In St-Maurice Schule wird die Vielfalt gefeiert

14 November 2017

Am 20. November 2017 feiern die Grundschule St-Maurice/Lavey und die Sarah Oberson Stiftung (SOS) den internationalen Tag der Kinderrechte und die 20 Jahre seit der Ratifizierung der Kinderrechtekonvention durch die Schweiz zum Thema der Diversität.

Seit Schulbeginn und den ganzen Herbst über arbeiten die Lehrenden und die SOS zusammen um diese Feier zu organisieren. Mithilfe der pädagogischen Arbeitsmaterialien zum Thema Vielfalt – ein Werkzeug des IDE, welches zum Ziel hat die Kinderrechtekonvention im schulischen Umfeld auf nationalem Niveau in die Praxis umzusetzen – haben die Schüler verschiedenste Aktivitäten entwickelt : Fotowände, Malereien, Lieder, Verkostungen, Fotoromane, Autoportraits etc.

Diese Aktivitäten und noch mehr – der Bibliobus wird auch dabei sein – werden den Familien und der Gemeinde von St-Maurice im Rahmen einer Feier präsentiert am

20. November 2017 zwischen 17.00 – 19.00 Uhr

in der Grundschule St-Maurice

Je nach Erfolg dieses Projekts, erwägt die SOS diese Aktion mit anderen Gemeinden des Kantons, darunter das Oberwallis, in den kommenden Jahren weiterzuführen.

Die Sarah Oberson Stiftung will dadurch beweisen, dass die Kinderrechte nicht nur eine Liste auf einem Dokument ist, sondern dass diese im Alltag nützliche Instrumente sind, welche ein „Zusammenleben“ in Respekt für das Gegenüber im familiären, schulischen Bereich sowie auf Ebene der Gemeinde und der Gesellschaft generell ermöglichen.

Da die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde und ihrer gleichen und unveräusserlichen Rechte die Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt bildet“

(Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte).

 Photo : bDom, flickr/creative commons

International Day of the Girl Child 11 October

15 Oktober 2012

International Day of the Girl Child 11 October : Theme for 2012: Ending Child marriage

On December 19, 2011, the United Nations General Assembly adopted Resolution 66/170 to declare October 11 as the International Day of the Girl Child, to recognize girls’ rights and the unique challenges girls face around the world.

For its first observance, this year’s Day will focus on child marriage, which is a fundamental human rights violation and impacts all aspects of a girl’s life. Child marriage denies a girl of her childhood, disrupts her education, limits her opportunities, increases her risk to be a victim of violence and abuse, jeopardizes her health and therefore constitutes an obstacle to the achievement of nearly every Millennium Development Goal (MDG) and the development of healthy communities.

Globally, around one in three young women aged 20-24 years were first married before they reached age 18. One third of them entered into marriage before they turned 15. Child marriage results in early and unwanted pregnancies, posing life-threatening risks for girls. In developing countries, 90 per cent of births to adolescents aged 15-19 are to married girls, and pregnancy-related complications are the leading cause of death for girls in this age group.

Girls with low levels of schooling are more likely to be married early, and child marriage has been shown to virtually end a girl’s education. Conversely, girls with secondary schooling are up to six times less likely to marry as children, making education one of the best strategies for protecting girls and combating child marriage.

Preventing child marriage will protect girls’ rights and help reduce their risks of violence, early pregnancy, HIV infection, and maternal death and disability, including obstetric fistula. When girls are able to stay in school and avoid being married early, they can build a foundation for a better life for themselves and their families and participate in the progress of their nations.

Activities and events to mark the Day are organized by UNFPA, UNICEF, UN Women.

Weglaufen: vom Ritus des Übergangs zum Ruf um Hilfe

21 Mai 2012

Die große Mehrheit des Verschwindens von Kindern in der westlichen Welt fällt unter den Aspekt Weglaufen, also Minderjährige. Das Weglaufen birgt aufgrund seiner Konsequenzen ein gewisses Risiko. Die Jugendlichen müssen folglich möglichst rasch wiedergefunden werden. Und danach? Über das Weglaufen als Übergangsritual hinaus scheint es, dass Kinder vor einer schwierigen Situation davonlaufen. So kann das Weglaufen als ein Ruf um Hilfe betrachtet werden, welcher sich an die Familie, die Institution und die Gesellschaft wendet. Über die Bedeutungen des Weglaufens von Jugendlichen zu nachdenken, um die Betreuung Weggelaufener zu verstärken.

