Sarah Oberson Konferenz 2001

DIE SARAH OBERSON STIFTUNG
organisiert

eine Konferenz zum Thema:

OPFERKINDER - VOM TÄTER ZUM OPFER

Mittwoch, den 7. November 2001

im Internationalen Institut der Rechte des Kindes (IDE)
c/o IUKB in Bramois

unter Schirmherrschaft der:
OHG-Kantonskommission (Opferhilfegesetz)

Einleitung

Was ist sexueller Missbrauch? Zahlreiche Veröffentlichungen haben theoretisch auf diese Frage geantwortet. Man spricht von einem sexuellen Missbrauch, wenn eine Person absichtlich den Körper eines Kindes benutzt, um seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen, oder vom Kind sexuelle Befriedigung verlangt oder es in seine sexuellen Aktivitäten mit einschließt (vgl. „Maltraitance et abus sexuels", Broschüre der Kantonskommission zur Gesundheitsförderung, Herbst 1999, Sion).

Hinter dieser Definition versteckt sich jedoch kein neues Phänomen, wenn es auch sichtbarer geworden ist, bedeutend durch die Zahl der Fälle, gravierend aber vor allem durch die Folgen, die es bei den Opfern auslöst. Den Kindern die Opfer sind, kann daraus eine Hypothek für das gesamte zukünftige Leben des missbrauchten Kindes werden, das, wie sich häufig erweist, selbst zum Missbrauchstäter wird.

Die 3. Sarah Oberson Konferenz möchte nicht das wiederholen, was bereits zahlreiche Kolloquien gesagt haben. Sie möchte gern das Phänomen allgemein und vor allem im Hinblick auf die Realität im Wallis behandeln. Sie will nützliche Aufklärung bei den Personen leisten, die stärker oder weniger stark in die Problematik von Missbrauch oder Misshandlung involviert sind. Sie möchte Gelegenheit zu einem breiten Ausblick auf die Entwicklung der Betreuungsmöglichkeiten geben, vor allem mit der Perspektive, Wiederholungsfälle über Generationen hinweg zu verhindern.

Die Sarah Oberson Stiftung würde gerne über die Erklärungen des Phänomens und die Vorstellung der Betreuungsmöglichkeiten hinaus einen Schwerpunkt auf das Opfer legen und diesem zuhören, ist es doch häufig in seinen Geheimnis gefangen und weiß es doch häufig nicht, wie es sich gegen seinen Aggressor wehren kann: dieser verfügt über Kraft und Macht, er nutzt das Unwissen, die Naivität und häufig das Vertrauen der Kinder aus. Es müssen also alle - Eltern, Lehrkräfte, Erzieher, Ärzte, Anwälte, Polizeibeamte, Richter... - die Kinder ernst nehmen und alles tun, damit diese schreckliche Statistik deutlich sinkt.

Zielgruppe

Diese Veranstaltung wendet sich an alle Betreuer von Kindern (Lehrkräfte, Sozialarbeiter, Animateure, Psychologen, Ärzte, Krankenpfleger, Priester, Mitarbeiter der OHG- Zentren usw. ...), an Elternorganisationen und an Polizei - oder Justizmitarbeiter. In diesem Bereich tätige Wissenschaftler und Studenten sind willkommen.

Programm

Konferenzvorsitz: Frau Paola Riva

Eröffnung durch Bernard Comby, Geschäftsführer der Sarah Oberson Stiftung

Sexueller Missbrauch von Kindern: der Umfang des Problems
Dr. Daniel HALPERIN, Kinderarzt und Leiter der Interdisziplinären Beratungsstelle für medizinische Fragen und Prävention von Gewalt (CIMPV), Genf

Sexueller Missbrauch im Wallis: zwischen bekannten Zahlen und Dunkelziffern
Frau Mireille DUBOIS, Sekretärin der OHG-Kommission

Präventionsmaßnahmen: den Wiederholungsfall verhindern
Frau Marceline GABEL, Leiterin des „Observatoire de l'Enfance en danger" (ODES), Paris

Die Misshandlungsgruppen im Wallis
Herr Christian NANCHEN, Leiter des Kinderschutzamtes, Sion

Die Rolle der Justiz beim sexuellen Missbrauch
Herr Pascal FLOTRON, Staatsanwalt im Berner Jura - Seeland

Welche Betreuungsmöglichkeiten gibt es für missbrauchte/misshandelte Kinder?
Dr. Paul BOUVIER, Leiter des Gesundheits- und Jugendamtes, Genf

Kinder und sexueller Missbrauch: vom Täter zum Opfer
Runder Tisch, geleitet von Herrn François DAYER, Chefredakteur des Le Nouvelliste.
Mit den Referenten und unter Beteiligung von Dr. Jean-Pierre BOSSI, Kinderarzt in Martinach und Herrn Jean-Claude MOIX, Oberinspektor der Sicherheitspolizei im Zentralwallis

Zusammenfassung der Konferenz
Herr Marcel RAUCH, OHG-Direktor

Schluss

Veröffentlichung

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