Für oder gegen Prügel?

23 Januar 2017

Zusammenfassend denke ich, dass es nichts bringt zu prügeln und dass ihr dem Kind etwas verbieten könnt als Bestrafung.

Von Sakura*, einer Schülerin in der 7H (5P), Grundschule, Wallis, Dezember 2016

In den letzten Wochen verbreitet sich der Tratsch. Ein Psychologe sagt, dass Prügel Kindern nicht schadet.

Ich bin gegen Prügel, weil: Erstens bringt es nichts durch Gewalt etwas zu lernen. Erwachsene erzählen Kindern oft, dass Gewalt keine Probleme löst. Stellt euch an ihre Stelle, ihr wärt sicher nicht zufrieden.

Ihr könnt normale Bestrafungen geben, wie dreimal die Seite eines Buches abzuschreiben. Etwas das ihnen nicht weh tut körperlich oder geistig.

Schließlich kann ein Erwachsener, der viel stärker ist als ein Kind, diesem sehr wehtun. Ihr könnt ihm etwas verbieten als Bestrafung.

Zusammenfassend denke ich, dass es nichts bringt zu prügeln und dass ihr dem Kind etwas verbieten könnt als Bestrafung.

*Pseudonym

Lesen auch :

Eine Tracht Prügel um Aufmerksamkeit zu erregen, blog FSO, 22.11.2016

‘Für ein Verbot der Ohrfeige’: es braucht ein Gesetz!

18 April 2016

Auf internationalem Niveau, haben die verschiedenen Instanzen aus diesem Gesetz ein Aushängeschild gemacht, um wirksam gegen die Misshandlung und für die Menschenrechte einzutreten- Kinder sind die einzigen Bewohner in der Schweiz, die man auf den Po hauen oder ohrfeigen kann.

Nun müssen schweizerische Entscheidungsträger Position beziehen.

Die Gerichtskommission des Nationalrats hat am 08.04.16 beschlossen der Petition ‘Zum Verbot von Ohrfeigen’ durch die Schüler von Gäbelbach nicht stattzugeben. Die Gerichtskommission sieht die Erlassung einer solch expliziten Norm in diesem Bereich als nicht notwendig an…

Nach Ziegert ist die Ausübung von körperlichen Bestrafungen innerhalb von Familien insbesondere darauf zurückzuführen, dass dieses Phänomen in den sozialen Werten und somit auch von der Legislative akzeptiert wird. Durrant und Olsen sagen, wenn ein Gesetz die Werte und Ideologien einer Gesellschaft wiederspiegelt, so kann auch das Gegenteil der Fall sein. Die Erlassung eines Gesetzes, das jegliche Gewalt gegen Kinder verbietet, kann die Wahrnehmung des Kindes, der Familie und der Rolle des Staates bezügliches dieses Themas verändern und könnte somit ein Meilenstein hin zu einer reellen Einstellungsänderung sein.

Im traditionellen Bild, wenn wir davon ausgehen, dass das Kind den Eltern angehört, kann die Anwendung von Formen der Unterwerfung, darunter auch Gewalt, im Sinne des Kindeswohls gerechtfertigt werden. Ganz im Gegensatz, wenn wir das Kind als Rechtsträger betrachten, werden die Eltern zu Garanten dieser Rechte. Es ist somit nicht mehr möglich Gewalt in der Erziehung auszuüben. Die sozialen Veränderungen haben die traditionelle Bedeutung des Kindes durch ein „Kind Subjekt“ ersetzt. Anschauungsweisen verändern sich je nach sozialer Gruppe unterschiedlich schnell und in unterschiedlichen Stufen. Im derzeitigen politischen Bereich sind beide Visionen vereint, was eine Gesetzeinführung verhindert.

Damit dieses Gesetz eine Chance hat durchgesetzt zu werden, ist eine Änderung der Denkweise von Seiten des Staates in der Dichotomie öffentlich/privat notwendig. Die Missbrauchsfälle zeigen, dass die Familie nicht mehr als der sichere Hafen für Frieden, in dem sich das Kind geschützt entwickeln kann, gilt. Vor dieser Feststellung steht die Verantwortung des Staates jene Mitglieder der Gesellschaft zu schützen, die es besonders brauchen, in Konflikt mit seiner Aufgabe, die Privatsphäre zu respektieren. Diese Spannung konnte bereits in Debatten rund um die familiäre Gewalt gegen Frauen gelöst werden.

