Kindesverbringung durch einen Elternteil: Eine Internetseite um Sie zu unterstützen

21 November 2016

Familienkonflikte und Familienmediation auf internationalem NiveauUnterstützt durch die Staaten, Staatsorganisationen wie die Europäische Union und die Den Haag Konferenz zum internationalen Privatrecht, entwickelt sich diese bevorzugte Form der Resolution weiter und wird auf globaler Ebene professioneller um Familien zu helfen, die eine Kindeswegnahme oder eine Kindestrennung durch den Wegzug eines Familienteils ins Ausland erleben.

Editorial von Cilgia Caratsch, Koordinatorin der Unité Médiation, Internationaler Sozialdienst (SSI), Generalsekretariat.

Nur wenige Familien und Professionelle kennen die Möglichkeit einer Mediation für grenzüberschreitende Konflikte. Man geht der Annahme, dass sich solche seriösen länderübergreifende Konflikte nur durch rechtliche und juristische Prozesse klären ließen. Dabei kann eine erfolgreiche Mediation den elterlichen Streit schlichten, was zu einer Verbesserung im Kontakt mit dem Kind führt und die Abmachungen zum Kindesunterhalt und zu Besuchsrechten erleichtern.

Zusätzlich zum juristischen Weg kann die Familienmediation dabei helfen, diese beiden Rechtspunkte besser zu regeln. Die Vereinbarungen können die Eltern mithilfe eines Vermittlers selbst bestimmen und an ihre richterlichen Berater weitergeben. Diese Vereinbarungen entsprechen der geographischen und finanziellen Realität der Familien und den Bedürfnissen und der Disponibilität der Elternteile. Ein Übereinkommen durch Mediation kann für alle durch den Konflikt betroffenen Länder vereinbart werden und spart dadurch Kosten und Ressourcen, sowohl für die Familie als auch für die Behörden.

„Die Prozesse waren komplex und lang, mit viel Hin und Her zwischen den beiden Ländern. […] Wir haben uns für eine Mediation entschieden, weil wir die Dinge etwas beschleunigen wollten. Jetzt haben wir es geschafft über alles zu reden und Fragen zu regeln, die wahrscheinlich erst später aufgetaucht wären. […] Wie etwa die Organisation der Ferien.“

Eine Mutter und ein Vater

Der Internationale Sozialdienst (SSI) hat eine Internetseite veröffentlich, die multilingual ist und sich komplett der internationalen Familienmediation widmet. Sie informiert Familien und Professionelle, die sie begleiten – Juristen, Psychologen, Sozialarbeiter – wie eine Mediation funktioniert, wie man sich darauf vorbereiten kann, wie sie mit dem Gesetz vereinbar ist, und was eine Mediationsvereinbarung beinhalten kann. Ein Abschnitt zur Kindesverbringung sensibilisiert hinsichtlich des psychologischen Einflusses auf alle Familienmitglieder nach einem solchen Erlebnis. Zahlreiche Betroffene berichten über die Vorteile und Grenzen dieses Lösungsansatzes.

„Auch wenn wir nicht mehr verheiratet sind, sind wir dennoch in der Lage uns gemeinsam um unsere Tochter zu kümmern. Sie ist aufgewachsen ohne uns gegenüber verbittert zu sein. Die Mediation macht es möglich den Respekt und die Würde in einer Familie aufrecht zu erhalten, auch wenn die Beziehung eines Paares leider nicht mehr funktioniert.“

Ein Vater

www.ifm.fmi.org ist ein nützliches Hilfsmittel… Die Internetseite ist eine neue Ressource, welche freien Zugang zu öffentlichen Services, zu Familienberatungsstellen und zu einem Netzwerk an spezialisierten Mediateuren bietet, welche sich pro Land aufgelistet wiederfinden und die wichtigsten Kontakte und Informationen zum rechtlichen Rahmen einer solchen Situation beinhalten.

Dieses Projekt ist Teil des Programmes des SSI und dient der Institutionalisierung der internationalen Familienmediation (IFM) indem es auf die dringenden Bedürfnisse der, in grenzüberschreitenden Konflikte, beteiligten Personen (die Familie, die Mediationsexperten und Amtsmitarbeiter und Rechtsbeistände in den verschiedenen Ländern) eingeht.

Die institutionelle Unterstützung der IFM Praxis ermöglicht es auf globaler Ebene, einer wachsenden Mobilität durch ins Ausland abwandernde Fachkräfte und dem Phänomen der binationalen und auswandernden Familien gewachsen zu sein. Letztere führen zu immer mehr Kindeswegnahmen und grenzüberschreitende Scheidungen.

