Den 10. September : Internationalen Tag der Suizidprävention

7 September 2015

“The Committee remains concerned about the high number of suicides among adolescents.

In the light of its general comment No. 4 (2003) on adolescent health, the Committee recommends that the State party expedite the adoption of the national action plan on the prevention of suicide, which should take into account the specific needs of children and adolescents, and ensure its effective implementation.”

Concluding Observations des UN-Kinderrechtsausschusses, 26.02.15, S.14

“Der Bund ist beauftragt einen Aktionsplan für die Suizidprävention in der Schweiz vorzulegen. Damit will er die Suizidraten in allen Altersgruppen reduzieren. Im jungen Erwachsenenalter ist z.B. fast jeder dritte Todesfall auf einen Suizid zurückzuführen.

Text erschienen auf der Website des Bundesamt für Gesundheit (BAG), aktualisiert am: 07.09.2015

Ausgangslage

2013 starben in der Schweiz 786 Männer und 284 Frauen durch Suizid (128 von15 bis 29 Jahre alt). Dies entspricht zwei bis drei Suiziden pro Tag.

Die Hauptverantwortung für die Suizidprävention liegt in der Schweiz bei den Kantonen. Einige Kantone haben in den letzten Jahren in die Suizidprävention investiert und neue Aktivitäten aufgegleist.

Der politische Druck, in der Suizidprävention auf nationaler Ebene aktiv zu werden hat in den vergangenen Jahren zugenommen. In der Folge wurde die Motion Ingold (11.3973) „Suizidprävention. Handlungsspielraum wirkungsvoller nutzen” vom Parlament 2014 angenommen. Damit ist der Bund (bzw. das Bundesamt für Gesundheit BAG) beauftragt „einen Aktionsplan zur Suizidprävention vorzulegen und umzusetzen, der bei den anerkannten Hauptrisiken Depressionen und soziale Isolation ansetzt”.

Das BAG übernimmt zusammen mit der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz GFCH die Projektleitung für den «Aktionsplan Suizidprävention» – auch wenn Suizidprävention nicht alleine eine Angelegenheit des Gesundheitssektors ist. Die Erarbeitung des Aktionsplans wird vom Dialog Nationale Gesundheitspolitik gesteuert und getragen. Es wird ein partizipativer Ansatz verfolgt, d.h. alle wichtigen Akteure im Bereich der Suizidprävention werden in die Erarbeitung des Aktionsplans mit einbezogen. Die bereits laufenden Aktivitäten der nicht-staatlichen Akteure sowie der Gemeinden sollen dabei eingebunden werden, damit keine Doppelspurigkeiten aufgebaut werden.

Zielsetzung

Der „Aktionsplan Suizidprävention” verfolgt das Ziel, die Suizidrate in der Schweiz zu reduzieren. Dies bedarf wirksamer Interventionen, die einerseits auf die Allgemeinbevölkerung ausgerichtet sind, andererseits auf spezifische Bevölkerungsgruppen oder Individuen mit erhöhtem Suizidrisiko (z.B. psychisch Kranke, Menschen in akuten oder chronischen psychosozialen Krisen, Suchtkranke, Personen nach Suizidversuchen, Menschen in hohem Alter).

Stand der Dinge

Zwischen Herbst 2014 und Frühjahr 2015 wurden zu definierten Schwerpunktthemen Literaturrecherchen und gemeinsam mit Experten und Expertinnen Ist- und Soll-Analysen für die Suizidprävention in der Schweiz durchgeführt. Schwerpunktthemen waren:

- Primärprävention von Suizidalität: Förderung psychischer Gesundheit

- Sekundär- und Tertiärprävention bei Suizidalität: Früherkennung und Angebote im nicht-medizinischen und medizinischen Setting

- Prävention und Intervention von Vereinsamung

- Einschränkung der Verfügbarkeit tödlicher Mittel und Methoden

- Monitoring und Forschung

Gleichzeitig wurde in den Kantonen eine Befragung zur Suizidprävention durchgeführt. Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen und aus der Befragung der Kantone wurden synthetisiert und in den Kontext anerkannter Modelle der Suizidprävention gestellt. Der Aktionsplan geht inhaltlich daher über die erwähnten Schwerpunktthemen hinaus und berücksichtigt z.B. auch die Medienberichterstattung über Suizide.

Nächste Schritte

Am 22. Oktober 2015 werden die bisher erarbeiteten Empfehlungen mit einem erweiterten Kreis an Akteuren in einem Workshop diskutiert. Voraussichtlich Ende 2016 wird der Aktionsplan vom Dialog Nationale Gesundheitspolitik verabschiedet werden können. Anschliessend folgt die Umsetzungsphase der geplanten Massnahmen.