindergärten, Primar- und Orientierungsschulen sowie Fachinstitutionen im Oberwallis verschickt. Der Flyer ist doppelseitig: Eine Seite richtet sich an die Eltern und Lehrpersonen (Ist Ihr Kind nicht nach Hause gekommen?), die andere an die Kinder (Tipps für Kinder). Erstellt wurde er in Zusammenarbeit mit dem Departement für Bildung und Sicherheit (DBS) (genauer gesagt mit der Kantonspolizei, der Dienststelle für Unterrichtswesen und der Kantonalen Dienststelle für die Jugend), der Dienststelle für Gesundheitswesen und der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis.

Der für das Ressort Bildung zuständige Visper Gemeinderat Michael Kreuzer begrüsst diese Aktion: «Es ist wichtig, die Kinder über die Gefahr einer Entführung aufzuklären. Da es auf dem Schulweg tatsächlich zu einer solchen kommen könnte, ist die Kampagne der Sarah-Oberson-Stiftung eine gute Sache. Ausserdem nehmen die Kinder den Flyer mit nach Hause, wodurch auch die Eltern informiert werden.» In Visp gibt es übrigens bereits ein mit der Gemeindepolizei koordiniertes Verfahren für Fälle, in denen ein Kind ohne vorgängige Abmeldung der Eltern nicht in der Schule erscheint.

Das Gerücht des «weissen Kleinbusses»

Ausgangspunkt der Kampagne war eine Feststellung. «Sie können sich nicht vorstellen, wie oft wir von Müttern hören, dass sie einen weissen Kleinbus gesehen hätten, dass in der vorherigen Woche ein Kind vor der Schüle entführt worden sei, sie ihr Kind nicht mehr alleine heimlaufen lassen könnten usw.», erklärt Clara Balestra, wissenschaftliche und administrative Koordinatorin bei der Oberson-Stiftung. «Man kann also sagen, dass der Grundgedanke der Aktion eigentlich war, die Eltern zu beruhigen.»

Es gilt also in erster Linie zu beruhigen, denn die Statistiken sprechen eine klare Sprache: Die Walliser Polizei verzeichnet jedes Jahr durchschnittlich 3 bis 4 vermisste Kinder – die alle generell bei Freunden oder Angehörigen wieder gefunden werden – und 2 bis 3 Meldungen einer Entführung und/oder Freiheitsberaubung. Bis heute sind 7 Kinder (zwischen 0 und 18 Jahren) im Register der Polizei als vermisst registriert. Bei 6 von ihnen wird angenommen, dass sie weggelaufen sind, einen Unfall hatten oder Selbstmord begingen. Nur im Fall von Sarah Oberson, die am 28. September 1985 verschwand, wird vermutet, dass sie von einem Dritten entführt wurde. Eine andere aussagekräftige Statistik stammt von der Waadtländer Polizei: In 88% der Fälle ist für das Verschwinden der Kinder ein Elternteil verantwortlich. Eine Tatsache, die die Oberson-Stiftung kennt und mit der sie sich anlässlich ihrer jährlich stattfindenden Konferenzen 2011 und 2014[1] befasst hat.

Erste Abklärungen durchführen und das Auslösen des Entführungsalarms erleichtern

Die Oberson-Stiftung will also mit ihrer Aktion vor allem beruhigen, gleichzeitig aber auch informieren. Denn in der Stiftung, die nach dem Verschwinden der 5-jährigen Sarah in Saxon gegründet wurde, weiss man nur zu gut: Manchmal kommt es zu regelrechten Dramen. Und jedes Mal ist ein Mal zu viel. «Die Stiftung hat sich deshalb sehr dafür eingesetzt, dass ein nationaler Entführungsalarm in der Schweiz eingerichtet wird», erläutert Jean Zermatten, Präsident des Stiftungsrates. «Dieser besteht nun seit 2010, wurde jedoch noch nie ausgelöst.» Die Oberson-Stiftung erinnert auf dem Flyer daran, welche Abklärungen zuerst gemacht werden sollten, bevor die Polizei alarmiert wird: die Verantwortlichen in der Schule, die Familie, Freunde und Nachbarn anrufen. Ein wertvoller Schritt, der von jenen unternommen wird, die das Kind am besten kennen. Dadurch kann dann ein Verdacht auf Verschwinden und/oder Entführung bestätigt werden oder nicht und allenfalls rasch Alarm ausgelöst werden. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass die Zeit gegen die Opfer arbeitet. Deshalb gilt es, Zeit zu gewinnen.

