Mediation, ein möglicher Weg !

9 Dezember 2014

Bei einer Trennung unterstützt der Mediator oder die Mediatorin das Paar dabei, Eltern für ihr Kind zu bleiben. Sie werden mit ihren elterlichen Pflichten im Interesse des Kindes konfrontiert. (…) Dieses Vorgehen führt zu einer kindgerechten Organisation.

Von Jocelyne Duc Schweri schreibt über das Thema der Sarah-Oberson-Konferenz 2014, an der sie als Rednerin an der Diskussionsrunde teilgenommen hat.

Mediation bietet in einem neutralen, vertraulichen und sicheren Raum in der Anwesenheit einer Drittperson einen konkreten Ansatz, dank dem schlüssige und nachhaltige Lösungen gesucht, entwickelt und erarbeitet werden können.

Bei einer Trennung unterstützt der Mediator oder die Mediatorin das Paar dabei, Eltern für ihr Kind zu bleiben. Sie werden mit ihren elterlichen Pflichten im Interesse des Kindes konfrontiert. Die Mediation geht von der Gegenwart aus, um die Zukunft zu organisieren. Die Vergangenheit hingegen wird nicht thematisiert.

Um in gemeinsamer Verantwortung eine Bindung zwischen Kind und Eltern aufzubauen, muss die derzeitige Situation des Kindes genau analysiert werden (Schlaf, Schule, Sport, Gesundheit, Bildung, Kosten…). So können beide Elternteile ihre Positionen darlegen.

Ab diesem Zeitpunkt können die Eltern:

- sich über die spezifischen Bedürfnisse wie Gesundheit und Freizeit ihres Kindes verständigen und diese in ihren Gesprächen berücksichtigen.

- ihre Bedürfnisse als Vater oder Mutter ausdrücken und sie mit dem Alter des Kindes in Verbindung setzen, wie zum Beispiel eine Verpflichtung in der Jugend, die bei studierenden Kindern über das 18. Lebensjahr hinausgeht.

- den grösseren Familienkreis wie Grossvater, Grossmutter, Onkel, Tante, Freunde, Kolleginnen, Kollegen in ihre Überlegungen einbeziehen.

- wichtige Faktoren für die Organisation rund um das Kind berücksichtigen, wie die Distanz zwischen den Wohnorten.

Die Organisation rund um das Kind wird in gemeinsamer Verantwortung von Vater und Mutter wahrgenommen. Das entspricht einer kindgerechten Organisation und bedeutet die Akzeptanz der Differenzen zwischen Mutter und Vater. Die gemeinsam gefundenen Lösungen können in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden, die den Behörden, zum Beispiel der KESB oder dem Richter, zur Beglaubigung vorgelegt werden kann.

Idealerweise wird vor der Trennung ein Plan erstellt, damit das Kind im Moment der Ankündigung der Trennung mit einer „homöopathischen“-Einstellung beruhigt werden kann. Diese soll für den Übergang möglichst viel Sicherheit bieten.

Mediation kann jedoch jederzeit im Trennungsprozess oder auch später bei elterlichen Diskussionen zur Organisation rund um das Kind erfolgen.

Nationalratsdebatte zur gemeinsamen elterlichen Sorge

24 September 2012

Im Hinblick auf die Nationalratsdebatte vom 25. September 2012 unterstützt der SSI, dass neu die gemeinsame elterliche Sorge zur Regel wird. Der SSI ist für Mediation im Konfliktfall

Von Scheizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes (SSI)

Im Hinblick auf die Nationalratsdebatte vom 25. September 2012 unterstützt der SSI, dass neu die gemeinsame elterliche Sorge zur Regel wird. Ebenfalls unterstützt der SSI, dass vor einem geplanten Wegzug des Kindes ins Ausland oder ans andere Ende der Schweiz sich die Eltern künftig über dieses Projekt einigen müssen. Für den Konfliktfall unterstützt der SSI die Möglichkeit einer angeordneten Mediation.

Für weitere Informationen: Stellungnahme, die der SSI an die Nationalräte verschickt hat.

