Vielfalt durch die Augen der Grundschüler von St-Maurice/ Lavey

18 Dezember 2017

Erlauben Sie es uns, Ihnen einige der Aussagen der Schüler von Grundschule von St-Maurice/Lavey zur Diversität und den Kinderrechten zu präsentieren.

Am 20. November haben die Grundschule von St-Maurice/Lavey und die Sarah Oberson Stiftung (SOS) den internationalen Tag der Kinderrechte und die Ratifizierung der Kinderrechtskonvention durch die Schweiz vor 20 Jahren gefeiert und sich der Diversität gewidmet.

Die geplante Feier hat es ermöglicht, die fabelhaften Arbeiten jeder Klasse zu präsentieren, welche im Laufe des Herbstes zum Thema Diversität und Kinderrechte erstellt wurden. Die ausgestellten Werke sind vielfältig und inhaltlich bereichernd.  Leider ist es uns nicht möglich all diese Arbeiten mit Ihnen zu teilen. Daher haben wir eine kleine Auswahl getroffen.

Erlauben Sie es uns, Ihnen einige der Aussagen der Schüler zur Diversität und den Kinderrechten zu präsentieren.

Die Sarah Oberson Stiftung nutzt die Gelegenheit, um Ihnen mit diesen Botschaften der Toleranz und des Respekts, frohe Feiertage zu wünschen.

Der Unterschied ist eine Stärke

Obwohl die Hautfarbe unterschiedlich ist, haben wir Spass. Unterschiedlich ist auch der Haarschnitt, aber wir lachen darüber. Unterschiedlich ist auch die Haarfarbe, aber wir haben Spass. Unterschiedlich ist auch, wenn man im Rollstuhl sitzt.

Wir haben nicht die gleichen Vorbilder, die uns beeindrucken. Aufgrund des Unterschieds gibt es Jungen und Mädchen.

Obwohl man nicht die gleiche Hautfarbe hat, spielen wir trotzdem zusammen in der Pause. Obwohl man unterschiedliche Meinungen hat, kann man trotzdem zusammen überlegen.   

Auch wenn man unterschiedliche Eltern hat, kann man trotzdem gerne zusammen sein.

Auch wenn man unterschiedliche Wurzeln hat, kann man zusammen arbeiten.

 

Wir sind alle anders und haben unterschiedliche Qualitäten. Wir haben einen Comic gestaltet um „Diversität“ zu erklären 

Du bist wirklich dumm

Und sie ist eine Null

Stopp, sie hat Schwierigkeiten in der Schule, aber beim Klettern hat sie einen Preis gewonnen

Entschuldige, dass wusste ich nicht… jeder hat andere Fähigkeiten*

Danke, ihr seid meine besten Freunde geworden.

Die Nahrung

Wenn unsere Vorfahren aus fernen Ländern nicht die Zutaten dieses geheimen Rezepts mitgebracht hätten, dann hättet ihr nicht die Leckerli probieren können, die aus Basel in der Schweiz kommen.

Wenn die Schweizer sich nicht getraut hätten Sushi von den Japanern zu kosten, dann hätten wir heute Abend sicherlich keines.

 

Jeder hat seine Geschichte, aber wir fühlen alle die gleichen Gefühle

An der Bushaltestelle wurde jemand oft von Freunden verhauen und ich war wütend.

Einmal im Schwimmbad hat jemand eine andere Person Schwarz genannt, und ich war überrascht.

Einmal wollte keiner mit mir spielen weil ich kleiner war als die anderen Kinder. Da war ich sehr traurig.

Als mich jemand beleidigte, weil ich einen Hello Kitty Pullover anhatte. Sie sagt mir, dass wäre für Babys. Ich war traurig und wütend auf sie.

 

Ich bin frei anders zu sein.

Ihnen Allen frohe Feiertage

Für oder gegen Prügel?

23 Januar 2017

Zusammenfassend denke ich, dass es nichts bringt zu prügeln und dass ihr dem Kind etwas verbieten könnt als Bestrafung.

Von Sakura*, einer Schülerin in der 7H (5P), Grundschule, Wallis, Dezember 2016

In den letzten Wochen verbreitet sich der Tratsch. Ein Psychologe sagt, dass Prügel Kindern nicht schadet.

