Stiftung Sarah Oberson : Kurzbericht der Aktivitäten 2016

24 April 2017

Aktivitäten 2016, Highlights :

  • Forschung „Statistiken zum Verschwinden von Kindern im Wallis“ (2016-2017) in Partnerschaft mit der HES-SO, Lehrgang Soziale Arbeit
  • Projekt Pädagogische Arbeitsblätter „die Kinderrechte im Unterricht“ in Partnerschaft mit dem IDE
  • Auswertung der Sensibilisierungskampagne der Sarah Oberson Stiftung (SSO) in Zusammenarbeit mit dem MIDE der Universität Genf
  • Parlamentarischer Eingriff: „Lagebild zum Weglaufen im Wallis
  • Behandlung aktueller Themen unter dem Gesichtspunkt der Kinderrechte auf dem Blog der SSO

Tätigkeitsbericht 2016 (französich)

 1.   Beitrag zur Verbesserung des Reaktionssystems im Fall verschwundener Kinder

Seit seiner Einführung im Januar 2010, wurde das Entführungswarnsystem niemals in der Schweiz ausgelöst: Fortan setzt sich die Sarah Oberson Stiftung (SSO) dafür ein, dass der Alarm ausgelöst werden kann, ohne dass ihn zu strenge Kriterien daran hindern. Das Kriterium der physischen und psychischen Gefahr für das Kind muss Priorität haben, darin inbegriffen sind wenn nötig, elterliche Entführungen und eigenständiges Weglaufen (siehe Jahresbericht 2016 zur aktuellen Lage in der Schweiz und Europa sowie zu den Prioritäten der Stiftung in diesem Bereich).

Wallis

Forschung „Statistiken zum Verschwinden von Kindern im Wallis“

Die SSO hat zusammen mit dem Studiengang Soziale Arbeit der HES-SO  das Projekt „Statistiken zum Verschwinden von Kindern im Wallis“ gestartet, welches in zwei Etappen erfolgte. 2016 haben sieben Studenten eine Literaturrecherche zu den verschiedenen Arten eines Kindesverschwindens unternommen. Verschiedene Ansatzpunkte werden derzeit von der SSO untersucht damit diese Forschungsarbeit bestmöglich genutzt werden kann.

2017 werden zwei Studenten eine quantitative Forschung über zwei Jahre zu dem Weglaufen von Kindern im Wallis im Rahmen ihrer Bachelorarbeit durchführen. Das langfristige Ziel der SSO ist es, das der Staat Präventionsmaßnahmen und –strategien als Antwort auf die verschiedenen Kategorien von Kindesverschwinden geben kann, welche sich auf hochwertige wissenschaftliche Statistiken und Forschungen stützen.

Weglaufen – Parlamentarischer Eingriff

Eine parlamentarische Interpellation „Lagebild zum Phänomen des Weglaufens im Wallis“ wurde am 10.03.2016 von Frau Nicole Carrupt, parlamentarisch PRL, mit der Zusatzsignierung von Frau Véronique Coppey, vorgelegt. Dieser Antrag verlangt eine stärkere Einsicht in das Phänomen des Weglaufens von Kindern.

Am 8. September 2016 antwortete der Regierungsrat Freysinger teilweise auf diese Interpellation. Die Abgeordneten und die SSO werden diesen Weg weitergehen, indem sie die Ergebnisse der laufenden Forschungen mit der HES-SO miteinfließen lassen.

Sensibilisierungskampagne: Ihr Kind ist nicht heimgekommen?

In 2014 wurde die Informationskampagne zur Problematik des Verschwindens von Kindern lanciert und Anfang 2016 mit einer letzten Pressemeldung zum Fortlaufen von Kindern auf Deutsch beendet (Für weitere Informationen zu den einzelnen Aktionen der Kampagne, kann der Jahresbericht 2015 1.1.3 der SSO eingesehen werden).

Dank der Beteiligung und der Kollaboration von Maximilien Dacheville, Doktorand am Interdisziplinären Zentrum zur Analyse von humanen und sozialen Prozessen der Universität Rennes (Frankreich), hat sich die SSO 2016 daran gemacht, die Auswirkung dieser Sensibilisierungskampagne zu analysieren. Diese Forschung wurde mithilfe des Interdisziplinären Masters in Kinderrecht (MIDE) der Universität Genf initiiert. 2016 haben fünf Studierende 300 Fragebögen von Eltern beantworten lassen, die in Sion wohnhaft sind. Eine erste quantitative Analyse konnte von den Studenten durchgeführt werden. Es bleibt die Frage, ob diese Ergebnisse von dem Doktoranden Dacheville qualitativ analysiert werden können.

2.   Stärkung des Dialoges zu den Verletzungen der Kinderrechte

Projekt der pädagogischen Arbeitsblätter

Der Rat der SSO hat beschlossen das Projekt „pädagogische Arbeitsmaterialien: die Kinderrechte in der Schule: Promotion der Kinderrechtekonvention der Vereinten Nationen (KRK) in der Schweiz für Schüler_innen und Lehrer_innen“ zu unterstützen. Dieses Projekt, geleitet von vom IDE, hat zum Ziel die KRK im schulischen Milieu auf nationaler Ebene zu fördern und umzusetzen.