Das SSI unterstützt Familien und Kinder, welche sich mit sozialen Problemen aufgrund eines internationalen Umzuges oder eine Auswanderung konfrontiert sehen. Es besteht aus einem nationalen Netzwerk in mehr als 100 Ländern und unterstützt jährlich mehr als 50.000 getrennte Familien weltweit. Gleichzeitig engagiert es sich für den Schutz der Kindesinteressen und unterhält Projekte zur Stärkung des Schutzes und des Respekts ihrer Rechte. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.iss-ssi.org.

Wir leiten Familien, Professionelle und Amtsmitarbeiter an die kompetenten Dienste, welch sich um grenzüberschreitende Familienkonflikte kümmern, weiter. In der Schweiz bietet die Schweizerische Stiftung des SSI eine psychosoziale und rechtliche Unterstützung sowie eine internationale Familienmediation für betroffene Familien an.

Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren:

Mediation@iss-ssi.org

+41229067700

Photo : Laurent Michel, flickr/creative commons

Pressemitteilung vom 18.11.2009

18 November 2009

Die Webseite der Stiftung Sarah Oberson: Die Antwort auf ein echtes Bedürfnis.

Komplett neu konzipiert, dynamisiert, hat die neue Webseite der Stiftung Sarah Oberson seit seiner Aufschaltung vor einem Jahr mehr als 11’000 Besucher empfangen dürfen. Offensichtlich wurde eine Erwartung erfüllt.

Unsere Seite bietet mehrere wichtige Informationen, nämlich:

•    Aktualisierte Dokumente über die Vorgehensweisen im Hinblick auf die Einführung des Entführungsalarmsystems in der Schweiz
•    Eine spezielle Sparte von Artikeln bezüglich dem Verschwinden von Kindern in der ganzen Welt
•    Regelmässig angepasste Auskünfte über die Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen in Not
•    Eine detaillierte Agenda über die sich in der Schweiz abspielenden herausragenden Ereignisse
•    Die Bereitstellung der zu den von der Stiftung behandelten Themen inhärenten Dokumente für die breite Öffentlichkeit
•    Die Bereitstellung von Dokumenten über die Stiftung, mit Videos und Fotos, unter anderem vom 10-jährigen Jubiläum der Stiftung 2008

Der Blog, der jeden Monat mehrere Leitartikel  über die verschiedenen von der Stiftung behandelten Themen anbietet, bereichert den Inhalt. Zu diesem Thema besteht ebenfalls eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut der Kinderrechte (IDE) und der Ideenaustausch wird ebenfalls von Beiträgen von aussen (z.B. Aktion Unschuld, Internationalen Sozialdienst (SSI), …) genährt.

Angesichts dieses Erfolgs, hat die Stiftung Sarah Oberson, dank dem finanziellen Beistand der Loterie Romande beschlossen, seine Internetseite auf Deutsch zu übersetzen. Sie wurde gestern, dem 17. November 2009 eröffnet.

20 Jahre Internationale Kinderrechtskonvention

Die Internationale Kinderrechtskonvention feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen; die Stiftung Sarah Oberson hat in Zusammenarbeit mit fünf anderen Institutionen aus dem Wallis zur Organisation einer Kundgebung von nationalem Ausmass beigetragen, um dieses Jubiläum zu prägen: der Enfan’phare.
Dieses unter der Leitung des Internationalen Instituts der Kinderrechte stehende Event wird am 20. und 21. November 2009 am CERM in Martigny stattfinden.
Die jedes Jahr während dieser letzten zehn Jahre von der Stiftung organisierten Reflexionstage werden nächstes Jahr mit dem Sarah Oberson Konferenzen 2010 von neuem starten.

Der Entführungsalarm

Die Stiftung Sarah Oberson nutzt diese Gelegenheit ebenfalls, um den offiziellen Beschluss zu begrüssen, ab Januar 2010 ein Schweizer Entführungsalarmsystem einzusetzen; eine Einführung, für die sie sich sehr stark engagiert hat.

Um ihre Publikumssensibilisierungsaktion für die Probleme der Kinder in Not weiterhin ausweiten und der Suche nach vermissten Kindern beitragen zu können, lanciert die Stiftung eine Patenschaftskampagne. Mit der jährlichen Einzahlung von CHF 20.- oder mehr, können Patinnen und Paten von regelmässigen Informationen über die Stiftungsaktivitäten profitieren.

Der Präsident der Stiftung Sarah Oberson :
Dr. Bernard COMBY
Saxon, den 18 November 2009.