Ich bin gegen Prügel, weil: Erstens bringt es nichts durch Gewalt etwas zu lernen. Erwachsene erzählen Kindern oft, dass Gewalt keine Probleme löst. Stellt euch an ihre Stelle, ihr wärt sicher nicht zufrieden.

Ihr könnt normale Bestrafungen geben, wie dreimal die Seite eines Buches abzuschreiben. Etwas das ihnen nicht weh tut körperlich oder geistig.

Schließlich kann ein Erwachsener, der viel stärker ist als ein Kind, diesem sehr wehtun. Ihr könnt ihm etwas verbieten als Bestrafung.

Zusammenfassend denke ich, dass es nichts bringt zu prügeln und dass ihr dem Kind etwas verbieten könnt als Bestrafung.

*Pseudonym

Lesen auch :

Eine Tracht Prügel um Aufmerksamkeit zu erregen, blog FSO, 22.11.2016

‘Für ein Verbot der Ohrfeige’: es braucht ein Gesetz!

18 April 2016

Auf internationalem Niveau, haben die verschiedenen Instanzen aus diesem Gesetz ein Aushängeschild gemacht, um wirksam gegen die Misshandlung und für die Menschenrechte einzutreten- Kinder sind die einzigen Bewohner in der Schweiz, die man auf den Po hauen oder ohrfeigen kann.

Nun müssen schweizerische Entscheidungsträger Position beziehen.

Die Gerichtskommission des Nationalrats hat am 08.04.16 beschlossen der Petition ‘Zum Verbot von Ohrfeigen’ durch die Schüler von Gäbelbach nicht stattzugeben. Die Gerichtskommission sieht die Erlassung einer solch expliziten Norm in diesem Bereich als nicht notwendig an…

Nach Ziegert ist die Ausübung von körperlichen Bestrafungen innerhalb von Familien insbesondere darauf zurückzuführen, dass dieses Phänomen in den sozialen Werten und somit auch von der Legislative akzeptiert wird. Durrant und Olsen sagen, wenn ein Gesetz die Werte und Ideologien einer Gesellschaft wiederspiegelt, so kann auch das Gegenteil der Fall sein. Die Erlassung eines Gesetzes, das jegliche Gewalt gegen Kinder verbietet, kann die Wahrnehmung des Kindes, der Familie und der Rolle des Staates bezügliches dieses Themas verändern und könnte somit ein Meilenstein hin zu einer reellen Einstellungsänderung sein.

Im traditionellen Bild, wenn wir davon ausgehen, dass das Kind den Eltern angehört, kann die Anwendung von Formen der Unterwerfung, darunter auch Gewalt, im Sinne des Kindeswohls gerechtfertigt werden. Ganz im Gegensatz, wenn wir das Kind als Rechtsträger betrachten, werden die Eltern zu Garanten dieser Rechte. Es ist somit nicht mehr möglich Gewalt in der Erziehung auszuüben. Die sozialen Veränderungen haben die traditionelle Bedeutung des Kindes durch ein „Kind Subjekt“ ersetzt. Anschauungsweisen verändern sich je nach sozialer Gruppe unterschiedlich schnell und in unterschiedlichen Stufen. Im derzeitigen politischen Bereich sind beide Visionen vereint, was eine Gesetzeinführung verhindert.

Damit dieses Gesetz eine Chance hat durchgesetzt zu werden, ist eine Änderung der Denkweise von Seiten des Staates in der Dichotomie öffentlich/privat notwendig. Die Missbrauchsfälle zeigen, dass die Familie nicht mehr als der sichere Hafen für Frieden, in dem sich das Kind geschützt entwickeln kann, gilt. Vor dieser Feststellung steht die Verantwortung des Staates jene Mitglieder der Gesellschaft zu schützen, die es besonders brauchen, in Konflikt mit seiner Aufgabe, die Privatsphäre zu respektieren. Diese Spannung konnte bereits in Debatten rund um die familiäre Gewalt gegen Frauen gelöst werden.