Internetseite der Stiftung

Auf ihrer Internetseite möchte die Stiftung Platz für Texte, Artikel, Dokumentationen und Aktionen zum Thema der Kinderrechte einräumen. Stets aktualisiert, ist sie ein nationales Portal zu Fragen rund um die Kinderrechte und dem Verschwinden von Kindern.

Blog

2016 wurden 23 Artikel online gestellt. Aktuelle Themen aus Sicht der Kinderrechte sind der SSO besonders wichtig: Kinderrechte generell (Zugang zum Rechtssystem, internationale Konventionen und Protokolle); Verschwinden von Kindern (Entführungsalarmsystem, Entführungen, Weglaufen, unbegleitete Jugendliche, …); Misshandlung von Kindern (darunter Zwangsheiraten); … Im Interesse einer ganzheitlichen Informationsbeschaffung für unsere Leser, werden die von oder für die SSO geschriebenen Artikel durch Texte von anderen Seiten ergänzt, die sich auch mit den Kinderrechten auseinandersetzen (IDE, ISS, ADEM, Schweizerisches Netzwerk für die Kinderrechte, CSDH).

Soziale Netzwerke

Die Stiftung verfügt über eine Facebookseite, ein LinkedIn Konto mit einer SOS Seite und Zugang zu verschiedenen Gruppen; ein Twitter Konto und einem Google+ Konto.

FSO, April 2017

Der Zugang zur Justiz gestaltet sich für Kinder

5 Dezember 2016

16.3626 Motion. RK-N. Konkreter Aktionsplan für den Schutz vor Diskriminierung

Inhalt Der Bundesrat wird ersucht, auf der Grundlage des Berichts und der Empfehlungen der Studie «Zugang zur Justiz in Diskriminierungsfällen» des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte (SKMR) einen konkreten Aktionsplan zur Behebung der in dieser Studie aufgezeigten Mängel auszuarbeiten.

Auszüge aus dem Wintersession 2016 : Empfehlungen von Kinderschutz Schweiz, S. 6

Empfehlung Kinderschutz Schweiz empfiehlt Annahme der Motion.

Begrundung Der Zugang zur Justiz gestaltet sich für Minderheiten, die von Diskriminierung betroffen sind, ungemein schwierig. Handelt es sich dabei um Kinder, ist die Chance, dass sie wirksame Rechtsbehelfe nutzen können und eine angemessene Rechtsvertretung im Verfahren haben, noch kleiner. Für Kinderschutz Schweiz ist es von grosser Bedeutung, dass das Recht auf Schutz vor Diskriminierung (Art. 2 UNO-KRK) in der Schweizer Gesetzgebung verankert ist. Nun geht es darum, den Betroffenen den Zugang zur Justiz zu erleichtern, insbesondere für die Kinder. Durch einen konkreten Aktionsplan zum Schutz vor Diskriminierung kann den hindernden Elementen entgegengewirkt werden, die dazu führen, dass Art. 261bis StGB nur selten zur Anwendung kommt. Besonders zu erwähnen ist das Beschwerderecht von Minderheitenorganisationen (15.460), das unbedingt in den Aktionsplan miteinfliessen soll

Familiäre Armut darf kein Grund für eine Kindeswegnahme sein

7 November 2016

Herr Nigel Catwell in seiner Präsentation der Richtlinien in Bezug auf den Schutz von der Wegnahme von Kindern, dass die familiäre Armut allein niemals ein Grund sein darf für die Kindeswegnahme.

Während der einführenden Vorträge der „internationalen Konferenz zu alternativen Betreuungsmaßnahmen“ unterstrich Herr Nigel Catwell in seiner Präsentation der Richtlinien in Bezug auf den Schutz von der Wegnahme von Kindern (2012), dass die familiäre Armut allein niemals ein Grund sein darf für die Kindeswegnahme.

In der Tat, so bestätigt Herr Zermatten, Präsident des Kinderrechtekomitees der Vereinten Nationen zum Zeitpunkt der Verabschiedung der Richtlinien, die „hohe Anzahl an Kindern, welche in alternative Betreuungseinrichtungen in verschiedenen Ländern geschickt werden und dass oft die materielle Armut der Familie Hauptgrund dafür ist…“.

Die Richtlinien verteidigen dieses Verbot mit unterschiedlichen Argumenten. Einerseits und in Übereinstimmung mit der KRK, sehen sie die Familie als „ Milieu, indem das Aufwachsen und das Wohl aller ihrer Mitglieder und insbesondere der Kinder, am natürlichsten ist“ (Präambel KRK).