Le National soutient l’autorité parentale conjointe, Tribune de Genève, 25.09.12

Ein Fortschritt für die Mediation in der Schweiz

15 Februar 2011

Stellen wir sicher, dass diese Ausdehnung der Mediation auf zivilrechtliche Angelegenheiten dazu beitragen wird, die Teilnahmerechte von Kindern zu verstärken, indem die Parteien vermehrt in die Suche nach zufriedenstellenden und umsetzbaren Lösungen einbezogen werden.

Leitartikel von Professor Daniel Stoeklin des Internationalen Instituts der Rechte des Kindes.

Bereits ein Pionier im Bereich der Mediation in der Schweiz, macht der Kanton Freiburg mit seinem Elan weiter, indem er eine neue Verordnung über die Mediation in Zivil- und Jugendstrafsachen in Kraft setzt.

Bereits in den 90er Jahren im Bereich Mediation in Jugendstrafsachen wegweisend, hat Freiburg 2003 die Verordnung über die Mediation in Jugendstrafsachen verabschiedet und 2004 das Büro für Mediation in Jugendstrafsachen geschaffen. Dank dieser positiven Erfahrung führt der Kanton die Förderung der Mediation diesmal im zivilrechtlichen Bereich fort.

Ziel der Mediation ist es, annehmbare Lösungen für alle in Konflikt stehenden Parteien zu erarbeiten. Im Vergleich zur Streitschlichtung, die durch Richter oder spezialisierte Kommissionen durchgeführt wird, hat die Mediation den Vorteil, dass sie an aussenstehende Dritte übertragen werden kann. Die Mediatorinnen und Mediatoren müssen unabhängig, mindestens 30 Jahre alt sein und eine Hochschul- oder gleichwertige Ausbildung besitzen, sowie eine spezifische Ausbildung in Mediation und Erfahrung haben.

Mit der Vereinheitlichung der Schweizerischen Zivilprozessordnung, die seit Anfang Jahr die Mediation im zivilrechtlichen Bereich institutionalisiert, wiegt die Schweiz ihren Rückstand in diesem Bereich auf. Um die Durchführung der zivilrechtlichen Mediation zu ermutigen, hat der Regierungsrat eine neue Verordnung verabschiedet, die grundsätzlich die Unentgeltlichkeit des Verfahrens für den Fall vorsieht, in dem die Parteien für die Kosten nicht aufkommen können. Dies soll es allen ermöglichen, von diesem Konfliktlösungsverfahren zu profitieren, wenn alle Voraussetzungen der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt sind und das Gericht das Zurückgreifen auf die Mediation empfiehlt. Das Bundesrecht sieht in der Tat die unentgeltliche Mediation in kindesrechtlichen Angelegenheiten nicht vermögensrechtlicher Natur vor, wenn die Personen nicht über die nötigen Mittel verfügen und wenn das Gericht die Durchführung einer Mediation empfiehlt. Die Freiburger Verordnung geht noch weiter und dehnt diese Unentgeltlichkeit
sregelung auf alle familienrechtlichen  Angelegenheiten nicht vermögensrechtlicher Natur aus.

Stellen wir sicher, dass diese Ausdehnung der Mediation auf zivilrechtliche Angelegenheiten dazu beitragen wird, die Teilnahmerechte von Kindern zu verstärken, indem die Parteien vermehrt in die Suche nach zufriedenstellenden und umsetzbaren Lösungen einbezogen werden. Da die Parteien für die Ausführung des von ihnen unterzeichneten Übereinkommens verantwortlich sind, sollte dies zu einer aktiven Partizipationskultur und einer positiven Verantwortungsübernahme sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder beitragen.

Für weitere Details:
Pressekonferenz vom 26. Januar 2011, Kanton Freiburg

Dieser Artikel ist am 11.02.2011 in der Rubrik Edito-Actualité auf der Website Internationales Institut der Rechte des Kindes ( IDE) erschienen.

(Français) Une nouvelle loi sur l’enlèvement international d’enfant centrée sur l’intérêt supérieur de l’enfant

1 Juli 2009

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