25. Mai, dem Internationalen Tag der vermissten Kinder

Die große Mehrheit des Verschwindens von Kindern in der westlichen Welt fällt unter den Aspekt Weglaufen, also Minderjährige, welche “freiwillig ihr Wohnsitz, ihre Institution oder ihre Aufnahmefamilie ohne Genehmigung ihrer Eltern oder Erziehungsberechtigten, welche diese ersetzen” verlassen. Die Weglaufer sind hauptsächlich Kinder zwischen 12 und 18 Jahren. Nach internationalen Studien “pendelt die jährliche Anzahl von Minderjährigen, welche den Wohnsitz (elterlich oder Institutionell) verlassen, zwischen 1,1 % und 8,7 % ” (Glowaks, 2004). Gemäss BFS lebten im Januar 2011 in der Schweiz  610 ‘ 166 Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren. Das Delta weggelaufener Kinder läge in der Schweiz folglich zwischen 6 ‘ 712 und 53 ‘ 084 Kinder pro Jahr. Eine abgeleitete und nicht bestätigte Zahl, da es keine nationale Statistik zu diesem Thema (BFS) gibt. Ein weitverbreitetes Phänomen also welches in den letzten Jahren in den angrenzenden Ländern stetig zunahm.

Für gewisse Forscher kann das Weglaufen “als integral zum Entwicklungsprozess gewisser Jugendlicher dazugehörend wahrgenommen werden” (Di Turro, 2009). Das Weglaufen als Übergangsritus; wie ein Ruf zum geheimnisvollen und anziehenden Unbekannten, ohne Autorität und Verantwortlichkeiten; das Weglaufen wie eine Art und Weise, sich der Autorität der Familie oder der Institution zu entziehen um schließlich auf eigenen Beinen zu stehen. Nach dieser Deutung soll das Weglaufen nur in Verbindung zu potentiellen Risiken auf  der Straße begleitet sein.

Die Daten stimmen überein: je länger ein Minderjähriger auf der Straße bleibt, umso mehr sind seine körperliche und psychische Integrität Risiken ausgesetzt. Das Weglaufen birgt also aufgrund seiner Konsequenzen ein gewisses Risiko. Die Jugendlichen müssen folglich möglichst rasch wiedergefunden werden.

Über das Weglaufen als Übergangsritual hinaus scheint es, dass Kinder vor einer schwierigen Situation davonlaufen. Die unterschiedlichen wissenschaftlichen Studien über das Thema zeigen gleichartige Risikofaktoren: eine schwierige Situation innerhalb der Familie, welchem vom Desinteresses der Eltern zu einem offen Konflikt reicht, oder schlimmer noch bis zu Misshandlungen. Man stellt “im Vergleich eine 6 bis 8 Mal höhere Erscheinung von Misshandlungen bei den Weggelaufenen als bei der Kontrollgruppe“ fest (Nervure, 2008). Außerdem “ist die Anzahl von den Weggelaufenen aus Institutionen  höher als diejenige aus  dem elterlichen Umfeld” (Glowaks, 2004). Schliesslich nehmen sie auch Risikofaktoren in Kauf wie Schwierigkeiten in der Schule, eine niedrige Selbstachtung, depressiven Verstimmungen und Selbstmordgedanken.

So kann das Weglaufen als ein Ruf um Hilfe betrachtet werden, welcher sich an die Familie, die Institution und die Gesellschaft wendet, um zu sagen: ” ich brauche Hilfe. Die Situation, in der ich lebe ist zu schwer, als dass ich sie länger ertragen kann und ich habe keine Kraft mehr, ihr zu trotzen, also handle ich, ich fliehe”.