Andererseits legen sie fest (10.), dass „ spezielle Maßnahmen getroffen werden müssen, um gegen Diskriminierung vorzugehen, welche sich auf den Status des Kindes oder seiner Eltern, egal aus welchem Grund, und die Armut miteingenommen,… gründet“. Mit diesem Artikel zeigen sich die Verfasser misstrauisch gegenüber der unkritischen Akzeptanz von „konventionellen Lebensweisheiten“ (Catwell), welche so oft Grund für Institutionen waren Kinder von ihren Familien zu trennen und sie nach den verschiedenen Prinzipien zu erziehen, welche sie als schädlich erachten (die Nomaden in der Schweiz[1], die Aborigines in Australien,… und die Armen überall in den westlichen Ländern seit dem 19. Jahrhundert).

Außerdem nennen die Richtlinien klar (15.) dieses Verbot und versichern, dass die Staaten die Familien in finanziellen Schwierigkeiten mit angepassten Programmen im Kampf gegen die Armut unterstützen müssen. Letztere, wenn wirksam, verhindern zusätzlich, dass das Kind von der eigenen Familie verlassen wird.

…und die Schweiz?

Im Rahmen des Sarah Oberson Abends 2015 „Armes Kind sein in der Schweiz“ bereitete dem Präsidenten von ATD Vierte Welt insbesondere Sorgen, „dass in der Schweiz und im Rest der Welt, die Konzeption des 19. Jahrhunderts, welche den Kreislauf der Armut durch Trennung der Kinder von ihren Eltern durchbrechen sollte,  trotz der Entwicklung der internationalen Rechtslage und professioneller Praktiken, für die Ärmsten weiterhin gilt.“

In der Schweiz, in welcher dem Kinderrechtekomitee nach „ tiefe Unterschiede zwischen den Kantonen hinsichtlich der Auswahlkriterien beobachtet werden konnten,…“; welche Auswirkung hat die Armut auf die Platzierung von Kindern und welchen Einfluss das Nationale Programm zur Prävention und Bekämpfung von Armut 2014-2018?

Clara Balestra, 17.10.16

[1] In der Schweiz war es bis in den 1970er Jahren das Ziel der öffentlichen Behörden, jedes Nomadenleben zu beseitigen, indem die Kinder weggenommen wurden (Projekt „Kinder der großen Straße“ umgesetzt von der Stiftung ProJuventute).“ Am 11.10.16: http://www.ekr.admin.ch/themes/f129.html

Kinder in schweizerischen Städten: Haben sie die gleichen Chancen?

6 September 2016

“Durch die Beschreibung einer Kindheit, die nicht nur plural ist, sondern auch weitgehend ungerecht, startet diese Studie eine Analyse der Kapazität in der Schweiz, Chancengleichheit für alle zu garantieren.”

Auszüge aus dem Bericht von M. Michele Poretti, „Stadtkinder und öffentliche Politik: Blickwechsel auf die Kinder aus verschiedenen Vierteln der Stadt Sitten“, 2016. Der Autor behandelt in diesem Bericht Themen, die über den Diskriminierungsaspekt hinausgehen.

Photo : Franck Michel, flickr/creative commons

Porettis Essay „präsentiert die Ergebnisse einer partizipativen Studie, welche mit rund einhundert Kindern zwischen 8 und 10 Jahren in der Stadt Sitten durchgeführt wurde“ (Beispielhaft für andere Städte). „Die Studie (…) wurde an Schulen in drei verschiedenen Vierteln (Stadtzentrum, einfache Vororte, „Villenviertel“) durchgeführt und (…) hat unterschiedliche Methoden benutzt (Bsp. Spaziergänge durch die Viertel, Zeichnungen, Interviews, Umfrage)“. (S. XI)

„Auch wenn die Teilnehmer_innen dieser Studie einige ähnliche Erfahrungen teilen, wie etwa einen Lebensrhythmus bestehend aus Schule und Freizeit, unterstreicht diese Studie (…)dass die Kindheit eine vielseitige Erfahrung ist, welche sich durch die Lebensräume, den sozioökonomischen Stand und das Geschlecht bestimmt. In vielfacher Hinsicht ist das Leben der besser behüteten Mädchen und Jungen aus den „Villenvierteln“ komplett anders als jenes Leben der benachteiligten Kinder aus den einfachen Vororten.“ (S. XII) „Dort, wo für die einen das Viertel aus dem privaten Garten besteht, wird für andere der Schulhof, die Straße oder die öffentlichen Sportanlage zum Spielraum.“ (S. XI) „ Wo Mädchen und Jungen aus wohlhabenden Verhältnissen generell in mehrere außerschulische Betätigungen pro Woche involviert sowie in familiären Beschäftigungen integriert sind, besteht die Freizeit der benachteiligten Kinder oft aus dem freien Spiel im Viertel, wenn es die Möglichkeit dazu gibt.“ (S. XI)

„Durch die Beschreibung einer Kindheit, die nicht nur plural ist, sondern auch weitgehend ungerecht, startet diese Studie eine Analyse der Kapazität in der Schweiz, Chancengleichheit für alle zu garantieren.“ (S.XII)