Das Kinderrechte-Komitee schneidet dieses Thema an, indem es seine Meinung dazu äußert. Eine Meinung, die rechtssprechend ist: „Die Konvention verpflichtet die Staaten dazu, die Familien zu respektieren und zu unterstützen. Es entsteht dabei kein Konflikt mit der Verpflichtung der Staaten dafür zu sorgen, dass die Menschenwürde und die physische Unversehrtheit der Kinder (…) innerhalb der Familie geschützt wird.“

Somit impliziert die politische Entscheidungsfindung in diesem Sinne eine Veränderung der Einstellungen von Seiten der Legislative bezüglich seiner Wahrnehmung vom Kind sowie zur Schutzrolle des Staates. Auf internationalem Niveau, haben die verschiedenen Instanzen aus diesem Gesetz ein Aushängeschild gemacht, um wirksam gegen die Misshandlung und für die Menschenrechte einzutreten- Kinder sind die einzigen Bewohner in der Schweiz, die man auf den Po hauen oder ohrfeigen kann.

Nun müssen schweizerische Entscheidungsträger Position beziehen.

Clara Balestra, Sarah Oberson Stiftung, 18.4.16

Die Situation von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden in der Schweiz

24 November 2014

„Die Situation von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden in der Schweiz“ Ein Bericht zur Erarbeitung einer MNA-Charta durch MNA des Partizipationsprojekts Speak out! aus dem Herbstlager in Münsingen.

Von Finan, Cabdi, Yohana, Haben, in Institut international des Droits de l’Enfant, 03.11.14

Wir sind vier Jugendliche vom Projekt Speak out! der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV). Bei diesem Projekt diskutieren wird die Situation für uns als minderjährige unbegleitete Asylsuchende in der Schweiz. Wir kommen alle von verschiedenen Kantonen zum Beispiel aus Basel-Stadt, Zürich, Aargau, Sankt Gallen, Neuchâtel und Bern. Wir sind auch aus verschiedenen Ländern in die Schweiz gekommen und sprechen unterschiedliche Sprachen. Wir wünschen uns, dass wir mehr Unterstützung bekommen.

charte-mna

Für eine Woche sind wir im Speak out! Herbstlager in Münsingen im Kanton Bern. Wir sind vier Jugendliche, welche diesen Text hier schreiben und schon alle länger beim Speak out! Projekt dabei. Wir treffen uns jedes Jahr 6-8 Mal mit über 30 anderen MNA aus der Schweiz an verschiedenen Orten. Bei all diesen Aktivitäten konnten wir uns gut kennenlernen.

Wir möchten unsere Situation in der Schweiz verbessern. Deshalb haben wir eine MNA-Charta mit unseren Anliegen und Forderungen geschrieben.

Die Themen der Charta haben wir schon früher ausgewählt und jetzt im Lager im Detail diskutiert und aufgeschrieben. Wir haben zwei Gruppen gemacht, eine mit den französischsprachigen Jugendlichen, und die anderen mit den deutschsprachigen Jugendlichen. Es kamen auch zwei Expert/innen von NGOs aus dem Bereich Asyl- und Migration. Sie haben uns viele Informationen gegeben. Wir haben folgende Themen ausgearbeitet:

-          Schwierigkeiten beim Wohnen:

Manche von uns müssen mit Erwachsenen zusammen wohnen oder man wohnt allgemein mit sehr vielen Leuten zusammen in einem Zimmer.

-          18. Geburtstag, und dann?:

Wir müssen das MNA-Zentrum verlassen und kommen an einen neuen Ort, wir werden neu wie Erwachsene behandelt, wir haben keine spezielle Betreuung mehr.

-          Schwierigkeiten bei der Betreuung:

Manche haben keine Beistände und nur wenig Kontakt mit ihrer Vertrauensperson

-          Schwierigkeiten bei der Ausbildung

Manchen können nach 16 keine Schule mehr besuchen, manche können nur in die Deutschkurse in ihrem Zentrum und nicht in die öffentliche Schule.  Die Lehrstellensuche ist für die meisten sehr schwierig.

Wir  haben alle diese Themen in die Charta geschrieben und genau erklärt was nicht so gut ist und was wir uns wünschen. Denn wir wollen, dass die Schweizer Leute wissen, wie wir leben. Wir möchten, dass die Leute uns hören und uns dann helfen und zum Beispiel auch unsere Betreuungspersonen wissen, was uns beschäftigt. Denn wir alle wünschen uns eine gute Zukunft.