Ansonsten ist das Jugendalter zweifellos eine Durchgangszeit zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenalter. Die Jugendlichen beginnen den Prozess der Individualisierung und des Umsetzens von Autonomie. In dieser Periode sind nicht nur die Beziehungen mit der Familie und der Gesellschaft Veränderungen unterworfen, auch körperliche Umwälzungen finden statt, unter anderem in Form neurobiologischer Änderungen im Gehirn eines Jugendlichen. Diese Letzten eröffnen den Jugendlichen zwar große Aktionsmöglichkeiten, geben ihnen jedoch noch nicht die Kompetenz, die Folgen der Handlungen voll und ganz abzuschätzen.  So werden Risikoverhalten, Entscheidungsschwierigkeiten etc. gefördert. (1)

Alle diese Elemente müssen im Falle eines Weglaufens berücksichtigt werden. Jedes Weglaufen ist unterschiedlich und man kann sie nicht auf eine lineare Weise interpretieren.

Die Stiftung Sarah Oberson, welche gegründet wurde um Familien, welche mit dem Verschwinden eines Kindes konfrontiert sind, zu unterstützen, will zur Reflexion über die Bedeutung des Weglaufens von Kindern beitragen. Sie organisiert deshalb am 14. November 2012 eine Soirée de réflexion zum Thema „Weglaufen: Ritus des Übergangs oder Ruf um Hilfe ?
Sie will über die Bedeutungen des Weglaufens von Jugendlichen nachdenken. Dies mit dem Ziel, das Verständnis und die Kenntnis der Eltern und der Fachleute zu erweitern, um die Betreuung Weggelaufener zu verstärken, indem die Erwartungen angepasst werden.

Clara Balestra, 21.05.2012

(1) Boutrel Benjamin (2012), “Vulnérabilité individuelle et vulnérabilité collective à l’origine de la consommation excessive d’alcool à l’adolescence. Point de vue neurobiologique, in Jaffé Ph. et Lachat M., Adolescents et alcool, un cocktail détonnant, IUKB et IDE, p. 37.

Nach dem Entführungsalarmsystem – kann man noch etwas Besseres anbieten?

24 Mai 2011

25. Mai 2010, dem Internationalen Tag der vermissten Kinder : Dieser Tag will die Erinnerung an diese Kinder wachhalten und den Eltern ohne Nachricht eine Botschaft der Hoffnung und Solidarität überbringen.

Seit drei Jahren weist die Sarah Oberson Stiftung mittels eines Artikels auf ihrem Blog auf den internationalen Tag vermisster Kinder, den 25. Mai, hin. Dieser Tag will die Erinnerung an diese Kinder wachhalten und den Eltern ohne Nachricht eine Botschaft der Hoffnung und Solidarität überbringen.

Myosotis.scorpioides

Während den vergangenen drei Jahren wurde das Reaktionsangebot bei einer Vermisstmeldung eines Kindes in der Schweiz mit dem Entführungsalarmsystem versehen, ein System welches sich ohne Unterlass immer weiter perfektioniert. Seit dem 1. Februar dieses Jahres erstreckt sich die Ausdehnung des Verteilungsnetzes der Vermisstmeldungsnachrichten auf die Handys der auf der Verteilerliste eingeschriebenen Personen. (Tragen Sie sich ein!)

Die Europäische Union (EU) bemüht sich ebenfalls um die Operationalisierung eines immer leistungsfähigeren Reaktionssystems.
Dies bedeutet, dass unter anderem die Idee eines Entführungsalarmsystems auf europäischem Niveau, für welches die Familie McCann viel Mühe aufgewendet hat, sich auf dem Weg der Realisation befindet.
In Zukunft werden 6 europäische Länder über ein Entführungsalarmsystem verfügen. Des Weiteren hat sich Frankreich im Rahmen des europäischen LADS.eu-Projekts (Lutte Anti-Disparitions dans l’Union européenne) mit Großbritannien, Belgien und den Niederlanden zusammengeschlossen.
Dieses Programm, welches durch die Europäische Kommission mitfinanziert wird, hat die Verstärkung der Kompatibilität und der Koordination des Entführungsalarmsystems zwischen Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien zum Ziel.