Die Schweiz hat sich engagiert „die Rechte, wie sie in der Kinderrechtskonvention dargelegt sind, zu respektieren und jedem Kind zu garantieren“ (Art. 2.1). Diesbezüglich empfiehlt das Kinderrechtekomitee in seinen Final Observations 2015 „ (der Schweiz), die Bemühungen zur Beseitigung von Diskriminierung gegenüber Kindern zu verstärken.“ (25).[1]

Um diese Differenzen zu beseitigen, muss man diese nach Poretti zunächst identifizieren indem „partizipative Prozesse (…),zur Deutlichmachung der verschiedenen Kindheiten (…und zum) besseren Verständnis der Lebensumstände in denen die Kinder leben…“, angewendet werden. Danach müssen die gewonnenen Erkenntnisse aus den partizipativen Workshops in die Entscheidungen der Politik, welche die „sektorielle Kinder-und Jugendpolitik überschreiten, miteinfließen damit wahrhaftige „transversale“ Politiken umgesetzt werden können. Dadurch können enge Verbindungen zwischen der Situation der Kinder und der Politik auf Niveau der Freizeit, der Stadtplanung, der Mobilität, der Schule sowie mit der wirtschaftlichen und sozialen Politik im weiteren Sinne geknüpft werden.“ (S. XII)


[1] In diesem Abschlussbericht wird insbesondere auf die „Migrantenkinder, Geflüchteten und Asylantragenden, Kinder mit Behinderungen und Kinder ohne Dokumente.“ verwiesen, ohne aber andere Gruppen auszuschließen (zwischen den Kantonen (28) und sozialen Klasse (65)…).

Die Zeitung von unbegleitete Minderjährige « Ma voix pour toi »

12 Januar 2016

Im vergangenen November organisierte die Schweizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes (SSI) einen Workshop für unbegleitete Minderjährige (MNA) mit dem Ziel, die zweite Nummer der Zeitung « Ma voix pour toi » herauszugeben, die voll und ganz diesen jungen Menschen gewidmet ist.

Artikel von SSI, Dezember 2015

Die aktuelle Migrationskrise hat zur Folge, dass immer mehr Kinder ohne elterlichen Schutz in der Schweiz ankommen. Diesen unbegleiteten Minderjährigen muss besondere Aufmerksamkeit zuteil werden, denn es fehlt ihnen oft an kulturellen und familiären Bezugspunkten, sie verfügen vielfach nur über unzulängliche Informationen, was ihren Aufenthalt in der Schweiz betrifft und leben ausserdem oft in grosser Isolation – Umstände, die ihr Wohlbefinden und ihre Entwicklung gefährden.

15 UMA aus den verschiedensten Ländern (Afghanistan, Tunesien, Gambia, Senegal, Eritrea, Guinea-Conakry, Syrien, Somalia und Irak) nahmen am Workshop teil und befassten sich in Gruppen intensiv mit dem Thema „Berufliche Ausbildung“.

Die Jugendlichen erzählen, wie sie heute leben und von welchem Beruf sie als Kind träumten. Sie vergleichen ihr Leben in der Schweiz mit dem Alltag in ihrem Herkunftsland und beschreiben die damit verbundenen Schwierigkeiten. Ihre Geschichten sind mal hoffnungsvoll, mal voller Enttäuschung, trotz allem aber immer von Optimismus geprägt.

Abel (Name geändert) aus Tunesien: „Ich war überrascht, dass die Schule in der Schweiz schon mit 15 Jahren abgeschlossen wird. Ich dachte, dies sei erst mit 18 Jahren der Fall wie in Tunesien. Es ist schwieriger, man muss eine Stelle suchen…aber man kann früher zu arbeiten beginnen und Geld verdienen. So wird man finanziell selbstständig und ist nicht auf die Sozialhilfe angewiesen.“

Die nächste Nummer zum Thema „Bezugspersonen für UMA“ wird im Sommer 2016 erscheinen.

Migrationskrise: und die Kinder?

20 Oktober 2015

Alle von der Flüchtlingskrise betroffenen Länder haben das Übereinkommen über die Rechte des Kindes ratifiziert. Dieses Übereinkommen sieht vor, dass die Kinder von Flüchtlingen und nichtbegleitete Minderjährige eben wie Kinder behandelt werden und nicht wie Flüchtlinge oder Migranten, welche von den verschiedenen nationalen Gesetzgebungen anders behandelt werden. Dies darf nicht ausser Acht gelassen werden, sobald wir, eines Tages, die aktuellen Fragen der „Flüchtlingskrise“ systematisch beurteilen können.