Das Kinderrechte-Komitee schneidet dieses Thema an, indem es seine Meinung dazu äußert. Eine Meinung, die rechtssprechend ist: „Die Konvention verpflichtet die Staaten dazu, die Familien zu respektieren und zu unterstützen. Es entsteht dabei kein Konflikt mit der Verpflichtung der Staaten dafür zu sorgen, dass die Menschenwürde und die physische Unversehrtheit der Kinder (…) innerhalb der Familie geschützt wird.“

Somit impliziert die politische Entscheidungsfindung in diesem Sinne eine Veränderung der Einstellungen von Seiten der Legislative bezüglich seiner Wahrnehmung vom Kind sowie zur Schutzrolle des Staates. Auf internationalem Niveau, haben die verschiedenen Instanzen aus diesem Gesetz ein Aushängeschild gemacht, um wirksam gegen die Misshandlung und für die Menschenrechte einzutreten- Kinder sind die einzigen Bewohner in der Schweiz, die man auf den Po hauen oder ohrfeigen kann.

Nun müssen schweizerische Entscheidungsträger Position beziehen.

Clara Balestra, Sarah Oberson Stiftung, 18.4.16

Die Situation von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden in der Schweiz

24 November 2014

„Die Situation von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden in der Schweiz“ Ein Bericht zur Erarbeitung einer MNA-Charta durch MNA des Partizipationsprojekts Speak out! aus dem Herbstlager in Münsingen.

Von Finan, Cabdi, Yohana, Haben, in Institut international des Droits de l’Enfant, 03.11.14

Wir sind vier Jugendliche vom Projekt Speak out! der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV). Bei diesem Projekt diskutieren wird die Situation für uns als minderjährige unbegleitete Asylsuchende in der Schweiz. Wir kommen alle von verschiedenen Kantonen zum Beispiel aus Basel-Stadt, Zürich, Aargau, Sankt Gallen, Neuchâtel und Bern. Wir sind auch aus verschiedenen Ländern in die Schweiz gekommen und sprechen unterschiedliche Sprachen. Wir wünschen uns, dass wir mehr Unterstützung bekommen.

charte-mna

Für eine Woche sind wir im Speak out! Herbstlager in Münsingen im Kanton Bern. Wir sind vier Jugendliche, welche diesen Text hier schreiben und schon alle länger beim Speak out! Projekt dabei. Wir treffen uns jedes Jahr 6-8 Mal mit über 30 anderen MNA aus der Schweiz an verschiedenen Orten. Bei all diesen Aktivitäten konnten wir uns gut kennenlernen.

Wir möchten unsere Situation in der Schweiz verbessern. Deshalb haben wir eine MNA-Charta mit unseren Anliegen und Forderungen geschrieben.

Die Themen der Charta haben wir schon früher ausgewählt und jetzt im Lager im Detail diskutiert und aufgeschrieben. Wir haben zwei Gruppen gemacht, eine mit den französischsprachigen Jugendlichen, und die anderen mit den deutschsprachigen Jugendlichen. Es kamen auch zwei Expert/innen von NGOs aus dem Bereich Asyl- und Migration. Sie haben uns viele Informationen gegeben. Wir haben folgende Themen ausgearbeitet:

-          Schwierigkeiten beim Wohnen:

Manche von uns müssen mit Erwachsenen zusammen wohnen oder man wohnt allgemein mit sehr vielen Leuten zusammen in einem Zimmer.

-          18. Geburtstag, und dann?:

Wir müssen das MNA-Zentrum verlassen und kommen an einen neuen Ort, wir werden neu wie Erwachsene behandelt, wir haben keine spezielle Betreuung mehr.

-          Schwierigkeiten bei der Betreuung:

Manche haben keine Beistände und nur wenig Kontakt mit ihrer Vertrauensperson

-          Schwierigkeiten bei der Ausbildung

Manchen können nach 16 keine Schule mehr besuchen, manche können nur in die Deutschkurse in ihrem Zentrum und nicht in die öffentliche Schule.  Die Lehrstellensuche ist für die meisten sehr schwierig.

Wir  haben alle diese Themen in die Charta geschrieben und genau erklärt was nicht so gut ist und was wir uns wünschen. Denn wir wollen, dass die Schweizer Leute wissen, wie wir leben. Wir möchten, dass die Leute uns hören und uns dann helfen und zum Beispiel auch unsere Betreuungspersonen wissen, was uns beschäftigt. Denn wir alle wünschen uns eine gute Zukunft.