Andererseits, dank verfügten Normen und der Unterstützung der EU, verfügen fünfzehn europäische Länder, darunter Frankreich und Italien (in Großbritannien ist dieses Angebot nur teilweise verfügbar), über die einzigartige Rufnummer 116 000. Es handelt sich um eine Nummer, welche dazu dient, die Familien verschwundener, entlaufener oder weggenommener Kinder anzuhören und zu begleiten. Diese gemeinsame und kostenlose Nummer, während 7 Tagen und 24 Stunden zugänglich, will eine besser Koordination der Forschung seitens der zuständigen Behörden und Experten auf europäischem Niveau gewährleisten.
Die Nummer 116 000 erlaubt aber auch den Familien von vermissten Kindern Zugang zu Informationen, angehört zu werden und eine professionelle, zugängliche und verfügbare Unterstützung zu erhalten. Diese gemeinsame Nummer wird von Experten mehrsprachig geführt.

In Anbetracht der großen Mobilität seitens der Schweizer- und Europabürger könnte die Schweiz ihres System optimieren und sich in das europäische Netzwerk einschreiben, um damit das Entführungsalarmsystem zu ergänzen und die notwendigen Schritte der Familien und der zuständigen Behörden zu erleichtern.

Sarah Oberson Stiftung, 24.05.2011

- Entführungsalarm-System Internationale Situation, Sarah Oberson Stiftung
- Europa : Missing Children Europe calls for Enhancement of the Professional Standard of 116 000 Hotlines for Missing Children, 20.05.11
A practical guide for 116 000 hotlines, 05.2011
- Frankreich : 9ème Journée internationale des enfants disparus, 19.05.2011
- ‘Als ob der Weggang von Lucie nicht vergebens war‘, Fondation Sarah Oberson, 25.05.2010
- ‘Une fleur, message d’espoir et de solidarité‘, Fondation Sarah Oberson, 25.05.2009

„Als ob der Weggang von Lucie nicht vergebens war“

25 Mai 2010

Reichen wir an diesem 25. Mai 2010, dem Internationalen Tag der vermissten Kinder, eine Blume dar, zur Erinnerung an alle verschwundenen Kinder und als Zeichen der Solidarität mit deren Familien.

Myosotis.scorpioides

Familien, welche mit der Trauer und der Hoffnung des Wiedersehens kämpfen. Familien, welche „all diese Emotionen und diesen ganzen Schmerz in etwas positives“ verwandeln möchten (Vater von Lucie, Roland Trezzini).

„Als ob der Weggang von Lucie nicht vergebens war“ (Nicole Trezzini)

Auf diese Art drückt sich Lucies Mutter, ein Jahr nach dem Verschwinden ihrer Tochter aus, die Verbesserungen kommentierend, welche dieses Verschwinden – das letzte einer langen Reihe – in der Schweiz ausgelöst hat: die Einführung des Entführungsalarmsystems; Verbesserungen im polizeilichen Prozedere bei vermissten Personen (Kanton Schwyz) und bei der Vorgehensweise bei der Befreiung der Täter von schweren Delikten (Kanton Aargau) (Le Journal RSR, 25.04.2010).

Die Familie der 2007 verschwundenen Ylénia, deren Körper im Wald aufgefunden wurde, hat entschieden, eine Stiftung für in Not lebende Kinder zu gründen: „Vielleicht wird der Tod von Ylénia somit einen Sinn erlangen“ (TSR, 19.11.2007). 2009 haben die gesammelten Gelder unter anderem beim Aufbau und dem Betrieb einer Schule in den Philippinen geholfen.

Gerry und Kate McCann, die Eltern der vor drei Jahren in einem Hotelzimmer in Portugal verschwundenen Madeleine, welche nicht mit ihren Bemühungen zur Einführung eines europäischen Entführungsalarmsystems geizen.

Familie Oberson hat eine Stiftung gegründet, welche notleidenden Kindern hilft. Diese Stiftung hat insbesondere zur Einführung des Entführungsalarmsystems beigetragen, welches in der Schweiz seit Anfang dieses Jahres im Einsatz steht. Ein Vernetzungssystem zur Mitteilungsübertragung, dem sie nunmehr angehört.

Ein Dankeschön an all die leidgeprüften Familien, welche durch ihr Engagement die Umwandlung eines tragischen Ereignisses in einen konstruktiven Beitrag erreicht haben.

(Français) Une fleur, message d’espoir et de solidarité

25 Mai 2009