Editorial, von Daniel Stoecklin, von Institut international des Droits de l’Enfant 15. Oktober 2015

Seit mehr als einem Monat wird bezüglich der Zahl, der Unterscheidung von Flüchtlingen und Migranten, der Migrationspolitik, der Geopolitik, sowie politischer und wirtschaftlicher Interessen von einer „Migrationskrise“ in Europa gesprochen. Doch über die Kinder, welche ins Exil flüchten, wird kaum ein Wort verloren: Wie viele sind es? Haben sie Zugang zu einer Schule? Zu medizinischer Versorgung? Welche Rechte werden ihnen tatsächlich garantiert? Die Antworten auf die Flüchtlingskrise befinden sich auch, und vielleicht auch vordergründig in den Antworten auf diese konkreten Fragen.

Zahlen

Gemäss dem Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) befinden sich 4 Millionen syrische Flüchtlinge in ihren Nachbarstaaten: fast 1.939.000 in der Türkei, 1.147.900 im Libanon, 628.900 in Jordanien, 248.500 im Irak und 132.400 in Ägypten. In der europäischen Union sind es insgesamt 332.400. Vor allem Deutschland hat die Flüchtlinge Anfangs mit offenen Armen aufgenommen, bevor dessen Flüchtlingspolitik strenger wurde. In den restlichen EU-Ländern zählt man insgesamt 96.400 Flüchtlinge. In der Schweiz schätzt Hans-Jürg Käser, Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und direktoren, die Gesamtzahl im September auf 4000. Dies soll einen „Sprung“ von 500 verglichen mit dem vorgehenden Monat darstellen. Bis Jahresende sind 30.000 erwartet. Das Staatssekretariat für Migration plant unter anderem die Bereitstellung des Truppenlagers Glaubenberg (Obwald) als Bundesasylzentrum. Etienne Piget, Vizepräsident der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen, hebt folgendes hervor: „Die Schweiz hat schon Erfahrung mit vergleichbaren Zuwanderungsströmen. Während dem Kosovokrieg, von 1998 bis 1999, hatten wir bis zu 40.000 Asylanträge pro Jahr, was die heutige Anzahl der Anträge bei weitem überstieg. Das Schicksal der Opfer bewegt uns und man vergisst schnell!“

Herausforderungen

Die Flüchtlinge werden jedoch fast überall als „die Geiseln innenpolitischer Herausforderungen“, wie es Hana Jaber im Falle von Jordanien und er Türkei unterstreicht, benutzt (Le Monde Diplomatique, Oktober 2015). Die Flüchtlingsströme könnten sogar zur politischen Herausforderung werden: am 6. Oktober hat der Fernsehsender Arte eine Reportage ausgestrahlt, in der die These vertreten wird, der türkische Präsident Erdogan hätte die Abwanderung von syrischen Flüchtlingen in europäisches Territorium erleichtert, um, dank dieses Druckmittels, Vorteile für sein Land eingeräumt zu bekommen. Man kann unter anderem an einen EU-Beitritt denken. Die makabren Geschäfte der Schleuser könnten unter Umständen durch kaltes geopolitisches Kalkül vereinfacht werden… Das UNHCR ruft dazu auf, die Flüchtlings- und Asylthematik nicht weiter zu politisieren und erinnert an die Risiken, welchen dem Krieg und der Verfolgung flüchtende Menschen ausgesetzt sind.

Alle von der Flüchtlingskrise betroffenen Länder haben das Übereinkommen über die Rechte des Kindes ratifiziert. Dieses Übereinkommen sieht vor, dass die Kinder von Flüchtlingen und nichtbegleitete Minderjährige eben wie Kinder behandelt werden und nicht wie Flüchtlinge oder Migranten, welche von den verschiedenen nationalen Gesetzgebungen anders behandelt werden. Dies darf nicht ausser Acht gelassen werden, sobald wir, eines Tages, die aktuellen Fragen der „Flüchtlingskrise“ systematisch beurteilen können.

Bild: Bör Benedek photo, September 2015, Röszke, Flickr/Creative Commons

Themen : Als Kind arm sein in der Schweiz

21 September 2015

Gemäß der UN-Kinderrechtskonvention (KRK) hat „jedes Kindes (das Recht) auf einen seiner kör¬per¬lichen, geisti¬gen, seel¬is¬chen, sit¬tlichen und sozialen Entwick¬lung angemesse¬nen Lebens¬stan¬dard [...].” (Art. 27.1.). Im Februar 2015, im Rahmen der Prüfung des Berichts der Schweiz an das Kinderrechtekomitee, „65. (empfiehlt) der Ausschuss [...] dem Mitgliedsstaat (Schweiz) sein Sozialhilfeleistungssystem für Familien zu verbessern mit dem Ziel, dass alle Kinder im ganzen Land(…) einen angemessenen Lebensstandard genießen.”