Anstoss für den Dialog in der Klasse und Zuhause

Schliesslich richtet sich der Flyer auch an die Kinder und gibt ihnen Tipps, wie sie sich in Gefahrensituationen verhalten sollen oder solche am besten vermeiden: nicht alleine unterwegs sein, immer den gleichen Weg zu oft besuchten Orten nehmen (z.B. zur Schule, zum Training, zu Freunden), schreien und sich wehren, wenn sie angegriffen werden.

«Rund hundert Einrichtungen werden diese Woche ein Paket mit Flyern und einem Schreiben erhalten mit der Aufforderung, diese in der Klasse zu verteilen», erklärt Guillaume Grand, Vizepräsident des Stiftungsrats. «Wir möchten, dass die Kinder diese Informationen den Eltern weiterleiten und so sowohl in der Klasse als auch Zuhause über dieses Thema diskutiert wird. Wir hoffen, dass die Direktionen und Lehrpersonen uns dabei unterstützen und unsere Botschaft ankommt.»

Lehrpersonen, die den Flyer nicht erhalten haben, können sich an info@sarahoberson.org wenden.


[1] «Trennung der Eltern, Verschwinden von Kindern», Bericht zu den Konferenzen der Sarah-Oberson-Stiftung 2011 und 2014.

(Français) Mobilisons-nous contre la disparition d’enfants

8 November 2011

Leider ist der Eintrag nur auf Français verfügbar.

Hotline 0848 116 000 für verschwundene Kinder: für eine baldige Einrichtung in der Schweiz

7 Oktober 2011

Die Stiftung Sarah Oberson und die Schweizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes setzen sich über “Missing Children Switzerland” mit grossem Engagement für die Einrichtung der 0848 116 000 in der Schweiz ein.

Die Stiftung Sarah Oberson, die Schweizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes und die Stiftung Missing Children Switzerland vereinen ihre Kräfte, damit die europäische Notruf-Hotline 116 000 für vermisste Kinder auch in der Schweiz eingerichtet wird. Unter dieser Nummer erhalten betroffene Familien Auskunft, hier finden sie rund um die Uhr ein offenes Ohr und fachliche Unterstützung. Die Hotline ist eine notwendige Ergänzung zum Entführungsalarmsystem, das 2010 in der Schweiz eingeführt wurde.

Die 116 000 ist eine kostenlose Notrufnummer und nimmt 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche Anrufe in allen Sprachen entgegen. Sie bietet Beratung durch Fachpersonen und soll den Behörden erlauben, die Suche nach vermissten Kindern auf nationaler und europäischer Ebene besser zu koordinieren. Die Nummer ist in 17 europäischen Ländern – u.a. Frankreich, Italien und Deutschland – bereits in Betrieb.

Zudem werden in allen Kantonen Korrespondenten im Einsatz sein, die mit den Behörden – und insbesondere der Kantonspolizei – zusammenarbeiten werden. Und schliesslich soll ein Begleitausschuss eingerichtet werden, der sich aus Vertretern der diversen Partnerorganisationen zusammensetzen wird.

Medienmitteilung

Fondation Sarah Oberson
www.sarahoberson.org
Bernard COMBY
Président

Fondation Missing Children Switzerland International
www.missingchildren.ch
Irina LUCIDI
Présidente

Fondation suisse du Service Social
www.ssiss.ch
Rolf WIDMER
Directeur

Also :

Nach dem Entführungsalarmsystem – kann man noch etwas Besseres anbieten?