Sarah Oberson Konferenz 2015 : Als Kind arm sein in der Schweiz, 11 November 2015, 19:00-21:00, Casino Saxon, Saxon


© D Sharon Pruitt, Flickr/Creative Commons

„Die Auswirkungen von Armut und prekärer Lebenssituation auf ein Kind sind bekannt: schlechter Gesundheitszustand, verminderte physische Entwicklung, schwache linguistische und kognitive Entwicklung, mittelmäßige Schulleistung, Verhaltensauffälligkeiten, so wie das Risiko in der Zukunft arbeitslos und/ oder kriminell und/oder abhängig zu werden.” (CSDH, 31.10.12)

Wie aus der Sozialhilfestatistik des Bundesamts für Statistik (BAS) hervorgeht ist in der Schweiz die Altersklasse 0-17 am stärksten von Armut betroffen. So liegt die Sozialhilfequote aller Altersklassen bei 3.2. Für die Kategorie 0-17 Jahre liegt sie bei 5.2 (aktuellste Datensätze, 2013). Diese Situation ist nicht neu. 2006 hat die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen Alarm geschlagen und die materielle Verarmung von Kindern angeprangert, „knapp 45% der Sozialhilfeempfänger sind Kinder…”.

Das Wallis ist da keine Ausnahme. Gemäß der von dem Kanton Wallis lancierten Studie vom 01.06.2015 „ haben sich die Kosten der Sozialhilfe im Wallis zwischen 2011 und 2014 mehr als verdoppelt”. Laut Herrn Favre, Leiter der Dienststelle für Sozialwesen, sind „ die Alleinerziehenden mit 27% überrepräsentiert” (Le Nouvelliste, 02.06.15, S.4).

Die Schweiz reagiert. 2010 präsentiert der Bundesrat die Gesamtschweizerische Strategie der Schweiz zur Armutsbekämpfung. Ein Schwerpunkt wurde hier klar auf die Kinder gelegt. „Gerade der Aspekt der eingeschränkten Entwicklungs-möglichkeiten ist bei Kindern im Vergleich zu anderen armutsgefährdeten Bevölkerungsgruppen von besonderer Bedeutung, weil dadurch auch die Zukunftschancen der Kinder beeinträchtigt werden”. Aus diesem Grund genehmigt der Bundesrat 2013 das nationale Programm zur Prävention und Bekämpfung von Armut 2014-2018.

Nichtsdestotrotz hat sich der Bundesrat dazu entschlossen, die Armutsbekämpfung bei Kindern nicht unter dem Blickwinkel der Kinderrechte zu betrachten und gemäß internationaler Verträge (Ratifizierung der KRK durch die Schweiz 1997) zu handeln. Allerdings sollte nach dieser Methode gehandelt werden, da es sich dabei nicht nur um ein von der Schweiz festgelegtes politisch internationales Ziel handelt, sondern auch das Problem in einem holistischen Ansatz behandelt würde und so einige Schwächen der gebotenen Antworten aufwiegen könnte. Gemäß dem Schweizerischen Kompetenzzentrum für die Menschenrechte (SKMR): „ein Ansatz basierend auf der Umsetzung von Maßnahmen in Zusammenhang mit den Kinderrechten (…), könnte einen objektiveren Blick auf die Situation von Kindern in der Schweiz geben und Maßnahmen erlauben, die zielgerichteter und effektiver sind”.

Einerseits tragen wir zu nationalen Fünfjahresprogrammen bei, die das Ziel haben Antworten auf diverse Problematiken in Zusammenhang mit der Kindheit (Programme Jugend und Medien; Programm Jugend und Gewalt…)zu geben. Diesen fehlt es jedoch an Struktur und Einheitlichkeit. Es ist wichtig sich daran zu erinnern, dass die KRK keine Auflistung von zu befolgenden Regeln ist, sondern eine Gesamtheit von Rechten, (welche sich gegenseitig ergänzen und in Zusammenhang zueinander stehen) die es umzusetzen gilt. So gilt auch 2015 weiterhin, „11. Das Komitee empfiehlt dem Mitgliedsstaat (Schweiz)eine Politik und eine nationale Strategie zur gesamtheitlichen Umsetzung der Prinzipien und Dispositionen der Konvention in Abstimmung mit den Kindern und der Zivilgesellschaft zu entwickeln und umzusetzen, um so einen Rahmen für die Strategien und Pläne der Kantone zu bilden.”

Andererseits verhindern wir die Suche nach einer Lösung. Es besteht eine direkte Abhängigkeit zwischen der Gesellschaft in der Kinder leben und der Umsetzung ihrer Rechte. „Ganz allgemein beschränkt sich die Kinder-und Jugendpolitik auf sektorale und zielgerichtete Interventionen, als ob (…)Eingriffe in Bereiche wie das Soziale, Stadtplanung, Unterkunft, Mobilität oder Arbeit die Kinder, die Jugendlichen und ihre Familien nicht betreffen würden bzw. dass sie keine signifikanten Einfluss auf ihr alltägliches Leben haben würden.”(Poretti, S.27)

Die Kinderrechte sollten in allen Entscheidungen, die Kinder in irgendeiner Form betreffen, berücksichtigt werden. Es handelt sich dabei um die Schaffung eines „Kinderrechte-Reflexes” oder einer „Kultur der Kinderrechte”. Die Kinderarmutsproblematik könnte dadurch in ihrer Gesamtheit (soziologisch, politisch, wirtschaftlich, steuerlich, kulturell…) verstanden werden und aus ihrer aussichtslosen Situation „geholt” werden.

Es ist jedenfalls hervorzuheben, dass in den Maßnahmen der Schweiz zur Armutsbekämpfung die Beteiligung der Kinder selbst fehlt. Kinder haben das Recht darauf sich an der Kenntnisnahme, der Verständigung und der Lösungssuche dieses Phänomens zu beteiligen (Art. 12, KRK), da sie es sind die täglich damit leben müssen. Außerdem kann ihre Beteiligung die Erfolgschancen nur erhöhen.

Ausgehend von einer theoretischen Vision der Kinderrechte, wird der Konferenz Sarah Oberson zusammen mit Experten aus Theorie und Praxis zu den schweizerischen und lokalen Realitäten rund um das Thema „Kind in Armut” diskutieren.

3. Karawane der Kinderrechte

13 Juli 2015

Das internationale Institut der Rechte des Kindes und seine belgischen, schweizerischen und französischen Partner führen die 3. Karawane der Kinderrechte durch – ein Besuch der Institutionen von Europa und der UNO. Sieben Tage Entdeckungsreise vom 9. bis 15. September 2015!

Text erschienen auf der Website des internationalen Instituts der Rechte des Kindes (IDE) am 02.06.15.

Nach den Erfahrungen in den Jahren 2010 und 2012 muss die «Die Karawane der Kinderrechte» erneut losziehen. Aufgrund dieser Erfolge startet das Abenteuer im September 2015 erneut mit folgenden Schwerpunkten:

  • die Komplementarität zwischen theoretischen Kenntnissen und der Praxis
  • Begegnungen und Ausführungen von bekannten Fachleuten
  • eine transnationale Reiseroute (Belgien, Frankreich, Schweiz), die Besuche von regionalen und internationalen Instituten der durchquerten Länder umfasst
  • eine konkrete und interaktive Auseinandersetzung mit den internationalen Institutionen und den Kontrollverfahren der Verträge
  • Teilnehmende mit unterschiedlichem Hintergrund
  • Vertiefung der Themen in Verbindung mit aktuellem Geschehen rund um die Kinderrechte

Das Ziel der Karawane der Kinderrechte ist, die Institutionen der Europäischen Union, des Europarats und der Vereinten Nationen zu entdecken, um besser zu verstehen, was diese für die Einhaltung der Kinderrechte tun.

Während sieben Tagen begegnet die Karawane Instanzen und Organen, welche die Aufgabe haben, die Wahrung der Kinderrechte durch die Staaten, die in erster Linie zuständig sind, sicherzustellen.

Durch die Besuche und Begegnungen werden die bestehenden Mechanismen besser verstanden und zugänglicher für Fachpersonen, die so ihre Relevanz und Effizient beurteilen können, um sie besser einzusetzen.

Es ist eine Ausbildungstätigkeit mit theoretischem und praktischem Inhalt – ein partizipativer und interaktiver Zugang.

Eine Methode, die Begegnungen, Besuche, Diskussionen, Debatten, praktische und konkrete Lernprozesse und … Entspannung verbindet.

Die Partner:

  • Défense des Enfants International Belgique (DEI); eine NGO, welche die Kinderrechte bekannt macht und fördert, www.dei-belgique.be
  • Internationales Institut der Rechte des Kindes (IDE); eine NGO, die Fachpersonen ausbildet, die mit und für Kinder arbeiten, und die allgemeine Sensibilisierung auf Kinderrechte, www.childsrights.org
  • Dynamo International Belgique, welche die Strassensozialarbeit international vernetzt, um die Einhaltung und Verteidigung der Kinderrechte zu fördern, www.travail-de-rue.net
  • Centre interfacultaire en droits de l’enfant (CIDE) der Universität Genf (UNIGE), Schweiz, die öffentliche Schweizer Universität, die im Bereich Kinderrechte ausbildet, www.unige.ch/cide
  • Centre interdisciplinaire des droits de l’enfant Belgique (CIDE) hat die Forschung, Ausbildung und ein interdisziplinäres Denken über den Platz der Kinder und Jugendlichen in der heutigen Gesellschaft zum Ziel, www.lecide.be

Journal du droit des jeunes (belgische und französische Ausgabe) behandelt Jugendfragen aus dem juristischen Blickwinkel: Schulrecht, Sozialhilfe, Recht der unbegleiteten Minderjährigen, Jugendhilfe und -schutz usw., www.jdj.be und www.jdj.fr

Flyer der Karawane

Informationen und Anmeldung: www.caravane2015.eu

Kinder von getrennten Eltern: ein Befähigungsansatz

31 März 2015

“Eine Trennung und ihre Folgen gehen über die mikrosoziale Ebene der Familie hinaus: Ihre Wurzeln und Grundlagen liegen in strukturellen Faktoren (Ehe- und Erziehungsstile, Infrastruktur, Familienpolitik usw.), die mit den individuellen Befähigungen der einzelnen Personen in Verbindung stehen (Vater, Mutter, Kinder) und als Ganzes berücksichtigt werden müssen. Nur so können die Interessen und Rechte jeder beteiligten Person noch besser respektiert werden.”