Letzte Aufforderung für die Umsetzung der 116 000

(Français) 116 000, un complément au dispositif d’Alerte enlèvement ?

 

Pressemitteilung vom 18.11.2009

18 November 2009

Die Webseite der Stiftung Sarah Oberson: Die Antwort auf ein echtes Bedürfnis.

Komplett neu konzipiert, dynamisiert, hat die neue Webseite der Stiftung Sarah Oberson seit seiner Aufschaltung vor einem Jahr mehr als 11’000 Besucher empfangen dürfen. Offensichtlich wurde eine Erwartung erfüllt.

Unsere Seite bietet mehrere wichtige Informationen, nämlich:

•    Aktualisierte Dokumente über die Vorgehensweisen im Hinblick auf die Einführung des Entführungsalarmsystems in der Schweiz
•    Eine spezielle Sparte von Artikeln bezüglich dem Verschwinden von Kindern in der ganzen Welt
•    Regelmässig angepasste Auskünfte über die Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen in Not
•    Eine detaillierte Agenda über die sich in der Schweiz abspielenden herausragenden Ereignisse
•    Die Bereitstellung der zu den von der Stiftung behandelten Themen inhärenten Dokumente für die breite Öffentlichkeit
•    Die Bereitstellung von Dokumenten über die Stiftung, mit Videos und Fotos, unter anderem vom 10-jährigen Jubiläum der Stiftung 2008

Der Blog, der jeden Monat mehrere Leitartikel  über die verschiedenen von der Stiftung behandelten Themen anbietet, bereichert den Inhalt. Zu diesem Thema besteht ebenfalls eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut der Kinderrechte (IDE) und der Ideenaustausch wird ebenfalls von Beiträgen von aussen (z.B. Aktion Unschuld, Internationalen Sozialdienst (SSI), …) genährt.

Angesichts dieses Erfolgs, hat die Stiftung Sarah Oberson, dank dem finanziellen Beistand der Loterie Romande beschlossen, seine Internetseite auf Deutsch zu übersetzen. Sie wurde gestern, dem 17. November 2009 eröffnet.

20 Jahre Internationale Kinderrechtskonvention

Die Internationale Kinderrechtskonvention feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen; die Stiftung Sarah Oberson hat in Zusammenarbeit mit fünf anderen Institutionen aus dem Wallis zur Organisation einer Kundgebung von nationalem Ausmass beigetragen, um dieses Jubiläum zu prägen: der Enfan’phare.
Dieses unter der Leitung des Internationalen Instituts der Kinderrechte stehende Event wird am 20. und 21. November 2009 am CERM in Martigny stattfinden.
Die jedes Jahr während dieser letzten zehn Jahre von der Stiftung organisierten Reflexionstage werden nächstes Jahr mit dem Sarah Oberson Konferenzen 2010 von neuem starten.

Der Entführungsalarm

Die Stiftung Sarah Oberson nutzt diese Gelegenheit ebenfalls, um den offiziellen Beschluss zu begrüssen, ab Januar 2010 ein Schweizer Entführungsalarmsystem einzusetzen; eine Einführung, für die sie sich sehr stark engagiert hat.

Um ihre Publikumssensibilisierungsaktion für die Probleme der Kinder in Not weiterhin ausweiten und der Suche nach vermissten Kindern beitragen zu können, lanciert die Stiftung eine Patenschaftskampagne. Mit der jährlichen Einzahlung von CHF 20.- oder mehr, können Patinnen und Paten von regelmässigen Informationen über die Stiftungsaktivitäten profitieren.

Der Präsident der Stiftung Sarah Oberson :
Dr. Bernard COMBY
Saxon, den 18 November 2009.

(Français) Le corps de Partho Leuba retrouvé

20 Oktober 2009

Leider ist der Eintrag nur auf Français verfügbar.

(Français) LA SUISSE SORT ENFIN DE SA LETHARGIE EN MATIERE D’ALERTE-ENLVEMENT

8 April 2009

Leider ist der Eintrag nur auf Français verfügbar.