Von Herr Daniel Stoecklin, assoziierter Professor für Soziologie, spezialisiert auf Kinder und Kinderrechte, am universitären Institut Kurt Bösch, Sitten. Gastreferent am runden Tisch von Sarah Oberson Konferenz 2014 : “Kinder und Trennung: von den Gründen zu vorgeschlagenen Massnahmen!

„Ich möchte den Schwerpunkt auf jene Elemente legen, die meiner Meinung nach kennzeichnend für die Rolle der Gesellschaft bei der Gewalt von einigen Trennungen sind. (…) Das Gefühl eines Elternteils oder beider Eltern, bezüglich Kontakt zum Kind ungerecht behandelt worden zu sein, hat tiefliegende soziologische Wurzeln im Zusammenhang mit dem Platz, der dem Mann beziehungsweise der Frau in der Erziehung der Kinder zugewiesen ist und den Rollen, die alle drei – Kind, Frau und Mann – in der Anerkennung ihrer Rechte erreichen konnten. (…)

Die Ehe- und Erziehungsstile sind wichtige soziale Faktoren, welche die Situation der Kinder bei einer Scheidung oder einer Trennung beeinflussen. (…) Ein theoretischer Ansatz, mit dem diese Einwirkungen deutlich gemacht werden können, ist der Befähigungsansatz . (…) Bei diesem Ansatz steht die Entwicklung der Entscheidungsfreiheit der Personen und nicht ihre konkreten Entscheidungen im Zentrum der Aufmerksamkeit. (…)

Unter dieser breiteren Perspektive wird deutlich, dass verspätete oder ungenügende Unterhaltszahlungen nur ein Teil der Problematik sind und andere strukturellere Faktoren von grundlegender Bedeutung sind. (…)

Im weiteren Sinn gehört diese Studie auch zur Analyse der Lebensverläufe, um die Diversität längerfristig zu untersuchen . Dabei muss die Umkehrung der Wohlstandsströme zwischen den Generationen berücksichtigt werden, die nun von den Eltern zu den Kindern führen. Denn Ende des 19. Jahrhunderts wird das Kind zu einem „öffentlichen Gut“ (Kindesschutz) und die Trennung zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeitsbereich geht zurück. Die stark hierarchische Gliederung der Geschlechter und der Generationen verschwindet also zunehmend .

Vor allem die Opportunitätskosten können hervorgehoben werden: Was kostet die Mutterschaft die Frau in Bezug auf die persönliche und insbesondere die berufliche Verwirklichung?  In der Schweiz sind diese Kosten hoch. Es ist sehr schwierig, das Familien- und Berufsleben zu vereinbaren: Von der 1960/64-Generation haben 22 % der Frauen kein Kind – diese Zahl steigt bei jenen mit einer tertiären Ausbildung auf 39 %. Für diese ist es am schwierigsten, das Familien- und Berufsleben in Einklang zu bringen . Oris schliesst mit der Aussage ab, dass eine Mischung aus wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aspekten für die Kluft unter den Frauen verantwortlich ist. In der Schweiz kommt heute eine ungeeignete Sozialpolitik hinzu, die weiterhin auf alte Familienwerte aufbaut . (…)

Die Kinder, deren Eltern sich trennen oder scheiden, haben Rechte, die respektiert werden müssen – genauso wie die Rechte aller Personen, die an diesen häufig komplexen und emotional aufgeladenen Situationen beteiligt sind. (…) Dazu empfehlen wir den Befähigungsansatz, mit dem die ganze soziologische Komplexität solcher Situationen beleuchtet werden kann. Eine Trennung und ihre Folgen gehen über die mikrosoziale Ebene der Familie hinaus: Ihre Wurzeln und Grundlagen liegen in strukturellen Faktoren (Ehe- und Erziehungsstile, Infrastruktur, Familienpolitik usw.), die mit den individuellen Befähigungen der einzelnen Personen in Verbindung stehen (Vater, Mutter, Kinder) und als Ganzes berücksichtigt werden müssen. Nur so können die Interessen und Rechte jeder beteiligten Person noch besser respektiert werden.“

25 JAHRE KINDERRECHE

18 November 2014

25 JAHRE

KINDERRECHE

AM 20.11.2014

Logo Covention on the Rights of the Child 25th Anniversary

Celebrating 25 years of the Convention on the Rights of the Child!

20 November marks 25 years since the adoption of the UN Convention on the Rights of the Child at the General Assembly in New York.

November 1989 was historical in many ways, not least because it was the first time that children were recognised as rights holders in an international treaty. This marked the transition from addressing children’s immediate needs through charity alone, to galvanising the move towards advocacy that would bring about systemic change for the realisation of children’s rights.